Volkers alternatives Editorial

Wadde Hadde Linux da?

Viele Hürden waren zu nehmen auf dem Weg nach Kopenhagen, obwohl der ganze Kram besser in Malmö, der wirklichen Hauptstadt von Dänemark, stattfinden sollte; sie ist es – fragt nur mal einen volltrunkenen Touristen-Schweden, hicks.

Und so war Hannover dieses Jahr leidtragender Zeuge einiger Okkupationsversuche schon fast unglaublicher tonaler und atonaler Geschmacksrichtungen, die versucht haben, sich des so fürchterlich wertvollen deutschen Liedguts zu bemächtigen.

Früher hat es solche Publikumszuläufe aus allen Altersklassen – insbesondere bei den Teenagern – nicht gegeben. Ich glaube, der Grund für dieses ehemalige Desinteresse am Grand Prix de la Chanson liegt auf der Hand: Es war die Musik. Wahrscheinlich deshalb haben es nun einige Interpreten einfach mal ohne versucht.

Den ersten Preis für die Darstellung hat nach meinem Daherhalten der Techno-Beitrag verdient: Einfach genial, wie man als Sänger mit Mikrofon durch drehendes Pseudogetanze so einfach das Prinzip von Gravitation und Umlaufbahn erklären kann.

Ich versuche gerade, mir das Knax-Knator-Analogon zu meinem Rechner vorzustellen, wenn einfach alles Wesentliche fehlt, was zu einem Computer gehört, so wie bei den Gitarrenprügelrockern zur Musik. Irgendwie ist das wie ein alter 486er, der schielende Daktari-Löwe Clarence kaut gelangweilt an der Tatstatur herum, der Schimpanse Judy spielt mit Rechnergehäuse und Hammer Trommel, während die Maus am Kabel durch den Orbit fliegt.

Armer Rechner, armes Computer-Gut. Und plötzlich wird mir der ganze Skandal in seinem vollen Ausmaß bewusst: Wie der Grand Prix von jungen Massen angegriffen wird, die mit agitatorischen Mitteln wie z. B. Handy-Parties das deutsche Lied gefährden, hat es schon unlängst einen Angriff auf das gute alte Unix-Gut gegeben. Doch war dieser noch schleichender, noch hinterlistiger, noch gemeiner. Und allen voran war es Windows, welches sich verheerend unter das Unix-Gut geschlichen hat.

Ich muss mich dann immer hüten, nicht in eine Identitätskrise zu gelangen: Schließlich hocken wir alle dann und wann mal vor fremden Betriebssystemen, doch zurück zu Hause wird man dann doch stutzig und fragt sich schon, ob man noch der Gleiche ist wie früher; mein Linux hilft zum Glück dabei. Einmal

whoami

eingetippt, und mein Rechner erinnert mich sanft mit

volker

daran, wer ich eigentlich bin.

Vielleicht sollte ich selbst mal meinen Rechner in den "Grand Prix de la système d'exploitation"-Himmel starten lassen, um meine "douze points" oder "twelve points" abzuholen:

Linux hat Euch lieb, und auch wenn es Windows gibt, kömmt es rüber und gibt Euch "Ein bisschen Frieden"…

whoami (Wer bin ich)

Das whoami-Kommando wird ohne Parameter aufgerufen. Es liefert den Login-Namen.

Achtung:Auf vielen Unixen liefert das Kommando who mit den Parametern am i also who am i nicht den gleichen Benutzer wie whoami, wenn man root-Rechte besitzt. Das liegt daran, dass whoami nicht die Datei /etc/utmp untersucht und sich daher eventuell anders verhält, als das who-Kommando. Also im Zweifelsfall immer whoami statt who am i benutzen.

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