Aufbau

Am besten lässt sich der Aufbau der ~/.Xresources über ein einfaches Beispiel verdeutlichen:

xterm*background: black

Zunächst wird der Programname genannt, danach ein Resourcenname – getrennt entweder durch einen Asterisk ("*") oder Punkt. Ein Asterisk ist ein sogenannter Wildcard bzw. Joker: Somit wären in diesem Beispiel alle Hintergrund-Resourcen des XTerms auf black gesetzt (oft stehen mehrere Hintergrundfelder zur Wahl). Will man eine spezielle Hintergrundfarbe abändern, so empfiehlt sich eine konkretere Benennung, getrennt durch einen Punkt:

xterm*scrollbar.background: grey65

Schlaue Leute kommen nun sicher auf die Idee, alle Hinter- und Vordergrundfarben auf einmal per Wildcard zu setzen:

*background: #102050
 *foreground: lightyellow

Doch damit sollte man vorsichtig sein – zu leicht kann es passieren, dass eine Programmausgabe nicht mehr lesbar ist: Denn wer weiß schon, was sich der Programmautor selbst für Vorgaben in seinem Programmcode ausgedacht hat? Greift dann *foreground an irgendeiner Stelle nicht, so wäre eine schwarze Schrift auf dunkelblauem Hintergrund nur schwer zu entziffern.

xrdb

Damit Änderungen an den Xresources auch während einer laufenden X-Session Wirkung zeigen (also ohne Neustart des X-Servers), muss die Ressourcen-Datei über das Tool xrdb eingelesen werden. Die Syntax lautet xrdb -option Datei. Als Optionen sind vorrangig -merge und -load interessant: Während -merge bisherige Settings bestehen lässt und jene der einzulesenden Datei lediglich hinzufügt, löscht ein -load alle zuvor eingegebenen Werte und setzt die aufgerufene Datei als alleiniges Ressourcen-File.

Zeigt ein xrdb -load .Xresources keine Wirkung, so hilft in diesem Fall sicher ein symbolischer Link namens ~/.Xdefaults auf ~/.Xresources:

ln -s .Xresources .Xdefaults

Eigentlich sollte die datei ~/.Xresources immer ausgewertet werden – eigene Experimente jedoch zeigten, dass manche Konfiguration nur das etwas ältere Modell der Xdefaults unterstützt. Da die Syntax jedoch identisch ist, stehen mit diesem Symlink fortan beide Versionen zur Verfügung.

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