Gnomogram
News und Programme rund um GNOME
Gstreamer
Gstreamer [4] ist ein sehr interessantes Projekt, das die Verarbeitung von Video bzw. Audio unter Linux wesentlich vereinfachen könnte. Mit Hilfe von Gstreamer kann man sogenannte Pipelines aufbauen, mit denen die Multimediadaten über Plugins verarbeitet werden. Innerhalb der Pipeline lassen sich über die Plugins nicht nur eine Vielzahl von Multimedia-Dateitypen dekodieren, es ist auch möglich, komplexere Pipelines aufzubauen und die Daten mit Effekten zu versehen, wobei in Zukunft auf LADSPA [5] für Audioeffekte zurückgegriffen werden soll.
Auch was die Quelle der Daten angeht, ist Gstreamer flexibel. Am Anfang der Pipeline kann neben einer gewöhnlichen Datei eine TV-Karte oder DVD stehen. Dasselbe gilt für die Ausgabe der Daten: Hier ist neben Audio-Servern wie esound eine Ausgabe via Icecast möglich. Da Encoder für etliche Dateitypen existieren, kann der Dateityp vor der Ausgabe gewechselt werden – die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Um Pipelines zu bauen, bringt Gstreamer einen an Glade angelehnten Editor mit, der es erlaubt, einzelne Plugins ähnlich wie bei einem Synthesizer zu verkabeln und die Pipelines in XML abzuspeichern.
Gstreamer ist momentan noch von GTK+-Objekten und damit von X Window abhängig. In Zukunft sollen aber X-unabhängige Glib- (2.0) "Gobjects" verwendet werden, da Gstreamer auch für den Einsatz im Embeddeded-Bereich gedacht ist. In diesem Zusammenhang ist geplant, einzelne Teile der Pipeline via DSP (Digital Sound Processor), also in Hardware, zu realisieren, was dank des modularen Aufbaus transparent möglich ist.
Ob Gstreamer zur besseren Integration in GNOME Bonobo unterstützen wird, ist noch nicht ganz klar, aber es gibt zumindest Bestrebungen in diese Richtung. Wie so oft gilt, dass Gstreamer mit Vorsicht genossen werden muss, da es noch nicht besonders stabil ist. Außerdem greift neben dem mitgelieferten Multimediaplayer Gstmediaplay noch praktisch kein Programm auf die Gstreamer-Architektur zurück.



