Programmverhalten

Abbildung 1: Äußerst lästig: Die unleserliche Darstellung sämtlicher Textausgaben und Fehlermeldungen

t@x2001 läuft unter Linux dank einer von der Firma Codeweavers speziell angepassten Version des Windows-Emulators Wine zumindest auf Rechnern neueren Datums im Großen und Ganzen erstaunlich flüssig. Die sonst üblichen Darstellungsfehler durch Wine halten sich jedenfalls in Grenzen. Äußerst störend ist dagegen der Umstand, dass es beim Aufruf bestimmter Dialogfenster immer wieder zu nervenden Fensterüberlappungen kommen kann, die das Hauptprogramm scheinbar lahmlegen, die man jedoch in der Regel ohne Anwendung des kill-Befehls über kurz oder lang in den Griff bekommt. Der integrierte Texteditor, welcher für die Anzeige der meisten Programmausgaben samt sämtlicher Fehlermeldungen zuständig ist, stellt zumindest bei einer Auflösung von 1024x768 trotz eingebauter Zoom-Funktion die Textausgaben in der Regel nur in einer unleserlichen Hieroglyphenschrift dar.

Will man wissen, was das Programm einem mitzuteilen versucht, bleibt einem daher nichts anderes übrig, als die unleserliche Ausgabe als RTF-Dokument abzuspeichern und z. B. mittels StarOffice auf externem Wege in einer lesbaren Form anzuzeigen. Spätestens nach der fünften Wiederholung dieser Prozedur kann man der Verlockung kaum noch widerstehen, die Steuererklärung auf weniger umständliche Weise mit der als Bonus beiliegenden Windows-Standard-Version zu erledigen, zumal unter Windows auch der Zugriff auf die Info-Datenbank mit offenen Gerichtsverfahren und Urteilen auf direktem Wege möglich ist. Für den Betrag von 50 Mark hätte man sich dann aber auch gleich die Windows-Professional-Variante besorgen können: Mit den darin zusätzlich enthaltenen (Buchhaltungs-) Funktionen bleibt unter Umständen so manchem Selbständigen bzw. Kleingewerbetreibenden der (teure) Gang zum Steuerberater erspart.

Noch verbesserungsfähig

Abbildung 2: Geschafft! Nach einigem Hin und Her steht dem Ausdruck des vom Finanzamt anerkannten Formulardrucks nichts mehr im Wege

Grundsätzlich ist es seit diesem Jahr dank t@x2001 trotz der genannten Schwächen möglich, dass man zumindest als Arbeitnehmer seine Steuererklärung auch unter Linux hinter sich bringen kann. Im Gegensatz zu anderen deutschen Software-Herstellern hat sich Buhl auf die Fahnen geschrieben, ihre recht hochwertigen Finanz- und Steuerprogramme nicht nur für den Windows-Mainstream, sondern auch für wachsende Minderheiten anzubieten (so gibt es auch eine Windows-Version mit türkischer Benutzerführung). Angesichts der eingeschränkten Funktionalität und der zum Teil recht umständlichen Bedienbarkeit wünscht man sich jedoch als Linux-Anwender, dass Buhl seine vorsichtigen Andeutungen im kommenden (Steuer-) Jahr in die Tat umsetzt und t@x2002 – am besten gleich in der Professional-Variante – als natives Linux-Programm möglichst zeitgleich mit den Windows-Versionen auf den Markt bringt. Buhl würde übrigens der Linux-Anwendergemeinde einen mindestens ebenso großen Gefallen tun, wenn man eine gute Homebanking-Software mit HBCI-Fähigkeit für Linux anbieten würde.

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