Jo's Desktop
Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window-Manager und Desktopumgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor.
Das ungeschriebene Gesetz
Wer die letzten Jahre lange genug vor Microsofts Windows sitzen durfte, hat ein Tool auf dessen Desktop verinnerlicht und akzeptiert: Die Uhr ist unten rechts im Tray der Taskleiste. KDE schließt sich diesem Muster an (GNOME erst mit neueren Versionen nicht mehr) – es scheint ein gängiger Standard zu sein. Doch was tun, wenn man diese Leiste automatisch ausblenden, aber dennoch nicht auf die aktuelle Uhrzeit verzichten möchte? Auch verfügt längst nicht jeder Unix-Desktop über eine solche Start- oder Task-Leiste mit integriertem Zeiteisen.
Immerhin zeigen sich GNOME und KDE hier deutlich flexibler als Windows: Deren Uhren sind austauschbare Applets, die verschoben, konfiguriert, entfernt oder hinzugefügt werden können. Doch auch mit diesen Optionen der beiden Environments sind die Möglichkeiten auf einem Unix-Desktop nicht ausgeschöpft: Größere und besser lesbare Uhren können stattdessen frei auf dem Desktop plaziert werden und schaffen somit neuen Platz in einer eventuell verwendeten Startleiste. Gedanken hinsichtlich der richtigen Uhr muss sich in jedem Fall machen, wer in alter Unix-Tradition seinen Desktop aus zig Einzel-Tools zusammenschraubt. Doch die Spreu vom Weizen zu trennen, ist hier ein recht aufwendiges Unterfangen, dient doch der Uhrenbau bei Jungprogrammierern als Testgelände für spätere Erfolgsprojekte. Ein kleiner und unvollständiger Überblick über interessante Uhren und deren Spezialitäten sei hier gegeben.
Basislager
Da wären zunächst die beiden zum X Window System gehörenden einfachen Uhren xclock und oclock. Beide sind somit praktisch überall vorhanden und lassen sich vollständig über Startparameter oder die Xresources konfigurieren.
Während sich oclock als eine einfache, analoge und runde Uhr (dafür aber ohne Fensterrahmen und mit transparentem Hintergrund!) präsentiert, findet sich bei der quadratischen xclock ein seltenes Feature: Aufgerufen mit dem Anhängsel "-digital" startet diese auch als solche. Einen tieferen Sinn muss man dahinter allerdings nicht finden. Beide Anzeigevarianten wirken recht lieblos und unzeitgemäß – sie sind im Wesentlichen auch nur in Vorder- und Hintergrundfarbe konfigurierbar. Wer ein eigenes Farbschema verwenden möchte, ist mit der schlichten oclock besser bedient: Hier kann man jedem Element eine eigene Farbe zuweisen – sei es nun der Stundenzeiger, oder der ziffernlose Zifferblattrahmen.



