Klein, aber vernetzt

HAL91 kann in begrenztem Umfang auch Kontakt mit seiner Umgebung aufnehmen. Steckt im Rechner eine NE2000-kompatible Netzwerkkarte, lässt sich diese mit den Kommandos ifconfig und route konfigurieren, um mit telnet, ftp oder ncp auf entfernten Rechnern zu arbeiten oder Dateien zu übertragen. Das Programm ncp wurde in einem früheren "out of the box"-Artikel (LinuxUser 08/2000 S. 62 f.) bereits besprochen. Ein Beispiel für die Benutzung von ifconfig und route finden Sie im Shell-Skript init.net im /bin-Verzeichnis.

Ist keine Netzwerkkarte vorhanden, bleibt immer noch der Griff zum Nullmodem-Kabel. Mit dem Shellskript ppp-nullmodem – ebenfalls im /bin-Verzeichnis zu finden – bauen Sie zwischen zwei unter HAL91 laufenden Rechnern eine PPP-Verbindung auf, wobei Sie die im Skript verwendeten IP-Adressen auf einem der beiden Rechner vertauschen müssen, so dass die pppd-Aufrufe folgendermaßen aussehen:

pppd /dev/ttyS1 115200 asyncmap 0 noauth persist local passive nodefaultroute 192.168.0.1:192.168.0.2

auf dem einen und

pppd /dev/ttyS1 115200 asyncmap 0 noauth persist local passive nodefaultroute 192.168.0.2:192.168.0.1

auf dem anderen Rechner.

Ein Editor für alle Fälle

Auch ein Text-Editor ist bei HAL91 mit von der Partie. Hier wurde ganz bewusst der Unix-Standard-Editor vi gewählt. Dieser ist zwar nicht so leicht zu erlernen wie andere Editoren, hat jedoch im Verhältnis zu seinem geringen (Speicher-) Platzbedarf die meisten Funktionen. Eine gute Einführung ist unter http://www.fh-wedel.de/~herbert/html/vi/ zu finden. Experimentieren Sie mit diesem Editor, es lohnt sich!

Unter diesem Aspekt ist HAL91 auch ein geeignetes System für "Trockenübungen" mit Linux. Solange nichts anderes gemountet wird, läuft alles im RAM ab und ist, wie ein bekannter Getränkehersteller es ausdrückte, "unkaputtbar". Endlich kann man mal gefahrlos ausprobieren, was passiert, wenn libc.so.5 gelöscht wird…

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