K-tools

Trari Trara, die Post ist da

Je stärker Sie auf Ihre E-Mails angewiesen sind, desto nützlicher ist das K-Tool dieses Monats – trotz seines etwas seltsamen Namens: Kbiff. Denn dieses Progrämmchen hält Sie über Ihre elektronische Korrespondenz auf dem Laufenden. Sagen Sie ihm nur, welche Mailboxen überwacht werden sollen, und KBiff wird es tun.

K-tools

K-tools stellt Monat für Monat Tools vor, die sich bei der Arbeit unter KDE als besonders nützlich erweisen, eine Aufgabe erfüllen, die sonst geflissentlich unbeachtet bleibt, oder einfach nur zu den netten Dingen im Leben gehören, die man – einmal entdeckt – nicht mehr missen möchte. In dieser Ausgabe steht Kbiff im Mittelpunkt.

 

Kbiff unterstützt mit POP3, IMAP4, Maildir oder Mbox jedes wichtige Mailbox-Format und lässt sich charmanterweise vollständig grafisch via Mausklick konfigurieren. Kbiff ist Bestandteil des kdenetwork-Pakets oder kann als Einzelschicksal jederzeit auf der Homepage des Autors Kurt Granroth unter http://www.granroth.org/kbiff/ heruntergeladen werden.

Kbiff zeigt Profil

Dreh- und Angelpunkt des elektronischen Wachhunds sind sogenannte Profile. So beeindruckend dieser Ausdruck klingt, meint er letztlich nichts anderes als die gesammelten Einstellungen für eine oder auch mehrere Mailbox(en), die Sie künftig von Kbiff beobachten lassen wollen.

"Ab Werk" kommt das Programm erst einmal mit der Voreinstellung Inbox, die Sie ganz zuoberst in der Dialog-Box Profile finden, wenn Sie Kbiff entweder über den K-Button/Internet/Kbiff oder durch ein kbiff & in einer Terminalemulation das erste Mal starten. Ändern Sie nichts, beobachten Sie so die System-Mailbox /var/spool/mail/login-name.

Abbildung 1: Zeigen Sie Profil!

Sind Sie mit dieser Voreinstellung nicht völlig glücklich, können Sie dem Pulldown-Menü jederzeit eigene Profile hinzufügen, vorhandene umbenennen oder überflüssig gewordene löschen. Nutzen Sie dazu die direkt darunter liegenden Buttons Neu..., Umbenennen... und Löschen. Sie brauchen sich dabei keinerlei Sorgen um Ihre Post zu machen, denn Änderungen betreffen immer nur die erstellten Profile, nicht die tatsächlichen Mailbox-Dateien.

Auch die weitere Konfiguration von Kbiff erfolgt via Mausklick: Arbeiten Sie sich einfach von links nach rechts durch. Los geht es mit dem Tab Allgemein (Abbildung 1), der automatisch beim ersten Aufruf geöffnet wird.

Mit Hilfe des Felds Prüfintervall (sek): legen Sie fest, in welchen Abständen Kbiff in Ihren bevorzugten Mailboxen nach etwaiger neuer Post suchen soll. Voreingestellt ist ein Wert von einer Minute, also 60 Sekunden. Möchten Sie schneller über eintrudelnde Mails informiert werden, setzen Sie den Wert herab. Sie können die Zeitspanne selbstverständlich auch jederzeit heraufsetzen.

Entscheidend für den richtigen Wert dürfte sein, mit welcher Methode Sie an Ihre Post gelangen: Wenn Sie beispielsweise mit einem Programm wie fetchmail Ihre Mails nur alle vier Stunden von Ihrem Provider abholen, ist der voreingestellte Wert von 60 Sekunden gelinde gesagt ein wenig übertrieben. Bei einer Standleitung oder für Nutzer einer Flatrate hingegen kann ein so niedriger Wert durchaus sinnvoll sein.

Des Weiteren ist auf diesem Tab standardmäßig In Kontroll-Leiste einbinden aktiviert. Das bewirkt, dass sich Kbiff im Panel einnistet. Sobald Sie künftig mit der linken Maustaste auf das kleine Icon klicken, startet Kbiff das Mailprogramm, das Sie im Feld E-Mail-Programm ganz nach Ihrem Geschmack eintragen können, und lässt Sie die neuen Mails lesen.

Voreingestellt ist – wie könnte es bei einem Tool aus der KDE-Familie auch anders sein – der KDE-Mailer Kmail. Arbeiten Sie lieber mit einem Konsolen-Programm wie mutt, schließt das ein freundliches Miteinander zwischen den beiden Applikationen keinesfalls aus. Ein konsole -e mutttut z. B. ganz wunderbar seinen Zweck.

Lassen Sie darüber hinaus ruhig den Punkt Sitzungsmanagment benutzen aktiviert. Kbiff wird so beim nächsten Start einer KDE-Session schön brav mitgestartet.

Auskunft über neueingetrudelte oder ausgebliebene Post erteilt Kbiff Ihnen über die Icons, die Sie im unteren Teil des Tabs Allgemein sehen. Sollten Ihnen diese nicht gefallen, so können Sie sie durch einen Klick auf das voreingestellte Bildchen ändern. Es ploppt eine Box auf, in der Sie das neue Icon wählen. Kbiff kommt dabei sogar mit animierten Gifs klar. Wer's mag…

Die Post war da

Wie sich Kbiff bei neuer Post verhalten soll, bestimmen Sie mit Hilfe des Tabs Neue E-Mail (Abbildung 2).

Abbildung 2: Kbiff kann sogar singen

Mit Kommando ausführen legen Sie fest, welches Shell-Kommando Kbiff verwenden soll, sobald neue Post in Ihrer Mailbox gelandet ist. Standardmäßig ist dieses Feld auskommentiert; tragen Sie ein, was Ihnen nützlich erscheint, oder lassen Sie alles so, wie es ist.

Auch das Feld Klang abspielen, mit dem Sie eine wav-Datei Ihrer Wahl bei Posteingang abspielen können, ist in der Ausgangskonfiguration abgeschaltet. Wer musikalisch über neue Mails informiert werden will, aktiviert diesen Punkt und gibt im Feld daneben den Pfad zur betreffenden Sound-Datei an. Leider darf dies wirklich nur eine wav-, keine mp3-Datei sein.

In der Voreinstellung ist übrigens Systemton aktiviert, was zu einem Piep führt, wenn Sie neue Mails erhalten. Benachrichtigung lässt ein zusätzliches Popup-Fenster aufspringen, das die betreffende Mailbox und die Anzahl der eingegangenen Mails ausweist.

Werfen wir noch einen gemeinsamen Blick auf den letzten Tab Postfach (Abbildung 3). Hier können Sie alle Mailboxen konfigurieren, die im aktuellen Profil abgefragt werden sollen. Vorgegeben ist das überaus einfallsreiche Default ("Standard").

So platt es auch klingen mag, dürfte diese Voreinstellung in den meisten Fällen durchaus richtig sein, da sie auf /var/spool/mail/login-name verweist. Sollte sich in dieser Datei wider Erwarten auf Ihrem System keine Post finden lassen, so haben Sie mit dem Tab Postfach die Chance, Kbiff diesen Umstand mitzuteilen.

Abbildung 3: Welche Mailbox soll es sein?

Über das kleine Briefkasten-Icon unten links können Sie eine neue Mailbox erstellen. Geben Sie einen Namen Ihrer Wahl dafür ein, und teilen Sie Kbiff die benötigten Informationen mit. Mit dem Pulldown-Menü Protokoll legen Sie den Typ der Mailbox fest, die beobachtet werden soll.

Sie haben unter anderem die Wahl zwischen mbox (einer Mail-Datei irgendwo im Dschungel Ihres Dateisystems), maildir (wenn Sie als Mailserver Qmail verwenden) oder auch den bekannten Protokollen pop3 und imap4, mit denen Sie E-Mails von entfernten Servern ziehen oder auf einem IMAP-Server lesen können.

Bei letzteren beiden müssen Sie die Felder Server, Benutzer und Passwort mit den Daten Ihres Accounts bestücken und unter Umständen den Punkt Passwort speichern aktivieren, wenn Sie das Passwort nicht stets aufs Neue eingeben möchten.

Mit einem Klick auf OK speichern Sie die vorgenommenen Änderungen. Wollen Sie eine Mailbox löschen, markieren Sie diese und klicken dann auf das X-Symbol links unten.

Sobald Sie die Konfiguration abgeschlossen haben, erscheint in Ihrer Startleiste ein Kbiff-Icon, das den aktuellen Zustand der konfigurierten Mailboxen anzeigt. Ist Post eingetroffen, dürfen Sie nun mit der linken Maustaste auf das Icon klicken: Es öffnet sich das voreingestellte Mail-Programm, und Sie können Ihre neuen Mails direkt studieren.

Noch ein kleiner Hinweis für Konsolen-Liebhaber: Trotz aller grafischen Kniffe kennt Kbiff auch die eine oder andere Kommandozeilen-Option. Wenn Sie Kbiff auf der Kommandozeile mit dem Parameter -profile profilname (beispielsweise -profile Inbox, um bei der nun schon des Öfteren erwähnten Standardeinstellung zu bleiben) aufrufen, bleibt Ihnen beim Start das Konfigurationsfenster erspart, in dem Sie erst das gewünschte Profil anwählen müssten. Stattdessen wird automatisch das angebene Profil geladen.

-secure hingegen deaktiviert das Einstellungsmenü. Das kann nützlich sein, wenn Sie Kbiff zwar anzeigen wollen, den lieben Kollegen aber nicht die Möglichkeit zu bösartigen Streichen im Vorbeigehen lassen wollen.

Glossar

Flatrate

Ein Internet-Tarif, bei dem ein monatlicher Grundbetrag gezahlt wird, mit dem die Zugangskosten zum Internet sowie die anfallenden Telefongebühren meist ohne zeitliches Surf-Limit abgegolten sind.

konsole -e mutt

X-Terminalprogrammen wie konsole oder xterm kann man mit der Option -e ("execute") ein Kommandozeilenprogramm mit auf den Weg geben, das beim Start des Terminals aufgerufen wird.

Shell

Kommandozeileninterpreter. Hier werden die Befehle, die Sie eintippen, Ihrem Betriebssystem verständlich gemacht. Wie auf Unix-Systemen üblich, hat man als Nutzer die Qual der Wahl zwischen den gängigen Shell-Modellen wie tcsh, csh oder ksh. Als Standard-Shell hat sich unter Linux die bash durchgesetzt.

Accounts

Zugangsberechtigung zu einem Online-Dienst, einer Mailbox oder einem Netzwerkrechner. Umfasst mindestens einen Benutzernamen und ggf. ein Passwort.

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