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Browser unter Beobachtung

Dr. Linux

Schwarz und Weiß

Mein Netscape erscheint plötzlich nur noch in Schwarzweiß, obwohl ich nichts geändert habe. Wie bekomme ich die Farben wieder zurück?

Dr. Linux Dieser Fehler macht sich gelegentlich bemerkbar, wenn Ihr X-Server für die grafische Darstellung der Benutzeroberflächen eine Farbtiefe von 24 Bit verwendet. Um eine andere Farbtiefe einzustellen, je nach technischer Ausrüstung z. B. 16 oder 32 Bit, müssen Sie den X-Server umkonfigurieren.

Anwendern, die ihre Erstinstallation komplett grafisch erledigt haben und nun erstmals vor der Frage stehen, wie ein X-Server umzukonfigurieren ist, sei geraten, sich von den Handbüchern der Distributionen durch die entsprechenden Programme (z. B. SaX von SuSE oder Xconfigurator von Red Hat) leiten zu lassen.

Generell ist dies eine Aufgabe für root und sollte nicht ausgeführt werden, wenn Sie noch keine Kenntnisse zu diesem Thema angesammelt haben. Schlagen Sie diese Warnung nicht in den Wind; durch Unkenntnis hat tatsächlich schon der eine oder andere Monitor sein Leben frühzeitig ausgehaucht.

SuSE-Nutzer müssen zudem noch wissen, welche XFree-Version sie benutzen, ehe sie sich für ein passendes Tool entscheiden: SaX wird mit den altgedienten XFree-Versionen 3.3.x benutzt, SaX2 hingegen konfiguriert XFree86 4.x.

Grundsätzlich können Sie feststellen, welcher X-Server auf Ihrem System läuft, indem Sie auf der Kommandozeile den Befehl X -version absetzen:

perle@maxi:~ > X -version
 XFree86 Version 3.3.6 / X Window System
 (protocol Version 11, revision 0, vendor release 6300)
 Release Date: January 8 1999
         If the server is older than 6-12 months, or if your card is newer
         than the above date, look for a newer version before reporting
         problems.  (see http://www.XFree86.Org/FAQ)
 Operating System: Linux 2.2.14 i686 [ELF] SuSE
 Configured drivers:
   Mach64: accelerated server for ATI Mach64 graphics adaptors (Patchlevel 0)

Wo konfiguriert wird, entsteht eine Konfigurationsdatei. Das ist natürlich für Experten eine Möglichkeit, direkt aktiv zu werden. In /etc/XF86Config oder auch /etc/X11/XF86Config (je nach Distribution und Programm) speichern die Konfigurationsprogramme Ihre Einstellungen.

So kann man bei XFree86 3.3.x die Farbtiefe verändern, indem man den DefaultColorDepth-Wert in der Screen-Section editiert oder eine entsprechende Zeile hinzufügt. Im folgenden Beispiel wurde die Farbtiefe, mit der der X-Server starten soll, wenn er ohne definierte Farbtiefenangabe aufgerufen wird, auf 32 gesetzt:

Section "Screen"
   Driver       "Accel"
   Device       "Primary-Card"
   Monitor      "Primary-Monitor"DefaultColorDepth 32

   SubSection "Display"
     Depth      32
     Modes      "640x480"
   EndSubSection
   SubSection "Display"
     Depth      24
     Modes      "800x600"
     Virtual    800 600
   EndSubSection
   SubSection "Display"
     Depth      16
     Modes      "640x480"
   EndSubSection
   SubSection "Display"
     Depth      8
     Modes      "800x600"
   EndSubSection
 EndSection

Einer für alle

Wenn ich mit Netscape arbeite, sind normalerweise mehrere Browser-Fenster geöffnet. Das hat den unschönen Effekt, dass alle Fenster betroffen sind, wenn eines einen Hänger hat oder sich aus sonstigen Gründen verabschiedet; oft wird die ganze grafische Oberfläche gleich mitblockiert.

Gibt es eine Möglichkeit, dies zu verhindern, und wie werde ich ein blockiertes Netscape wieder los?

Dr. Linux Leider gibt es derzeit keine Möglichkeit, Netscapes Fenster als "Einzel-Prozesse" aufzurufen. Ist Netscape einmal gestartet, laufen alle weiteren Aktionen danach unter ein- und derselben Prozessnummer. Stellt sich eine Blockade ein, lässt sich Netscape dadurch allerdings auch mit einem einzigen Befehl komplett abschießen.

 perle@maxi:~ > xkill

Nach Eingabe dieses Kommandos wandelt sich der Mausanzeiger in einen kleinen Totenkopf oder ein Zielkreuz, mit dem Sie auf das Programm-Fenster zielen können, das sich zur Blockade entschlossen hat. So wird mit einem Klick gleich das ganze Programm beendet.

Diese Möglichkeit ist schneller als die klassische Vorgehensweise, erst die Prozessnummer mit dem Befehl ps festzustellen und das Programm dann mit dem Befehl

 perle@maxi:~ > kill -9 prozessnummer

zu beenden.

Wenn Sie sich nach dem xkill-Start doch noch dazu entscheiden, alle Fenster leben zu lassen – vielleicht hat sich das störrische Programm plötzlich zum Weiterarbeiten entschlossen –, dann werden Sie das Zielkreuz mit der Tastenkombination [Strg-C] oder mit einem rechten Mausklick wieder los.

Glossar

~

Diese Abkürzung steht für Ihr Home-Verzeichnis, in der Regel /home/ihr_username. Beim Benutzer root ist es /root

Toolbutton

Knopf in der Werkzeugleiste eines Programms mit grafischer Benutzeroberfläche, meistens mit einem Icon ausgestattet, gern – wie hier – auch mit einer Beschriftung.

.Xresources

X-Programme sind aus grafischen Steuerelementen zusammengesetzt, den sogenannten Widgets. Sie bestimmen u. a. das Erscheinungsbild der Software, darunter Fonts, Farben und Fenstergrößen. Diese Eigenschaften werden für das X-Window-System in Ressourcen-Dateien festgeschrieben.

.Xdefaults

X-Programme sind aus grafischen Steuerelementen zusammengesetzt, den sogenannten Widgets. Sie bestimmen u. a. das Erscheinungsbild der Software, darunter Fonts, Farben und Fenstergrößen. Diese Eigenschaften werden für das X-Window-System in Ressourcen-Dateien festgeschrieben.

xrdb

Mit dem Kommando xrdb ("X Resources Database") lassen sich Ressourcen-Dateien einlesen. Es wird beim Start des X-Window-Systems aufgerufen und kann auch bei Veränderungen in den lokalen Ressourcen-Dateien zum Einlesen verwendet werden. Ohne expliziten xrdb-Aufruf werden Veränderungen erst beim Neustart von X aktiv.

Prozess

Der Betriebssystemkern (Kernel) hat als einziger direkten Zugriff auf die Ressourcen des Computers wie z. B. Speicher und Rechenzeit. Nach einem Kommandoaufruf oder einem Programmstart wird der benötigte Programm-Code in den Hauptspeicher geladen und ausgeführt. Dieser Zustand wird nun als Prozess (engl.: task) bezeichnet. Jeder Prozess erhält eine Nummer, die man z. B. mit dem Kommandozeilenbefehl ps ermitteln kann.

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