Französischer Bagger

Installation step by step

01.06.2001
Installieren Sie Linux zum ersten Mal? Noch wenig Erfahrung mit Linux-Installationen? Oder sind Sie nur bei einer einzelnen Installationsoption unsicher? Vielleicht hilft Ihnen dieser Artikel weiter, in dem wir Ihnen einen sicheren Weg durch den Installer der auf der Heft-CD befindlichen Linux-Distribution Linux-Mandrake 8.0 zeigen.

Vor der Installation

Hier wählen Sie die Sprache aus, die während der Installation und später beim laufenden System bevorzugt benutzt werden soll

Wenn Sie nicht nur die Basiskomponenten der neuen Mandrake installieren, sondern auch die grafischen Desktop-Umgebungen (KDE und GNOME) samt der wichtigsten X11-Anwendungen ausprobieren möchten, dann sollten Sie mindestens 500-800 MB Platz auf einer Festplatte Ihres Rechners zur Verfügung haben. Falls Sie nur eine Festplatte besitzen, auf der Windows vorinstalliert ist, dann müssen Sie unter Umständen erst einmal Platz für Linux schaffen.

Machen Sie in einem solchen Fall vorsichtshalber erst einmal eine Sicherung Ihrer wichtigsten Windows-Daten!

Nachdem Sie Ihre Windows-Partition defragmentiert haben, können Sie diese ggf. mit Hilfe eines Soft-Repartitionierungs-Tools (auf der Heft-CD finden Sie z. B. das DOS-Tool fips) verkleinern. Wenn auf Ihrer Festplatte genügend freier Platz zur Verfügung steht, dann kann die Installation losgehen.

Am einfachsten ist es, wenn Sie den Installer direkt von der Heft-CD booten. Es kann sein, dass Sie zuvor erst noch die Boot-Reihenfolge in Ihrem BIOS-Setup (Taste [F2] oder [Entf] direkt nach Reboot drücken!) so ändern müssen, dass als erstes von CD-ROM gebootet wird. Sollte sich die Heft-CD aus irgendeinem Grund nicht direkt booten lassen, dann können Sie alternativ unter Windows auf die Heft-CD zugreifen und von dort aus eine Boot-Diskette erstellen lassen (siehe dortige Anleitung).

Los geht´s!

Standardmäßig versucht Mandrake, den grafischen Installer zu starten. Da die Installation nur noch bei ganz alten Grafikkarten im Textmodus startet, beschränken wir uns hier auf die Beschreibung der grafischen Installation. Nach der Wahl Ihrer Muttersprache (in den meisten Fällen eines der Unterpunkte von "German") sollten Sie zunächst einmal die Lizenzbedingungen von MandrakeSoft akzeptieren.

Nun steht auch schon die erste größere Entscheidung an: die Wahl der Installationsklasse. Der Hauptunterschied zwischen "Empfehlenswert" und "Experte" besteht darin, dass Mandrake dem absoluten Anfänger im "Empfehlenswert"-Modus einige der im folgenden anstehenden Entscheidungen mittels automatischer Hardware-Erkennung abnimmt, während man im "Experte"-Modus alle Entscheidungen selbst zu treffen hat.

Da der "Empfehlenswert"-Modus eine Teilmenge des "Experte"-Modus ist, beschreiben wir im folgenden die Installation im letztgenannten Modus. Wundern Sie sich bei Wahl von "Empfehlenswert" also nicht, wenn Ihnen einige der im folgenden beschriebenen Einstellungsoptionen nicht begegnen! Durch Klick auf eines der grünen Sternchen am linken Bildschirmrand können Sie übrigens (fast) jederzeit zu einer bereits abgeschlossenen Abfragemaske zurückkehren.

Hardware und Sicherheit

Je niedriger die Sicherheitsstufe, desto mehr Dienste werden standardmäßig gestartet
In den meisten Fällen wird Ihre Hardware richtig erkannt. Sollte das nicht geschehen, dann könne Sie – wie hier zu sehen – die Maus von Hand konfigurieren

Zunächst interessiert den Installer, welche Laufwerke und Eingabegeräte auf Ihrem Rechner existieren. Dank sehr guter automatischer Hardware-Erkennung sollte es in den meisten Fällen ausreichen, wenn Sie durch Mausklick auf OK die gefundenen Geräte bestätigen. Exotischere Mäuse können unter Umständen nicht sofort richtig konfiguriert werden.

In einem solchen Fall müssen Sie sich notgedrungen mit der Kombination [Tab]-Pfeiltasten-Leertaste bis zur Mauskonfiguration durchhangeln und dort solange die verschiedenen Einstellungen ausprobieren, bis Sie eine zufriedenstellende Lösung gefunden haben. Bei der Wahl der Sicherheitsebene sollten Sie sich bewusst sein, dass mit steigendem Sicherheitsniveau in Ihrem späteren System viele komfortable Dinge nicht (mehr) möglich sind. Zum Ausprobieren von Linux sollte die "Niedrig"-Voreinstellung vorerst genügen, zumal Sie die Sicherheitseinstellungen auch später noch mittels DrakConf ändern können.

Partitionierung

Mit Hilfe eines grafischen Tools schaffen Sie Platz auf der Festplatte, um Linux Mandrake 8.0 installieren zu können

Hier sollten Sie mit größter Vorsicht vorgehen, da von den folgenden Maßnahmen der künftige Zustand Ihrer Festplatte(n) abhängt! Festplatten teilt man gewöhnlich in sogenannte Partitionen auf. Auf mit Windows vorinstallierten Rechnern existiert standardmäßig oft nur eine einzige große Windows-Partition. Das grafische Partitionierungs-Tool kann zwar im Prinzip ohne Probleme die Größe bereits bestehender Partitionen verändern.

Wenn Ihnen aber an den Daten auf der betroffenen Partition etwas liegt, dann sollten Sie eine Größenveränderung aber sicherheitshalber erst nach einer erfolgreichen Defragmentierung (und dann am besten mittels fips) vornehmen. Erzeugen Sie nun auf dem unpartitionierten Teil der Festplatte (weißer Balken) am besten eine ca. 64-128 MB große Swap-Partition (Dateisystemtyp: Linux swap, Einstellung: Primary) und - mit dem restlichen zur Verfügung stehenden Platz - eine normale Linux-Partition (Dateisystemtyp: Linux native, Einhänge-Punkt: /, Einstellung: Primary).

Eine evtl. bereits bestehende Windows-Partition hat vom Installer wahrscheinlich schon den (späteren) Einhänge-Punkt /mnt/windows erhalten. Durch Klick auf Fertig treten die Partitionsänderungen dann in Kraft und die Installation wird fortgesetzt. (De-)Markieren Sie anschließend ggf. diejenigen Partitionen, die (nicht) formatiert werden sollen.

Das Sternchen vor /mnt/windows sollte also möglichst nicht (!) gelb sein! Im "Empfehlenswert"-Modus untersucht der Installer zunächst Ihre Festplatte und bietet Ihnen je nach vorgefundenem Zustand verschiedene Partitionierungs-Varianten an, über deren konkrete Auswirkungen Sie sich durch Mausklick auf das große Fragezeichensymbol am unteren Bildschirmrand genauer informieren können.

Paketauswahl und Benutzerkonten

Anschließend können Sie vordefinierte Auswahlen zusammenstellen, und diese noch über die "Individuelle Paketauswahl" verfeinern
Legen Sie am besten gleich bei der Installation gleich einen normalen User an, mit dem Sie täglich arbeiten können

Da sich auf der Heft-CD nur eine leicht eingeschränkte Version der ersten Installations-CD von Mandrake 8.0 befindet, sollten Sie ggf. im folgenden die gelbe Markierung von "CD 2" entfernen. Kurz darauf haben Sie die Qual der Paketauswahl. Sinnvollerweise markieren Sie die gesamte linke Hälfte (unterhalb von "Arbeitsplatzrechner") sowie "KDE-Arbeitsplatz" und "Gnome-Arbeitsplatz" mit gelb. Demarkieren Sie "Individuelle Paketauswahl", es sei denn, Sie wollen eine noch feiner granulierte Paketauswahl.

Nachdem der Installer die ausgewählten Pakete auf die Festplatte gespielt hat, werden Sie aufgefordert, ein Passwort für den Superuser "root" zu vergeben. Dieses sollten Sie sich unbedingt merken, da Sie ansonsten später keine Änderungen mehr an Ihrem System vornehmen können. Normalerweise sollten Sie sich aber in Zukunft immer nur als gewöhnlicher Benutzer (den Sie im nachfolgenden Dialog samt Passwort hinzufügen können, z. B. "fritz" oder "elke") einloggen! Anschließend bietet Ihnen der Installer noch an, dass in Zukunft beim Systemstart automatisch ein Nutzer angemeldet wird. Die Bequemlichkeit spricht für ein solches Vorgehen. Die höhere Sicherheit vor unerlaubten Zugriffen spricht aber dafür, dass Sie sich doch besser nach jedem Reboot auf manuellem Wege einloggen.

Netzwerk, Drucker,…

Mit dem Betriebssystemstarter können Sie sowohl Linux als auch ein anderes System auf der Platte booten

Die automatische Hardware-Erkennung findet in der Regel Standard-Peripheriegeräte problemlos und zeigt diese abschließend in einer Zusammenfassung noch einmal an. Die beim Systemstart zu bootenden Systemdienste können Sie normalerweise unverändert übernehmen. Es empfiehlt sich, eine Startdiskette anzulegen, damit Sie später auch dann noch ihr Linux-System booten können, falls der im Anschluss zu installierende "BS-Starter" nicht funktioniert.

Selbst die Konfiguration der grafischen Oberfläche dürfte dank der sehr guten Hardware-Erkennung normalerweise kein Problem darstellen. Wählen Sie den Monitortyp, dessen Spezifikation dem Ihrigen am nächsten kommt (Vorsicht: kHz-Zahl nicht überschreiten!). Nach dem Reboot von Festplatte steht ein (fast) fertig konfiguriertes Linux mit topaktuellen Programmen für Sie bereit!

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