Goliath

Bei xdaliclock hat der Programmautor versucht, diese Probleme werkseitig zu umgehen – dabei hat er aber auch ein paar neue geschaffen. Nett an dieser Uhr ist jedenfalls, dass die Zahlen ineinander überblenden (auch bei der Farbgebung möglich). Nur sind die Ziffern recht groß geraten. Leider wurden diese auch fest im Programm verankert, so dass hier keine Möglichkeit zur individuellen Anpassung mehr gegeben ist. Zugute halten muss man dem Autor aber, dass er zumindest einen "transparenten" Modus – und auch die fensterlose Darstellung auf dem Desktophintergrund – von Grund auf eingeplant hat. Leider hapert es noch etwas an der Umsetzung, was mit einem

xdaliclock -root -transparent

leicht nachzuprüfen ist: xdaliclock beansprucht sogleich den gesamten Desktop – und gibt sich eben dadurch nicht transparent, sondern farbgebend. Ruft man die Uhr nur mit der Option -transparent auf und überlässt dem Listing im Kasten das Drama mit den Fenstern, so geht dies nur für kurze Zeit gut: xdaliclock meldet sich alle Minute quicklebendig beim Window Manager zurück, und der Zauber mit der Transparenz wird mit netten Darstellungsfehlern quittiert.

Abbildung 6: xdaliclock
Abbildung 7: Colorcycling & überblendende Zahlen

David

Recht ungetrübte Freude kommt hingegen bei dclock auf: Auch sie ist digital, blendet (bis auf die Sekunden) die Zahlen ineinander über, ist in Größe, Darstellungsumfang und Farbe frei konfigurierbar – und bietet zusätzlich eine Alarmfunktion. Fast wäre man versucht, "perfekt" zu sagen, doch fehlt leider der transparente Modus. Abbildung 8 zeigt diese Uhr einmal mit den Standard-Vorgaben im Fenster, und einmal fertig konfiguriert und in den Desktop integriert (inkl. Einsatz von xnodecor). Besonders interessant sind bei dieser Uhr folgende Aufrufparameter:

  • -bg [color]: Hintergrundfarbe
  • -fg [color]: Vordergrundfarbe
  • -led_off [color]: Farbe der inaktiven Segmente der LED-Anzeige
  • -fn [font]: Schriftart für das Datum
  • -geometry -0-0: ab in die Ecke mit …
  • -miltime -date "%A, %d %B %Y": Man spricht deutsch
  • -seconds: Sekunden anzeigen
  • -noblink: Blinken des ":" vermeiden
  • -notails: 6 & 9 ohne "Querstriche"
  • -fade -fadeRate 100: Überblenden der Zahlen
  • -slope [X]: Zahlen um X% schräg stellen
  • -smallsize 0.5: Sekunden halb soch hoch wie Minuten darstellen
  • -nobell: halbstündliches "Wecken" ausschalten
Abbildung 8: Zweifache Ausfertigung der dclock

Fensterrahmen? Nein Danke.

Wenn Sie Ihre Lieblingsuhr nun vom Window Manager mit einem netten Fensterrahmen verziert vorfinden und dieser keine Möglichkeit bietet, an diesem Zustand etwas zu ändern, dann sei Ihnen xnodecor empfohlen (ebenfalls auf der beiliegenden Heft-CD zu finden). Der Einsatz ist sehr einfach: Zum Start der Uhr sollte nicht die hauseigene Autostart-Funktion mancher Desktop-Oberflächen verwendet werden, sondern die User-eigene Startdatei ~/.xinitrc bzw. ~/.xsession. Darin wird zunächst die Uhr gestartet und so vor dem erst nachfolgend aufzurufenden Window Manager verborgen. Beispiel einer Startdatei:

dclock -geometry -0-0 &
 xnodecor -w dclock
 twm

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