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OpenLinux 3 kommt

Kurztest der Caldera-Beta

01.05.2001

Nachdem es lange Zeit um Caldera eher ruhig gewesen ist, zwingt die neue Kernel-Release nun auch dieses Software-Haus zu einer neuen Version des Distributions-Paketes.

Wie die meisten anderen Distributionen setzt Caldera auf eine grafische Benutzeroberfläche während der Installation. Dabei ist der Bildschirm eingeteilt in einen mittleren Bereich (für die Anzeigen der Auswahlmöglichkeiten, Drop-Down-Menüs oder Textfelder) und ein schmales Feld auf der rechten Seite, das zu den jeweiligen Installationsschritten eine Hilfe anbietet. Am unteren Bildrand befinden sich die Navigationsflächen, mit denen Sie in der Installationsroutine vor und zurück springen können.

Paketinstallation

Ist allerdings die Paketauswahl einmal getroffen und die Installation angestoßen, dann lässt das Setup-Programm keine Schritte davor zurück mehr zu. Während die Pakete auf die Platte kopiert werden, kann der Benutzer noch das Netzwerk konfigurieren, den Rechnernamen setzen und ein Modem einrichten. Eine ISDN- oder DSL-Verbindung sucht man hier allerdings vergebens.

Installation und der Rest der Konfiguration laufen zwar parallel ab, aber wenn der Kopiervorgang doch noch länger dauern sollte, dann hat Caldera die Karten gemischt und lädt den Benutzer zu einer Runde Patience ein. Beim Abschluss der Installation besteht die Möglichkeit, eine Startdiskette anzulegen. Eine Replizier-Diskette, mit der sich die Installation in der gleichen Konfiguration immer wieder neu aufspielen lässt, ist nicht vorgesehen.

Klartext reden

Die Paketinstallation selbst ist einfach gehalten. Mehrere Kategorien sind für eine grobe Einteilung vorgegeben. In einem Kästchen zeigt ein Haken an, ob Pakete aus der jeweiligen Gruppe ausgewählt sind. Jede Gruppe kann mehrere Untergruppen haben, die wiederum die einzelnen Pakete enthalten. Dabei hat sich Caldera für eine Darstellung entschieden, die dem Benutzer von vorneherein eine umgangssprachliche Beschreibung des jeweiligen Paketes präsentiert. Die genaue Versionsnummer erfährt man erst durch einen Klick auf das Paket in einem weiteren Fenster, in dem dann (falls vorhanden) eine zusätzliche Beschreibung angezeigt wird.

Wer sich nicht die Mühe der detaillierten Installation machen möchte, der kann einfach den Rechner die Vorauswahl treffen lassen. Ein kleiner Balken zeigt den verfügbaren Plattenplatz und darin den nach der Installation belegten Teil farbig an.

Partitionierung

Die Partitionierung im Expertenmodus bietet dem Anwender von vornherein vier Partitionen an; das entspricht der maximalen Anzahl an primären Partitionen, die man einrichten kann. Als Dateisysteme steht dem Benutzer neben ext2 auch ReiserFS zur Verfügung. Außerdem kann er über das Menü eine Swap-Partition definieren oder eine erweiterte Partition anlegen. Hier lässt sich auch ein Soft RAID einrichten.

Ein wenig nervig ist die Tatsache, dass sich nur die Partitions-Grenzen angeben lassen, also keine Werte in Kilo- oder Megabyte. Das macht für den Laien die Suche nach der richtigen Größe zu einem Ratespiel.

Unter der Haube

Caldera setzt mit dieser neuen Version wieder ausschließlich auf KDE, das in der Version 2.1 vorliegt. Beim X-Server kann der Benutzer zwischen dem fast aktuellen XFree86 4.0.2 und der älteren Version 3.3.16 wählen. Als Kernel war auf der "Technology Preview", die uns vorlag, Kernel 2.4.2 vorhanden.

Standardmäßig wird XFree 4 eingerichtet. Der Server hatte aber auf unserem Testgerät (einem Notebook) arge Probleme, die Savage-MX-Grafikkarte zu erkennen.

Schön für KDE-Anhänger: COAS, das Administrations-Tool von Caldera wurde voll in KDEs Kontrollzentrum integriert. So zieht Caldera nun mit einigen anderen Distributionen gleich.

Fazit

Die Technology Preview der nächsten Caldera-OpenLinux-Version ist einfach zu installieren. Der Benutzer wird durch die grafische Oberfläche und zahlreiche Vorauswahlen relativ sicher zu einem benutzbarem System geführt. Neben kleineren Schnitzern, wie den Partitions-Grenzen bei der Neugestaltung der Festplatte, fällt vor allem spontan die fehlende Option für eine Tastatur ohne Deadkeys bei der Auswahl des Tastatur-Layouts ins Auge.

Die gesamte Installation geht aber sehr schnell über die Bühne und überfordert den Laien nicht mit allzu vielen technischen Fragen. Schade ist, dass das selbst im Experten-Modus der Fall ist und die Installationsroutine noch nicht einmal die Möglichkeit anbietet, das grafische Login abzuschalten. Das hätte bei dem vorhandenen Grafikkarten-Problem zunächst einmal geholfen.

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