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SmoothWall

Internet-Router mit Firewall einrichten

01.05.2001 Auf der Heft-CD dieser Ausgabe finden Sie SmoothWall, eine auf einem minimalen Linux-System basierende Firewall. Wenn Sie noch einen alten und ungenutzten Rechner sowie je eine ISDN- und Netzwerkkarte übrig haben, können Sie aus diesen Komponenten mit SmoothWall einen ISDN-Internet-Router mit Firewall-Funktion machen.

Zunächst ein warnender Hinweis: SmoothWall ist nicht dafür gedacht, mit anderen Betriebssystemen im Wechsel zu laufen, da ein Internet-Router in der Regel ohne Monitor in einer Raumecke oder im Keller steht und seinen Dienst rund um die Uhr bereitstellt. Achtung: SmoothWall löscht bei der Installation alle vorhandenen Daten auf der Festplatte und legt neue Partitionen an!

Das SmoothWall-CD-Image, das sich auf dem Server des Projektes befindet (http://www.smoothwall.org), ist bootfähig: Nach dem Start des Systems und einigen [Return]-Eingaben erfolgt die Repartitionierung automatisch ohne weitere Sicherheitsabfragen. Aus diesem Grund haben wir bewusst darauf verzichtet, die Heft-CD bootfähig zu machen, um Schaden durch versehentliches Booten dieser CD zu verhindern.

Boot-Diskette

Für die Installation von SmoothWall muss also zunächst eine Boot-Diskette angelegt werden. Diese findet sich auf der Heft-CD unter images/; der notwendige Befehl ist

dd if=/mnt/cdrom/images/boot-0.9.8.img of=/dev/fd0

Um SmoothWall zu installieren, brauchen Sie wie beschrieben einen ansonsten ungenutzten Rechner; eine große Festplatte ist hier nicht erforderlich, ein paar 100 MB reichen völlig aus, denn SmoothWall belegt nach der Installation gerade mal 57 MB auf Ihrer Platte. Legen Sie die Boot-Diskette und die Heft-CD ein (SmoothWall unterstützt übrigens keine SCSI-CD-Laufwerke) und starten Sie den Rechner. Nach dem Booten können Sie die Sprache auswählen – hier wird auch Deutsch angeboten. Als Speicherort der Installationsdateien wählen Sie CD-ROM, da sich alle notwendigen Dateien auf der CD befinden. (Im Falle eines nicht unterstützten CD-ROM-Laufwerks, z. B. SCSI, können Sie die Daten auf einen Web-Server im lokalen Netz kopieren, für diesen Fall ist die Option HTTP gedacht.)

Danach wird die Netzwerkkarte erkannt, falls dies eine PCI-Karte ist. Bei älteren (ISA-) Karten müssen Sie den Typ von Hand auswählen und auch die notwendigen Treiber-Optionen eingeben. PCI-Karten werden vollständig automatisch eingerichtet. Zur Unterscheidung verschiedener Netzwerke verwendet SmoothWall die Farben grün, orange und rot. In der einfachsten Konfiguration, die wir hier beschreiben, gibt es ein "grünes Netzwerk", das sind alle lokalen Rechner, die die Firewall als Internet-Router verwenden wollen, sowie das "rote Netzwerk", nämlich das über Modem/ISDN zu erreichende Internet.

Nun ist noch die Netzwerkkonfiguration für den Firewall-Rechner festzulegen (IP-Adresse eingeben), und danach bootet SmoothWall (die CD wird vorher ausgeworfen, und auch die Diskette müssen Sie entfernen).

Setup

Nach dem Booten startet automatisch das Setup-Programm. Hier ist zunächst ein Rechnername einzugeben, dann folgt die ISDN-Konfiguration. Als Protokoll ist das europäische, nicht das deutsche auszuwählen, Modulparameter sind bei PCI-Karten nicht notwendig, diese werden auch automatisch erkannt. Als lokale Telefonnummer geben Sie die Nummer ein, die SmoothWall bei der Internet-Einwahl verwenden soll. Die Eingabe der Provider-Daten erfolgt später. Wählen Sie schließlich den Punkt ISDN aktivieren.

Nun gelangen Sie ins Netzwerk-Konfigurations-Menü, hier brauchen Sie nichts ändern, wenn Sie die oben beschriebene Standard-Variante (eine Netzwerkkarte für das lokale Netzwerk, eine ISDN-Karte für die Internet-Anbindung) verwenden. Verlassen Sie dieses Menü einfach mit OK.

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


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LinuxUser 06/2012

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