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Bitte ein Pit

Grundlagen CD-Recording

Gold und Silber lieb ich sehr…

In der organischen Schicht wirft der Laser beim Brennen nun kleine Blasen auf, die genau wie Pits den Abtast-Laser entsprechend reflektieren. Leider kommen nicht alle Laufwerke mit allen CD-Rohlingen klar. Bedingt durch die organische Schicht ist der Anteil des reflektierten Laser-Lichts deutlich geringer als in gepressten CDs. Deshalb kommen auch hochwertige Reflektionsmaterialien – meist Gold oder Silber – zum Einsatz, um die Lichtausbeute beim Lesen so hoch wie möglich zu halten. Kann ein altes CD-ROM oder ein alter CD-Player eine CD-R nicht lesen, hilft es oft, einfach eine andere Rohling-Sorte auszuprobieren. Heute haben sich die CD-Rs mit blauer organischer Schicht und Silber als Reflektionsschicht durchgesetzt, bei ihnen ist die Lichtausbeute vergleichsweise hoch.

Eine oft unterschätzte Eigenschaft ist die vom Hersteller angegebene minimale und maximale Brenngeschwindigkeit einer CD. So sind moderne 12x-Rohlinge nicht von 2x-Brennern zu beschreiben, umgekehrt kann man 2x-Rohlinge nicht zuverlässig mit 12-facher oder gar 16-facher Beschleunigung brennen. Der Grund liegt im Aufbau der organischen Schicht. Die Stärke der Laser ist auf wenige Milliwatt begrenzt, und je höher die Brenngeschwindigkeit ist, desto geringer wird die Einwirkung des Lasers auf das jeweilige Pit. Deshalb verbrennt ein 2x-Brenner das 12x-Medium förmlich, während der 16x-Brenner beim 2x-Medium fast keine Wirkung erzielt.

Noch problematischer hinsichtlich der optischen Eigenschaften sind die wiederbeschreibbaren CD-RW. Hier ist die organische Schicht deutlich dicker als bei den CD-R, im Gegensatz zur CD-R lassen sich die Pits aber wieder "ausbügeln". Ältere CD-Player kommen mit CD-RW meist nicht zurecht.

Und BURN-Proof?

Die Daten einer CD-R müssen laut Spezifikation am Stück geschrieben werden. Ein Grund dafür ist, dass sich beim Ausbilden der Blasen im Rohling die optischen Eigenschaften leicht verändern. Wird nun der Datenstrom unterbrochen, kann nicht unmittelbar hinter dem letzten Pit weiter gemacht werden. Zudem fehlen die Informationen, wo genau der Brennvorgang beendet wurde, auch ist eine Positionierung des Lasers nicht vorgesehen.

Bei Burn-Proof-Brennern wurde dafür ein zusätzlicher Controller eingebaut, der den Schreibpuffer stets überwacht. Unterschreitet der Puffer eine Mindestgrenze, schreibt der Brenner noch das letzte Datenpaket auf den Rohling und schaltet den Laser ab, ohne ihn weiter zu bewegen. Die Position auf der CD wird zudem gespeichert. Sind wieder genügend Daten vorhanden, wird mit einem Abstand von etwa 20 Mikrometern weiter geschrieben. Dabei wird die Fehlerkorrektur der CD-Laufwerke ausgenutzt, sie ist in der Lage, deutlich größere "Störungen" zu meistern.

Da der Laser während der Brennpause nicht bewegt wird, ist es wichtig, in der Zeit die CD zum Beispiel nicht per Not-Auswurf zu entnehmen. Selbst Erschütterungen können problematisch sein. Auch der verwendete Rohling spielt eine Rolle, je nach verwendeter organischer Schicht ist der Abstand möglicherweise nicht ausreichend.

Um BURN-Proof oder ähnliche Techniken wie zum Beispiel JustLink von Ricoh einsetzen zu können, muss auch die Brenn-Software mitspielen. Unter Linux kommen hier nur cdrecord und cdrdao in Frage. Beide unterstützen aktuell jedoch nur BURN-Proof. Für die meisten Anwender wird ein Standard-Brenner ohne BURN-Proof jedoch ausreichen – so lange man sich während des Brenn-Vorgangs nicht noch Videos ansieht, sollten heutige PCs schnell genug sein.

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Infos zum Autor

Mirko Dölle

Redakteur für Linux bei c't, Heise Zeitschriften Verlag; ehemals Competence Center Hardware/Linux-Magazin, Linux New Media AG


Infos zur Publikation

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LinuxUser 06/2012

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