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xcdroast

Brennen mit Komfort

CD erstellen

In einem zweiten Szenario wird eine Daten-CD aus auf der Festplatte vorhandenen Dateien erstellt. Vom Startdialog aus muss zunächst über den Button CD erstellen das entsprechende Fenster (Abbildung 9) aufgerufen werden.

Abbildung 9: Dialoge zum Erstellen einer CD

Neu ist in diesem Fenster der Button Tracks mastern. Über den damit verbundenen Dialog werden die relevanten Einstellungen vorgenommen.

Zunächst werden die gewünschten Pfade unter Master-Quelle mit dem Button Hinzufügen ausgewählt. Unterverzeichnisse lassen sich dabei durch Ausschließen entsprechend berücksichtigen. Besonders praktisch ist dabei die Möglichkeit, die Master-Pfade auf der CD durch Umlinken anders abzubilden, als sie auf der Quelle vorhanden sind. Im Beispiel wurden die unter /BACKUP/home/ angesiedelten Verzeichnisse in das Root-Verzeichnis der erstellten Backup-CD verlegt, was später zu wesentlich einfacheren Pfaden beim Einspielen der Backups führt. Ein fälschlich angegebener Pfad kann jederzeit durch Entfernen gelöscht werden.

Abbildung 10: Pfade hinzufügen

Im zweiten Dialog ISO9660-Optionen (Abbildung 11) erfolgen sehr detaillierte Anpassungen für die zu erstellende CD. Alle Möglichkeiten werden wieder durch die Online-Hilfe erklärt. Hingewiesen sei daher hier nur auf die Unterschiede zwischen Rock Ridge (Anonymisiert), bei dem alle Anwender Zugriff auf die Dateien der CD erhalten und Rock Ridge (Datensicherung), wo die originalen Permissions auf der CD verwendet werden. Backup-Dateien nicht ... bewirkt, dass alle mit einer Tilde "~" endenden oder ein Hashmark "#" im Namen enthaltenden Dateien beim Mastern ignoriert werden – ebenso wie jene mit der Extension .bak. Wichtig ist auch die Möglichkeit, symbolischen Links zu folgen: Dadurch werden die entsprechenden Originaldateien mit auf die CD kopiert. Ohne diese Option würden nur die (möglicherweise ins Leere führenden) Links kopiert.

Abbildung 11: ISO9660-Optionen

Unter Boot-Optionen sind diverse Einstellungen zum Erstellen bootfähiger CDs zusammengefasst. Die ISO-Bezeichnungen (Abbildung 12) ermöglichen das professionelle Kennzeichnen der erzeugten CD. Mindestens eine TOC-Datei (TOC: Table of contents, Inhaltsverzeichnis) sollte auf der CD vorhanden sein und unter Abstrakt-Informationen eingetragen werden.

Abbildung 12: ISO-Bezeichnungen

Im letzten Dialog Session/Image erzeugen können nun die letzten Vorbereitungen für das Erstellen der CD vorgenommen werden. Zunächst muss ein Katalog der auf die CD kopierten Dateien erstellt werden. Dies erfolgt über den Button Größe berechnen im Feld Session auf Platte erzeugen. Eine Imagedatei wird in diesem Schritt aber noch nicht erstellt. Der so erzeugte Track kann mit einer unter Datei-Prefix definierten Kennzeichnung versehen werden, diese Angabe hat allerdings nur organisatorische Bedeutung. Im Feld Session on-the-fly schreiben können wieder Informationen zum Medium eingesehen und eingestellt werden. Multisession-CD-Support gibt es in der aktuellen Version leider noch nicht.

Nun kann durch Als Image-Datei mastern ein Image File erzeugt werden oder die CD durch Mastern und on-the-fly schreiben direkt erzeugt werden. Die zweite Möglichkeit hat sich im Test als durchaus brauchbar erwiesen, sofern die Systemauslastung nicht zu hoch war. Der Vorteil, CDs ohne platzraubende Image Files zu erstellen, ist sicherlich ein nicht zu unterschätzender Vorteil gegenüber der Vorgängerversion 0.96ex.

Fazit

Die neue Version von X-CD-Roast gehört heute zu den besten Applikationen, die es für das Erstellen von CDs unter Linux gibt. Sie offenbart dem Anwender viele Features der cdrecord-Tools und bietet dabei eine einfache, intuitive Schnittstelle, die auch Anwender mit relativ wenig Erfahrungen das Erstellen und Kopieren von Audio- bzw. Daten-CDs ermöglicht. Bedenken aufgrund des Alpha-Status der Software haben sich in der Praxis bisher durchweg als unbegründet erwiesen. Die Online-Hilfe via Tooltips ist vorbildlich – da wünscht man sich, mehr Applikationen würden derart ausführliche Hilfetexte zur Verfügung stellen. Der übersichtliche Aufbau des Programms führt den Anwender bei der Bedienung, so dass nur selten Probleme auftreten. Wurden Schritte vergessen, bemerkt das Programm dies und weist auf fehlende Einstellungen hin. X-CD-Roast zeigt, wie gut die unter Linux oft eingesetzte Kombination von Backend-Befehlen und Frontend-GUI funktionieren kann. Das Arbeiten mit X-CD-Roast macht einfach viel Spaß.

Glossar

Burn-Proof

Bezeichnet eine CD-Brenner-Technologie, die "Buffer Underruns" verhindert: Hier geht es um das Problem, das CD-Brenner ohne Burn-Proof den Rohling zerstören, wenn die zu brennenden Daten nicht schnell genug vom Rechner bereitgestellt werden. Diesem Thema ist ein separater Artikel (ab Seite 22) gewidmet.

CDDB

Compact Disc Database, ursprünglich freies Angebot unter cddb.org. Ein Server liefert auf Anfrage zu jeder bekannten CD Information über Interpret und Titel zurück. Diese Datenbank wird z. B. von vielen CD-nach-MP3-Konvertern verwendet, um sinnvolle Dateinamen und Track-Infos zu erzeugen. Da CDDB nun kommerziell ist (cddb.com) und von Programmherstellern Lizenzgebühren verlangt, wird auf die freie Alternative freedb.org ausgewichen.

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LinuxUser 06/2012

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