deskTOPia
Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window-Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor.
Wegen der unbefriedigenden Optik fristet manch richtig gutes Programm ein Schattendasein zugunsten eines – oftmals unausgereifteren - Ersatzes. Doch diese vergessenen Programme bieten ebenfalls eine Möglichkeit, um bis ins kleinste Detail mit einer individuellen Farbgebung gestaltet zu werden. Hier ist bei der Farbgebung alleine in den meisten Fällen noch nicht einmal das Ende der Fahnenstange erreicht: Rahmen, Scroll-Balken und Default-Optionen können an gleicher Stelle vorkonfiguriert werden: in den Xresources.
Es gibt viel zu tun …
Doch warum sollte man diese Konfigurationsarbeit auf sich nehmen, wo doch zu fast jedem Programm ein entsprechendes KDE- oder GNOME-Äquivalent existiert? Vielleicht mag sich der Eine oder Andere in diesem Szenario wiederfinden: Da hat man endlich das Theme für seinen Desktop gefunden, und schon taucht ein Programm auf, bei dem die gesetzte Farbkombination schlicht die Funktion beeinträchtigt. Was nützt einem ein gmessage+, das wie in Abbildung 1 aussieht? Und daran kann man bei den "modernen" Toolkits leider nichts mehr ändern – die Anwendung kann in dieser Hinsicht nicht mehr individuell konfiguriert werden. Viel flexibler zeigen sich hier jene Programme, die ohne die Grafikbibliotheken Qt (KDE) oder GTK+ (GNOME) auskommen – meist werten diese die in X (der grafischen Oberfläche selbst) implementierten Resourcen aus. Und auf diese hat man leicht Einfluss, so z. B. über die User-eigene Datei ~/.Xresources. Existiert diese Datei auf dem eigenen System nicht, so kann jeder User sich selbst eine solche anlegen.
Funktionsweise
Das Prinzip ist eigentlich sehr simpel: Optionen, die sonst beim Programmstart mitgegeben werden können, kann der User in einer Datei voreinstellen. Manche Programme schauen in dieser Datei selbst nach, und manche befragen hierzu einfach den X-Server (der über das Tool xrdb die Datei ~/.Xresources beim Start komplett einliest). Letzteres ist der üblichere Weg. Und über diese Xresources kann auch bei einigen Programmen allerhand konfiguriert werden, was sonst über Kommandozeilenparameter gar nicht zur Verfügung steht – so z. B. Rahmendicken und Farben, Schriftarten und Größen, Texte, Scroll-Balken usw.
Prinzipiell lassen sich mindestens jene Programme anpassen, die auf das X-Toolkit zurückgreifen – doch zweifelsfrei eine Unterstützung feststellen kann man praktisch nicht. Auch kann man weder GNOME- noch KDE-Programme hierüber beeinflussen (diese verwenden eigene Toolkits, die die Xresources umgehen). Bei allen anderen Anwendungen stehen die Chancen jedoch gut – selbst das Tk- und das Motif-Toolkit verwerten die Vorgaben der Xresources.
Womit auch schon gesagt ist, dass das Basteln einer ~/.Xresources mit allerhand Tüfteln verbunden ist – hat man nicht passende Settings als Anhaltspunkt parat, erwartet einen oftmals eine zeitaufwendige Suche.



