Home / LinuxUser / 2001 / 04 / icepack linux im Test

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Mandriva gibt Distribution in die Hände der Community
(271 Punkte bei 22 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Der deutsche Newcomer

icepack linux im Test

01.04.2001

"Distributionen mit KDE als Standard-Desktop gibt's inzwischen zuhauf. Höchste Zeit, dass auch mal GNOME seine Stärken als Desktop unter Beweis stellen kann." – Das könnten sich die deutschen Entwickler von icepack Linux gedacht, als sie sich vor einem Jahr an die Zusammenstellung der neuen Linux-Distribution gemacht haben.

In Sachen Systemaktualität ist icepack Linux 1.0 derzeit mit unter den Ersten: Kernel 2.4 und die neue XFree86-Generation 4 zeugen jedenfalls vom Versuch, auch Linux-Einsteigern die Vorzüge der neuesten Kernbestandteile eines jeden Linux-Systems zügig zuteil werden zu lassen. Leider hat es GNOME nicht mehr in der aktuellsten Version 1.4 (beta) auf icepack 1.0 geschafft.

Installation

Abbildung 1: Wählen Sie bei der Installation wirklich alle Pakete, die Sie ausprobieren möchten. Spätere Nachinstallation ist nämlich ausgeschlossen!

Die neue Distribution entpuppt sich trotz ihrer augenscheinlichen Systemaktualität bereits bei der Installationsprozedur als in sehr begrenztem Maße ausgereift und flexibel. Das farbenfrohe Installationsprogramm ließ sich auf unserem SCSI-CDROM-Laufwerk (auch nicht unter Zuhilfenahme der beiliegenden Boot-Diskette) nicht starten. Erst die Ersetzung der SCSI-Variante durch ein IDE-CDROM-Laufwerk half dem Installer auf die Sprünge.

Besitzer älterer Grafikkarten seien ebenfalls vorgewarnt: Die Tatsache, dass unsere (zugegebenermaßen) betagte (Zusatz-) Grafikkarte mit Virge-Chipsatz von S3 (Baujahr 1997) beim Starten des für die Installationsroutine erforderlichen X-Servers extreme Darstellungsfehler produzierte, deutet darauf hin, dass der grafische Installer nur mit Grafikkarten zurechtkommt, für die der aktuelle XFree-Server 4.0.2 eine ordentliche "Treiber-" Unterstützung bereithält. Auch bei der Radmaus-Konfiguration hielt sich in unserem Fall die Begeisterung in Grenzen.

Faustregel bei der Installation: Bestätigen Sie im Zweifelsfall die automatisch erkannten (aber nicht in jedem Fall idealen) Einstellungen, damit Sie nicht später irgendwo mit selbstgeschaffenen Problemen konfrontiert werden. Immerhin: Erfüllt der Rechner einmal alle Systemvoraussetzungen, dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass die Grundinstallation von icepack Linux auch für Einsteiger relativ einfach zu meistern ist. Heißer Tipp: Bei der Paketauswahl sollte man auf jeden Fall alles wählen, was man später vielleicht mal ausprobieren möchte. Ein nachträgliches Aufspielen von distributionseigenen Paketen scheinen die Entwickler nämlich nicht vorgesehen zu haben. Von einem Paket-Manager, der mit dem distributionseigenen Paketformat "ice" umgehen könnte, war später jedenfalls keine Spur. Auf der Homepage http://www.icepack-linux.de findet sich unter "Merkmale" der entscheidende Hinweis: "Der icepack Paket-Manager ist Bestandteil der Version 2.0", naja.

Das beiliegende Handbuch vermittelt Einsteigern in unterhaltsamer und kompakter Form das für die erstmalige Installation erforderliche Grundlagenwissen. Schade nur, dass man darin fast gar nichts zum Thema "Erstkonfiguration" findet.

Erstkonfiguration

Abbildung 2: Der icepack Konfig-Manager: Hinter den vielversprechenden Icons verbirgt sich häufig weniger als erwartet

Leider befindet sich das System nach dem ersten Hochfahren in einem aus Sicherheitsaspekten bedenklichen Zustand: Icepack Linux erzeugt automatisch die Systembenutzer root und icepack, jeweils mit gleichnamigem Trivial-Passwort. Dies wäre grundsätzlich nicht allzu schlimm, wäre da nicht die Tatsache, dass auch nach dem Login nirgends mehr auf die Notwendigkeit von sicheren Passwörtern hingewiesen wird, von einer zwingenden Passwortänderungsmaske ganz zu Schweigen. In Kombination mit der sicherheitsbedenklichen Grundkonfiguration des Systems (z. B. Telnet- und FTP-Zugang als root möglich!) wird icepack Linux nach der erfolgreichen Einwahl ins Internet unvermeidlich zu einem offenen Scheunentor für potentielle Besucher.

Auch sonst zeigt das System äußerst ungewöhnliche Eigenschaften: So sind etwa die Verzeichnisstruktur und die Runlevels alles andere als Standard-konform aufgebaut. Der icepack Konfig-Manager ist zwar im Prinzip sehr begrüßenswert, allzu viel Einfluss auf das System sollte man sich davon aber momentan noch nicht erwarten.

Hilfreich für Windows-Anwender: Das Partitionierungsprogramm erlaubt das verlustfreie Verkleinern einer riesigen Windows-Partition, um Platz für Linux zu schaffen; ein Umweg über DOS-Tools wie fips bleibt also erspart. Im Test ließ sich eine Windows-Partition problemlos mehrfach verkleinern und vergrößern ohne Schaden zu nehmen und war anschließend über den icepack-eigenen Boot-Manager auch noch startbar.

Während der Installation werden Daten zu Modem, ISDN- und Netzwerkkarte abgefragt, so dass unmittelbar nach dem ersten Start eine Netzwerk- oder Internet-Verbindung möglich ist.

Zwar ist GNOME der Default-Desktop, was sich auch nicht abstellen lässt, da die KDE-Basisprogramme fehlen; eine Reihe nützlicher KDE-Tools sind aber in die GNOME-Menüs integriert, dessen Menüpunkte im übrigen alle mit ausführlichen deutschen Erklärungen versehen sind. Da sich icepack Linux an Einsteiger richtet, sind einige Standard-Tools wie Terminal-Emulationen in einem Untermenü Fortgeschrittene untergebracht.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

428 Hits
Wertung: 69 Punkte (1 Stimme)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 06/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Adobe AIR
Adobe-AIR-Programme installieren und (manuell) starten
Tim Schürmann, 14.05.2012 13:09, 0 Kommentare

Es gibt sie noch: neue Anwendungen, die Adobes Integrated Runtime voraussetzen. Aktuellstes und vermutlich auch größtes Beispiel ist das Adventure Botanicula

Aktuelle Fragen

gibt es ein Kommandozeilen Tool, um ein X11-Fenster in ein Anderes einzubetten?
GoaSkin , 21.05.2012 16:44, 0 Antworten
Das XEmbed-Protokoll ist u.A. dazu gedacht, dass man eine X11-Anwendung in eine andere wie ein Wi...
Apache2, Options -Indexes geht nicht
no no, 12.05.2012 19:01, 8 Antworten
Habe in apache2.conf folgendes stehen: Options -Indexes ...
LInux auf Dell LS H500
Andreas Endresl, 09.05.2012 08:54, 2 Antworten
Habe einen alten Dell Latitude LS H500 nur mit ext. Floppy und CD es geht nur immer eines von den...
Datenwiederherstellung unter Ubuntu 12.04 mit "Simple Backup" nach Umzug von Linux Mint
Christian Lottmann, 07.05.2012 13:33, 0 Antworten
Vor dem Umzug auf Ubuntu 12.04 habe ich unter Linux MInt mit "Simple Backup" voll (15.4.2012) und...
DKMS für den propritären NVIDIA-Treiber
Commander Data, 26.04.2012 22:02, 2 Antworten
Hallo an die Gemeinde. Ich habe hier ein interessantes Stück openSuSE gefunden. http://forums.op...