"Ein gebranntes Kind scheut das Feuer" – dieser Spruch mag mehr als einem durch den Kopf gegangen sein, wenn sich das Brennen von Daten- oder Audio-CDs unter Linux so gar nicht komfortabel anlassen wollte. Aber wie bei so Vielem hat sich auch an der Brenner-Front Einiges getan. Mit Koncd stellen wir Ihnen deshalb ein Programm vor, mit dem die perfekte hausbackene CD nur noch ein paar Mausklicks entfernt ist.
Dahinter verbirgt sich eigentlich nichts anderes als eine leicht zu benutzende grafische Oberfläche für die Programme cdrecord und mkisofs, mit denen Kommandozeilenfetischisten schon des Längeren der Brennerei unter Linux fröhnen können. Die neueste Version des Programms finden Sie entweder auf unserer CD oder auf der Homepage des Autors unter http://www.koncd.de/.
Das Feuer schüren
Nach der Installation Ihrer neuen Brenner-Software finden Sie einen Eintrag im K-Menü, Anwendungen-->KOnCD, vor, mit dem Sie das Programm künftig bequem starten. Doch bevor Sie richtig loslegen, sollten Sie noch die eine oder andere Sache überprüfen, die zwischen Ihnen und den selbstgebrannten CDs stehen könnte.
Möchten Sie koncd als normaler User benutzen, werden Sie aller Wahrscheinlichkeit nach an mangelnden Rechten für cdrecord scheitern. Denn dieses Programm darf in der Regel nur root ausführen. Ändern Sie die Rechte dann – als Superuser – wie folgt ab:
chown root /usr/bin/cdrecord chmod 4711 /usr/bin/cdrecord
Testen Sie zur Sicherheit auch, ob cdrecord Ihren Brenner und das CD-ROM-Laufwerk erkennt. Geben Sie dazu in der Konsole Folgendes ein:
cdrecord -scanbus
cdrecord sollte Sie daraufhin mit einem Output wie diesem belohnen:
Cdrecord 1.9 (i686-pc-linux-gnu) Copyright (C) 1995-2000 Jörg Schilling
Linux sg driver version: 2.1.38
Using libscg version 'schily-0.1'
scsibus0:
0,0,0 0) *
0,1,0 1) *
0,2,0 2) 'TEAC ' 'CD-ROM CD-532S ' '1.0A' Removable CD-ROM
0,3,0 3) 'YAMAHA ' 'CRW4260 ' '1.0j' Removable CD-ROM
0,4,0 4) 'EXABYTE ' 'EXB-8200 ' '2600' Removable Tape
0,5,0 5) *
0,6,0 6) *Sollten Sie keine SCSI-Geräte verwenden, sondern einen ATAPI-Brenner Ihr Eigen nennen, müssen Sie zum Brennen die ATAPI-SCSI-Emulation des Kernels aktivieren. Bei den gängigen Distributionen liegt diese als Modul vor, das Sie einfach mit dem Befehl
modprobe -k ide-scsi
nachladen können.
Das war's auch schon. Atmen Sie tief durch, und starten Sie das Programm.
Brenn mich, Baby
Das Hauptfenster (Abbildung 1), sieht – höflich ausgedrückt – doch eher mager aus, aber wie eigentlich überall kommt es auch bei koncd auf die inneren Werte an. Und die haben es in sich, denn mit koncd können Sie nicht nur kopieren oder Audio-CDs brennen, sondern auch CDs mastern, Multisession- und bootfähige CDs erstellen, on-the-fly brennen sowie CD-RWs löschen.
Überprüfen Sie erst einmal mit einem Klick auf den Button Einstellungen, ob Brenner (Schreiber) (Bild 2) und CD-Laufwerk (Leser) richtig eingestellt sind. Wenn nein, passen Sie die Geräte im Pulldown an. Danach kommt es eigentlich nur noch darauf an, was Sie tun wollen. An dieser Stelle denken wir einmal für Sie mit und beschließen, dass Sie eine CD kopieren wollen.



