easyLinux 2.2 im Test

Der Titelverteidiger

Die Vorgängerversion dieser Linux-Distribution aus deutschen Landen wurde vor einem Jahr nicht nur von LinuxUser, sondern auch von einer ganzen Reihe weiterer namhafter Zeitschriften als überraschend einsteiger- und anwenderfreundlich gelobt. Wir waren natürlich gespannt, ob die aktuelle Version 2.2 an die Erfolge des Vorgängers anknüpfen kann.

easyLinux 2.2 ist bereits seit mehreren Monaten erhältlich. Laut Auskunft des Herstellers eIT kann es aber noch einige Zeit dauern, bis auf dem deutschen Markt eine neue Paketversion erhältlich sein wird, obwohl es eine englisch-sprachige Version 2.4 gibt.

Installation

Abbildung 1: easyLinux zeichnet sich durch einen einfach verständlichen grafischen Installer aus

Obwohl sich easyLinux prinzipiell auch über ein SCSI-CDROM-Laufwerk installieren lässt, empfiehlt es sich doch, ein IDE-Laufwerk einzusetzen. Nach der Installation konnte der Paket-Manager eProfile mit unserem SCSI-CDROM-Laufwerk jedenfalls nichts anfangen. Der inzwischen relativ alte Kernel 2.2.16 von easyLinux schafft es trotz diverser Kernel-Patches nicht, alle aktuellen USB-Mäuse zur Mitarbeit zu überreden. Unsere Test-Maus ließ sich nur mit Hilfe eines USB-PS/2-Adaptersteckers in Betrieb nehmen, natürlich ohne funktionierendes Mausrad. Hat man diese anfängliche Installationshürde jedoch einmal genommen, dann gestaltet sich der weitere Installationsprozess im wahrsten Sinne des Wortes "easy". Dank der ordentlichen Hardware-Erkennung reicht es in der Regel aus, die voreingestellten Werte durch einen Mausklick zu bestätigen. Bei Unklarheiten steht zudem eine ausreichende Online-Hilfe (eHelpAgent) zur Verfügung. Im Nachhinein haben wir allerdings – eher zufällig – entdeckt, dass das Partitionierungs-Tool ePartition standardmäßig neben der Windows- auch die Linux-Datenpartitionen als "aktiv" kennzeichnet. Obwohl Windows anschließend weiterhin ordentlich hochfährt, kann ein solcher Partitionseintrag unter bestimmten Umständen für größeren Ärger sorgen.

Erstkonfiguration

Abb.2: Der inzwischen veraltete KDE-1.2-Desktop von easyLinux 2.2 mit "Systemsteuerung" eSystem

Wie in der Vorgängerversion wird man auch in easyLinux 2.2 sofort nach dem ersten Login durch ein Konfigurationsdialog, den eHelpAgent, begrüßt, mit dessen Hilfe sich Schritt für Schritt die noch anstehenden Konfigurationsaufgaben erledigen lassen. Das Besondere an easyLinux ist, dass es den Entwicklern recht gut gelungen ist, dem KDE-Desktop in vielen Aspekten eine verblüffende Ähnlichkeit zur gewohnten Windows-Oberfläche zu verleihen. Dies fängt bei der Systemsteuerung eSystem an und reicht bis hin zu einem Registry-Imitat. Über die "e"-Tools lässt sich erstaunlicherweise auch so manche exotische Hardware (z. B. bestimmte TV-Karten) einbinden; Wunder darf man davon aber auch nicht erwarten. Wirklich negativ ist uns ansonsten eigentlich nur aufgefallen, dass die Tastaturbelegung in einem Standard-X-Terminal nahezu unbrauchbar ist.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Linux-Distributionen für Einsteiger/Anwender
    Linux ist nicht gleich Linux. Während Sie kommerzielle Betriebssysteme in der Regel nur von der Stange eines einzigen Herstellers bekommen und mit den Haken und Ösen dieser zusammengestellten System-Software leben müssen, haben Sie bei Linux jederzeit die Möglichkeit, sich aus einer Vielzahl verschiedener Distributionen diejenige herauszupicken, die Ihren persönlichen Vorlieben am ehesten entspricht.
  • EasyLinux sucht Anwender mit UEFI-Systemen
    Rechner mit BIOS sind Geschichte -- fast alle neuen Systeme kommen mit dem Nachfolger UEFI als Firmware auf den Markt, dazu gesellen sich Secure Boot und Windows 8. Linux-User stellt das vor neue Herausforderungen, denn das Aufsetzen eines Windows-Linux-Dual-Boot-Systems ist damit viel schwieriger.
  • Leserbriefe
  • Viel Spaß mit Linux
    Spielen unter Linux – ein Trauerspiel? Das kommt auf die Perspektive an. Die Gruppe der "Power-Gamer", die den heimischen PC fast ausschließlich als Spielekonsole nutzen, werden mit Linux nicht glücklich, das ist richtig. Für alle anderen hat Linux auch beim Spaßfaktor einiges zu bieten.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 10/2016: Kryptographie

Digitale Ausgabe: Preis € 0,00
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

zweites Bildschirm auf gleichem PC einrichten
H A, 30.09.2016 19:16, 0 Antworten
Hallo, ich habe Probleme mein zweites Bildschirm einzurichten.(Auf Debian Jessie mit Gnome) Ich...
Probleme mit MPC/MPD
Matthias Göhlen, 27.09.2016 13:39, 2 Antworten
Habe gerade mein erstes Raspi Projekt angefangen, typisches Einsteigerding: Vom Raspi 3B zum Radi...
Soundkarte wird erkannt, aber kein Ton
H A, 25.09.2016 01:37, 6 Antworten
Hallo, Ich weiß, dass es zu diesem Thema sehr oft Fragen gestellt wurden. Aber da ich ein Linu...
Scannen nur schwarz-weiß möglich
Werner Hahn, 20.09.2016 13:21, 2 Antworten
Canon Pixma MG5450S, Dell Latitude E6510, Betriebssyteme Ubuntu 16.04 und Windows 7. Der Canon-D...
Meteorit NB-7 startet nicht
Thomas Helbig, 13.09.2016 02:03, 4 Antworten
Verehrte Community Ich habe vor Kurzem einen Netbook-Oldie geschenkt bekommen. Beim Start ersch...