Maskiert

Um nun die Verwirrung komplett zu machen, gibt es neben den im Stichwort Transparenz angesprochenen zwei Möglichkeiten, Transparenz zu definieren, auch noch eine dritte: Das ist die sogenannte Ebenenmaske.

Die Ebenenmaske ist ein separates Graustufenbild, das zusätzlich zum normalen Alphakanal genutzt werden kann, um bestimmte Bereiche der Ebene transparent zu machen. Eine Ebenenmaske erzeugt man mit dem Menüpunkt Ebenenmaske hinzufügen im Kontextmenü im Ebenen-Dialog. Nun sieht man ein zweites Vorschaubild, mit der Maus kann man durch Klicken auf das jeweilige Vorschaubild auswählen, ob man in die Ebene oder die Ebenenmaske malen will.

Auf der Heft-CD finden sie das Bild tiger.jpg. Wir wollen nun den Tiger freistellen, damit man ihn leichter in eine andere Umgebung verpflanzen kann. Laden Sie das Bild in Gimp und geben Sie ihm mittels <Bild>/Ebenen/Alphakanal hinzufügen einen Alphakanal. Nun können Sie dem Bild im Ebenen-Dialog über das Kontextmenü eine Ebenenmaske verpassen. Wählen Sie im erscheinenden Dialog Weiß (volle Deckkraft). Wenn Sie nun mit Schwarz als Vordergrundfarbe und einem beliebigen Malwerkzeug in das Bild malen, wird das Bild an den entsprechenden Stellen transparent.

Das interessante daran ist, dass die originalen Bilddaten hierbei nicht verändert werden. Wenn Sie mit Weiß als Vordergrundfarbe in die Ebenenmaske malen, erscheint wieder das ursprüngliche Bild. Man kann also zerstörungsfrei solange an dem Bild herumschnipseln, bis die gewünschte Kontur zu sehen ist, in Bild 8 sehen Sie die ersten Schritte. Es empfiehlt sich übrigens, die Kontur vor einem schwarzen und einem weißen Hintergrund zu begutachten. Perfektionisten betrachten sie auch noch vor anderen Farben.

Abbildung 8: Mit der Ebenenmaske kann man leicht Bildelemente freistellen

Hat man nun mehrere derart freigestellte Bildelemente, kann man diese nach Belieben kombinieren und auch abstruse Bilder erzeugen. Fliegende Fische mitten im Urwald sind kein Problem mehr. An dieser Stelle ist auch wieder das Drag & Drop innerhalb von Gimp praktisch: Indem man die Ebene aus dem Ebenen-Dialog in andere Bildfenster hineinzieht, kann man Sie einfach in andere Bilder kopieren.

Transparente GIFs

An dieser Stelle muss ich auf eine sehr häufig gestellte Frage eingehen: Wie erzeugt man mit Gimp GIFs, die an bestimmten Stellen transparent sind? Viele Leute scheitern an der Stelle, an der sie die "Transparenzfarbe" festlegen wollen.

Die Antwort ist einfach: Sie brauchen gar keine Transparenzfarbe festzulegen – Gimp erledigt das für Sie. Wenn ein bestimmter Bildbereich transparent sein soll, geben Sie dem Bild einen Alphakanal und radieren (z. B.) Löcher ins Bild. Wenn das Bild dann als GIF abgespeichert wird, sorgt Gimp dafür, dass eine Farbe für die Transparenz reserviert wird.

Beachten Sie, dass bei diesem Prozess Information verlorengeht. Gimp kann im eigenen Format mehrere Stufen von Transparenz speichern, während das GIF-Format nur komplett deckende oder komplett transparente Pixel kennt. Wenn Sie ihr Bild mit schönen weichen Konturen gemalt haben, gehen diese beim Export in das GIF-Format verloren (siehe Bild 9). Hier kann man unter Umständen mit dem Plugin Semi-Flatten (<Bild>/Filter/Farben/Semi-Flatten) etwas nachhelfen: Dieses Plugin sorgt dafür, dass alle halbtransparenten Pixel (also die, die das GIF-Format beschädigen würde) undurchsichtig gemacht werden, indem sie gegen die Hintergrundfarbe gerechnet werden. Hat man hier eine Farbe ausgewählt, die der "durchschnittlichen" Farbe des Web-Seitenhintergrunds entspricht, kann dieser Effekt deutlich abgeschwächt werden.

In Bild 9 sehen Sie die drei verschiedenen Varianten. Links oben ein Pinselstrich mit sauberem Antialiasing. In der Mitte ist dieser Strich einfach nur in das GIF-artige indizierte Format von Gimp (Farbtabelle mit maximal 256 Farben) umgewandelt worden. Die saubere Kante ist Treppenstufen gewichen. Rechts unten ist der Pinselstrich mit dem Semi-Flatten-Plugin für eine Web Site mit knallrotem Hintergrund vorbereitet worden. Natürlich sollte man das Bild nun auch nur vor einem roten Hintergrund darstellen - sonst sieht das sehr hässlich aus. Vor einem roten Hintergrund kann man jedoch ein einwandfreies Antialiasing genießen.

Abbildung 9: Probleme mit dem Alphakanal bei GIFs

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