Start me up

Um von Diskette zu booten, müssen Sie eventuell im BIOS-Setup Ihres Rechners die Boot-Reihenfolge auf A:,C: umstellen. Mit der HAL91-Diskette im Laufwerk starten Sie Ihren Rechner neu. Nach etwa 60 Sekunden ist das kleine Linux geladen und meldet sich mit einem Logo in der Konsole (Abbildung 1). Die Diskette kann übrigens nach dem Booten aus dem Laufwerk entfernt werden, denn das System läuft komplett im Arbeitsspeicher (RAM).

Abbildung 1: Die HAL91-Konsole

Die englische Tastaturbelegung, die nach dem Booten noch aktiv ist, können wir mit dem Kommando loadkeys /tmp/de-nodeadkeys.map auf ein gewohnteres Layout umstellen. Wie bei den "großen" Distributionen stehen auch bei HAL91 mehrere virtuelle Konsolen (erreichbar über ALT-F1 bis ALT-F4) zur Verfügung. Ein Login ist nicht nötig, auf allen Konsolen läuft eine Shell mit root-Rechten.

Gerade bei älteren Rechnern erinnert sich selten jemand daran, welche Hardware eigentlich darin steckt. HAL91 hilft beim Ermitteln vieler Komponenten. So können IDE-Festplatten, ATAPI-CD-ROM-Laufwerke, NE2000-kompatible Netzwerkkarten und diverse PCI-Geräte erkannt und zum Teil genutzt werden.

Als Diagnosewerkzeuge dienen dabei die Kommandos dmesg zum Anzeigen der Kernel-Meldungen und cat /proc/pci, das die PCI-Geräte auflistet. Listing 1 zeigt einen Ausschnitt der Kernel-Meldungen auf einem Toshiba 100CS Notebook.

Listing 1

Ausschnitt der Kernel-Meldungen

hda: TOSHIBA MK1924FCV, 518MB w/128kB Cache, CHS=1053/16/63
 ide0 at 0x1f0-0x1f7,0x3f6 on irq 14
 Floppy drive(s): fd0 is 1.44M
 FDC 0 is an 8272A
 PPP: version 2.2.0 (dynamic channel allocation)

Diese Meldungen verraten uns, dass eine IDE-Festplatte (hda, also das erste Gerät am ersten IDE-Controller) der Marke Toshiba mit 518 MByte, aufgeteilt in 1053 Zylinder, 16 Schreib-/Leseköpfe und 63 Sektoren pro Zylinder gefunden wurde. Die nächste Zeile zeigt, dass nur ein IDE-Controller (ide0) vorhanden ist. Weiterhin existiert ein Diskettenlaufwerk (fd0), das am Controller FDC 0 angeschlossen ist. Die letzte Zeile des Ausschnitts meldet die im Kernel vorhandene Unterstützung für PPP.

Was geht noch?

Zum Klempnern an ext2-Dateisystemen ist das Kommando e2fsck enthalten, mit dem Sie "angeschossene" Linux-Installationen eventuell wiederbeleben können. Sie sollten aber vorher unbedingt die zugehörige Manpage lesen.

Damit Sie auch Festplattenpartionen, Disketten und CD-ROMs mounten können, sind die Kommandos mount und umount enthalten. Unterstützt werden ext2 (Linux), vfat (für lange Dateinamen von Windows 95/98) und iso9660 (für Daten-CDs).

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