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Steuererklärung unter Linux

01.05.2001

Mit t@x2001 für Linux wagt sich erstmals eine bekannte deutsche Finanz-Software-Schmiede auf das Terrain der Pinguine. LinuxUser hat sich das Steuererklärungsprogramm für Sie mal etwas näher angeschaut.

Die Überraschung war perfekt, als die deutsche Firma Buhl Data Service GmbH, in der Windows-Welt schon seit längerem bekannt durch den Vertrieb zahlreicher Finanz- und Steuerprogramme für die ZDF-Ratgebersendung WISO, Ende letzten Jahres bekanntgab, dass ihr Steuererklärungsprogramm t@x2001 für das Steuerjahr 2000 auch in einer Linux-Version erhältlich sein würde. Die anfängliche Aufbruchseuphorie bei interessierten Linux-Anwendern wich aber schon bald einem gewissen Unmut, denn die Auslieferung der Linux-Version verzögerte sich sehr. Mitte März hat es endlich geklappt – für viele Kaufinteressierte deutlich zu spät. Wer möglichst rasch sein zuviel bezahltes Geld vom Fiskus zurückerstattet bekommen möchte, der schiebt seine Einkommensteuererklärung schließlich nur ungern mehrere Monate vor sich her. Da Steuererklärungen für das Steuerjahr 2000 immerhin noch (mindestens) bis 31.5.2001 eingereicht werden können, könnte sich aber doch noch der eine oder andere Linux-Anwender für dieses Programm interessieren.

Lieferumfang

Die Linux-Version von t@x2001 ist für 49,90 DM direkt bei Buhl oder alternativ bei einigen Resellern erhältlich. Entgegen den im Vorfeld geäußerten Erwartungen mancher Anwender entspricht die Linux-Version trotz des gleich hohen Preises nicht der Professional-Variante (Testsieger PC-Professionell 2/2001), sondern der funktionsschwächeren Standard-Variante der Windows-Version (29,90 DM). Neben der CD, die sowohl die voll funktionsfähige Windows-Standard-Version 2.02 von t@x2001, als auch die für den Betrieb unter Linux erforderlichen Programmpakete (Version 2.03) enthält, findet man in der Box zwei Handbücher (Windows-Bedienanleitung: 120 Seiten, Steuerratgeber: 309 Seiten) sowie ein DIN-A4-Faltblatt mit Hinweisen zu den Besonderheiten der Linux-Version.

Installation

Die Grundinstallation von t@x2001 erfolgt konsolenbasiert und sollte dank der Anweisungen auf dem Linux-Faltblatt normalerweise auf jedem aktuellen, RPM-basierten Linux-System problemlos zu bewältigen sein. Allerdings ist es damit allein noch nicht getan. Wer später seine fertige Steuererklärung in Form eines vom Finanzamt anerkannten Formulars ausdrucken möchte und nicht im Besitz eines echten Postscript-Druckers ist, muss sich nämlich z. B. von der Adobe-Homepage noch die druckerspezifischen Windows-PPDs (Postscript Printer Descriptions) besorgen, ggf. mittels Wine oder aber unter Windows entpacken, ins Verzeichnis /opt/tax2001/ppd kopieren und schließlich mit Hilfe des Drucker-Setup-Tools setprinter.x einrichten. Alternativ kann man seit letztem Jahr seine Steuererklärung auch direkt auf elektronischem Wege ans zuständige Finanzamt überweisen. In der ausgelieferten Linux-Version von t@x2001 funktioniert die "Elektronische Steuererklärung" (ELSTER) allerdings erst, nachdem man sich das auf der Buhl-Support-Homepage bereitgestellte TaxElster-RPM-Paket (knapp 4 MB) samt dem jeweils aktuellsten TaxElsterUpd-Telemodul der Finanzverwaltung heruntergeladen und nachinstalliert hat. Dieser Online-Service von Buhl ist zwar im Prinzip eine löbliche Geste. Angesichts zahlreicher Meldungen über die Möglichkeit von sogenannten Man-in-the-Middle-Attacken im Zusammenhang mit den ELSTER-Telemodulen (siehe Zeitschrift Finanztest 4/2001, ab S. 70) trägt die Tatsache, dass es auf der Buhl-Homepage für die RPM-Pakete keine Signierschlüssel zur Echtheitsüberprüfung gibt, bei sicherheitsbewussten Anwendern nicht gerade zur Stärkung des Vertrauens in die Übertragungssicherheit des ELSTER-Mechanismus bei.

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LinuxUser 06/2012

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