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Linux in allen Ecken

Streifzug über die CeBIT auf der Suche nach einem freien Betriebssystem

01.05.2001

Abbildung 1: In Halle 6 sowie in Halle 3 waren Linux-Unternehmen auf der CeBIT vertreten. Vorne links ist der Stand der Linux New Media AG (Herausgeber des LinuxUser) zu sehen

Lexmark, Produzent von Druckern, bekennt sich zu Linux und stattet alle Drucker für Heimanwender gleich mit dem richtigen Linux-Treiber aus – allerdings liegen die nur auf einem FTP-Server zum herunterladen bereit. Auch AVM, der Hersteller von Modems und ISDN-Hardware stellt Treiber auf seinem FTP-Server zur Verfügung. Aber auch hier dominiert die Unterstützung für das Windows-Betriebssystem.

Entwicklungssystem Linux

Am Stand von Informix führten Techniker die Überwachungs- und Personenerfassungsmethoden der Zukunft vor. Anhand eines schnellen Fingerabdrucks konnte die Identität einer Person bestimmt werden. Gleich daneben erfasst ein modernes Kamerasystem die Bewegungen einzelner Personen am Stand und zeichnet die Bewegungshäufigkeit in Form von Graphen und farblichen Abstufungen auf. Mit diesem System lassen sich in Eingangs- und Durchgangsbereichen die Engpässe ausmachen. Entwickelt wurde es auf einer Linux-Plattform, mittlerweile ist es auf die Windows-Plattform portiert.

Für den Linux-Interessierten galt es lange Wege zu bewältigen. Der Linux-Bereich war in zwei Hallen aufgesplittet worden. Der Weg zwischen der Halle 3, wo sich der Linux-Exchange-Bereich befand und der Halle 6 mit einer Vielzahl von Projekten und Ausstellern im USA-Pavillion lang ein anstrengender Marsch durch die Menschenmassen. Die weltgrößte Computermesse hat in diesem Jahr die Latte wieder ein Stück nach oben verschoben und mit 830000 Besuchern ein Plus von 50000 im Vergleich zum vergangenen Jahr verzeichnet.

Rund 8100 Aussteller zeigten ihre Produkte und die überwiegend guten Erfahrungen, die diese während der sieben Tage gemacht hatten, wertete das Vorstandsmitglied der Deutschen Messe AG, Hubert-Helmut Lange, als "grünes Licht für die Börsenkurse". Ein Optimismus, der nun wiederum nicht von jedem geteilt wurde.

Konkurrenz auf dem deutschen Markt

Da Linux nicht mehr unbedingt den Exoten-Status für sich vereinnahmen kann, ist es nun den ganz normalen Phänomenen der Marktwirtschaft unterworfen. Unternehmenspleiten, wie die von ID Pro, gehören zum Geschäft – egal in welchem Bereich. Zur Marktwirtschaft gehört aber auch die Konkurrenz und die belebt bekanntlich das Geschäft. Der französische Distributor Mandrake arbeitet gerade an einer neuen Version, die als Beta unter dem Namen "Traktopel" bereits verfügbar ist. Sie integriert die Neuerungen der letzten Monate, wie beispielsweise den Kernel 2.4.2 sowie XFree86 4.0.2.

Gleichzeitig wird bei Mandrake daran gearbeitet, ein deutsches Support-Netz aufzubauen. Zwar ist bisher nur ein sehr kleiner Stab an festen Leuten geplant, aber längerfristig soll es einen Standort in Deutschland geben. Nachwievor bleibt das Ziel der Mandrake-Entwickler der Desktop-Anwender und demzufolge habe sie an der Vereinfachung der Konfiguration des Systems gearbeitet. Wie von anderen Distributionen bekannt, wird es künftig bei Mandrake ein zentrales Frontend für administrative Aufgaben geben.

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