Workshop KOffice – Teil 2

Aus LinuxUser 04/2001

Workshop KOffice – Teil 2

Praktische Übungen mit K. im Büro

Während im letzten Teil unseres KOffice-Workshops die einfacheren Textfunktionen der KWord-Komponente im Vordergrund standen, wollen wir dieses Mal die etwas komplexeren Layout-Funktionen näher beleuchten. Am Beispiel des “Frankental Echos” soll der Umgang mit den bis jetzt noch etwas stiefmütterlich behandelten Rahmen vertieft werden.

Workshop-Übersicht 

1. Textverarbeitung mit KWord – Teil 1: Ein Geschäftsbrief

2. Textverarbeitung mit KWord – Teil 2: Eine Zeitung

3. Tabellen und Diagramme mit KSpread und KChart

4. Grafiken und Bilder mit KIllustrator

5. Präsentationen mit KPresenter

Um Ihnen die Materie nicht ganz so trocken servieren zu müssen, wollen wir auch dieses Mal die Arbeits- und Funktionsweisen von KWord an einem kleinen Beispiel zum Mitmachen erläutern. Im Folgenden wird dazu das Titelblatt der Zeitschrift “Das Frankental-Echo” erstellt. Diese Seite wird dabei über eine große Überschrift, zwei Spalten Fließtext und einen Blickfang in Form einer kleinen Grafik verfügen. Bevor es jedoch mit dem Workshop in die zweite Runde geht, möchten wir noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass sich KWord noch in der Entwicklung befindet und daher Abstürze, insbesondere bei den im Folgenden behandelten Layout- bzw. Rahmenfunktionen, nicht besonders selten sind. Sie sollten daher Ihre Dokumente oft zwischenspeichern und KWord generell keine wichtigen Daten anvertrauen (vgl. auch den ersten Teil unseres Workshops).

Wie beim Frankental-Echo

In KWord werden alle Elemente wie Grafiken, Formeln, Tabellen und selbst Texte jeweils in einem eigenen, für sie passenden Rahmen abgelegt. Diese im Gegensatz zu anderen Textverarbeitungsprogrammen etwas ungewöhnliche Vorgehensweise ist immer dann von großem Vorteil, wenn Sie ein komplexeres Dokument wie z. B. eine Vereinszeitschrift gestalten wollen. Bei einer herkömmlichen Textverarbeitung stehen Sie z. B. vor einem Problem, wenn Sie nachträglich einen Textkasten in Ihr Dokument einbauen wollen. Beispiele für diese zusätzlichen Kästen finden Sie in großer Zahl im LinuxUser und im Linux-Magazin. Falls Sie die Arbeitsweisen von KWord mit denen einer herkömmlichen Textverarbeitung vergleichen wollen, sollten Sie probehalber den zu diesem Artikel zugehörenden Kasten “Der Rest vom Schützenfest” nachbauen. Unter KWord müssen Sie hierfür lediglich über Werkzeuge/Textrahmen erstellen einen neuen Textrahmen erstellen, diesen an die gewünschte Position und in die richtige Größe ziehen und schließlich nur noch den gewünschten Text eingeben. Im Gegensatz zu anderen Textverarbeitungsprogrammen werden unter KWord die dabei zur Verfügung stehenden Formatierungs- und Bearbeitungsmöglichkeiten nicht beschränkt. Es lassen sich somit sämtliche bereits im Beispielbrief vom letzten Teil angesprochenen Funktionen (vgl. LinuxUser 03/2001) auf jeden in einem Rahmen befindlichen Text anwenden. Auch wenn KWord seine Arbeitsweise im ersten Workshop-Teil geschickt kaschiert hatte, wurde bereits dort der Text in einen – wenn auch nicht löschbaren – Textrahmen eingegeben.

Gerade beim Erstellen einer Zeitung oder Zeitschrift kann es von Vorteil sein, anstelle eines einzigen, großen Rahmens mit mehreren, in Spalten angeordneten, kleineren Textrahmen zu beginnen. Durch die Bereitstellung geeigneter Vorlagen bietet KWord auch hier einen idealen Ausgangspunkt.

Um den Workshop nachvollziehen zu können, sollten Sie nach dem Start von KWord über Datei/Neu ein solches mehrspaltiges Dokument anlegen. Wählen Sie hierzu auf dem Register Publishing die Vorlage Einfach. Wie Sie nun sehen können, hat KWord ein neues Dokument mit drei Textrahmen erstellt, deren Anordnung dem typischen Layout einer Zeitschrift bereits ziemlich nahe kommt.

Abbildung 1: Auswahl der passenden Volage für unsere Zeitung

Abbildung 1: Auswahl der passenden Volage für unsere Zeitung

Abbildung 2: KWord nach dem Start der gewählten Vorlage

Abbildung 2: KWord nach dem Start der gewählten Vorlage

Modusgewirr

Wie schon im letzten Teil angesprochen, arbeitet KWord mit zwei verschiedenen Eingabe-Modi. Im sog. “Textbearbeitungs-Modus” können Sie Ihren Text in die entsprechenden Rahmen eingeben, wohingegen Ihnen der “Rahmenbearbeitungs-Modus” die Modifikation des Dokumentenlayouts, also die Anpassung der Größe und Position eines jeden Rahmens ermöglicht.

Nach dem Start befindet sich KWord standardmäßig im Textbearbeitungs-Modus, erkennbar an dem eingeschalteten, obersten Symbol in der Werkzeugleiste am linken Rand. Erscheint hingegen das zweite Symbol von oben hervorgehoben, so ist der Rahmenbearbeitungs-Modus aktiviert. Da wir in unserem ersten Schritt den Titel “Das Frankental-Echo” einfügen wollen, sollten Sie über Werkzeuge/Rahmen bearbeiten in den gleichnamigen Modus wechseln. Alternativ führt auch ein Klick auf das bereits angesprochene Symbol in der Werkzeugleiste zum gewünschten Ziel.

Verschiebebahnhof

Die drei durch die Vorlage vorgegebenen Textrahmen beanspruchen bereits die gesamte Seite, so dass für unseren Titel zunächst kein freier Fleck mehr übrigbleibt. Um etwas Platz zu schaffen, klicken Sie den linken oberen Rahmen mit der Maus an. Dieser sollte nun als markiert gekennzeichnet worden sein, erkennbar an den acht kleinen Kästchen rund um seinen Rand. Plazieren Sie nun den Mauszeiger auf dem Kästchen, das sich in der Mitte des oberen Randes befindet. Wichtig ist, dass der Mauszeiger die Form eines Doppelpfeils und nicht die eines Kreuzes annimmt, da Sie ansonsten mit dem folgenden Vorgang den gesamten Rahmen verschieben würden. Drücken Sie nun die linke Maustaste und halten Sie sie gedrückt. Bewegen Sie die Maus nach unten, wodurch Sie den Textrahmen automatisch verkleinern. Wie Sie dabei feststellen werden, rastet die Rahmenbegrenzung beim Verschieben immer an von KWord fest vorgegebenen Stellen ein.

Abbildung 3: Verkleinern Sie den linken Rahmen auf ungefähr diese Höhe

Abbildung 3: Verkleinern Sie den linken Rahmen auf ungefähr diese Höhe

Verkleinern Sie den Textrahmen, bis darüber eine Überschrift bequem Platz hat (ungefähr bis der Wert 4,5 auf dem linken Lineal erreicht ist). Wiederholen Sie den Vorgang mit dem rechten, langen Kasten, so dass sich dessen oberer Rand etwa auf gleicher Höhe mit dem des linken Kastens befindet.

Rahmentlich

Im nächsten Schritt muss ein neuer Textrahmen für unsere Überschrift erzeugt werden. Dazu wählen Sie aus dem Menü den Punkt Werkzeuge/Textrahmen erstellen oder klicken Sie auf das entsprechende Symbol in der Werkzeugleiste. Plazieren Sie nun den mittlerweile in ein Fadenkreuz verwandelten Mauszeiger in der linken oberen Ecke der Seite. Behalten Sie dabei aber noch etwas Abstand zum eigentlichen Seitenrand. Halten Sie dann die linke Maustaste gedrückt und ziehen Sie einen Rahmen auf, wie er in Abbildung 4 zu sehen ist.

Abbildung 4: Der aufgezogene Rahmen für unseren Titel

Abbildung 4: Der aufgezogene Rahmen für unseren Titel

Sobald Sie die Maustaste loslassen, öffnet sich ein Einstellungsfenster. Jeder Rahmen in Ihrem Dokument bekommt einen vom Benutzer frei wählbaren Namen zugewiesen. Denken Sie sich für unser Beispiel einen passenden Bezeichner wie z. B. “Titelrahmen” aus und geben Sie ihn in das dafür vorgesehene untere Eingabefeld ein. Dieser Name wird im späteren Verlauf unseres Workshops noch einmal benötigt. Lassen Sie alle weiteren Einstellungen auf den einzelnen Registerblättern des Fensters in der Voreinstellung und klicken Sie auf OK.

Abbildung 5: Jedem neu erstellen Rahmen muss eine Bezeichnung gegeben werden

Abbildung 5: Jedem neu erstellen Rahmen muss eine Bezeichnung gegeben werden

Wechseln Sie wieder in den Rahmenbearbeitungs-Modus und passen Sie die Größe Ihres Rahmens auf die schon bekannte Art und Weise an. Falls Ihnen der Rahmen gar nicht gefällt, können Sie ihn im selektierten Zustand jederzeit über Bearbeiten/Rahmen löschen wieder entfernen. Wechseln Sie nun in den Texteingabe-Modus und klicken Sie anschließend den gerade erstellten Rahmen an. Geben Sie in den aktivierten Kasten die Überschrift “Das Frankental-Echo” ein. Markieren Sie diesen Text (zur genauen Vorgehensweise vgl. Workshop-Teil 1), erhöhen Sie seine Schriftgröße und richten Sie ihn anschließend zentriert aus. Um letzteres zu erreichen, können Sie entweder das entsprechende Symbol aus der Symbolleiste verwenden oder aus dem Menü Format/Absatz und dort auf dem Register Ausrichtung den Punkt Zentriert wählen. Die Schriftgröße sollten Sie so einstellen, dass der Text ungefähr den gesamten Textrahmen ausfüllt.

Abbildung 6: Der fertige Titel

Abbildung 6: Der fertige Titel

Verbindendes

Nachdem unser Titel steht, sollen die restlichen Rahmen ebenfalls mit Inhalt gefüllt werden. Wie Sie bereits beim Titel gesehen haben, reicht es aus, einen Textrahmen mit der Maus anzuklicken, um ihn für die Texteingabe zu aktivieren. Versuchen Sie nun, in jeden der drei bereits vorgegebenen Textrahmen einen kleinen Text einzugeben. Nicht gelingen wird Ihnen dies beim rechten langen Textrahmen. Dieser wurde nämlich von KWord mit dem linken unteren Textrahmen verknüpft. Dies bedeutet, dass der Text, sofern er für den linken unteren Rahmen zu lang ist, automatisch im langen rechten Rahmen fortgeführt wird.

Abbildung 7: Ein Beispiel für die Verknüpfung zweier Rahmen: Der Text im Rahmen links unten wird automatisch im rechten Rahmen fortgeführt

Abbildung 7: Ein Beispiel für die Verknüpfung zweier Rahmen: Der Text im Rahmen links unten wird automatisch im rechten Rahmen fortgeführt

Im Folgenden soll als Beispiel der linke obere Rahmen mit dem linken unteren Rahmen verknüpft werden. Wechseln Sie hierzu in den Rahmenbearbeitungs-Modus und markieren Sie den linken oberen Rahmen, indem Sie ihn mit der Maus anklicken. Wählen Sie anschließend aus dem Menü Bearbeiten/Rahmen neu verbinden. In dem nun auftauchenden Fenster können Sie noch einige Einstellungen verändern, die sich auf das Verhalten der miteinander verknüpften Textrahmen beziehen. Übernehmen Sie für unser Beispiel alle Voreinstellungen und wechseln Sie auf das Registerblatt Textrahmen verbinden. Hier sehen Sie eine Liste, in der sämtliche in Ihrem Dokument enthaltenen Textrahmen aufgeführt sind. Der von Ihnen angeklickte Rahmen wird in dieser Liste farbig hervorgehoben. Sie finden hier übrigens genau die Namen wieder, die Sie beim Anlegen der Textrahmen eingegeben haben. Diese Bezeichner dienen jetzt zur leichteren Identifizierung der betreffenden Verknüpfungskandidaten. Die drei vorgegebenen Rahmen aus unserem Zeitungsbeispiel wurden aus der Vorlage erstellt und tragen somit die von KWord vorgegebenen Standard-Namen. Wählen Sie aus der Liste Rahmensatz 2 und klicken Sie auf OK. Die beiden Rahmen sollten nun auf die gleiche Weise miteinander verbunden werden, wie bereits zuvor der linke untere und der rechte lange (vgl. Abbildung 9).

Abbildung 8: Zwei Rahmen werden miteinander verbunden

Abbildung 8: Zwei Rahmen werden miteinander verbunden

Abbildung 9: Nachdem die Rahmen wie im Artikel erwähnt verknüpft wurden, wird der Text, wie hier durch die roten Pfeile angedeutet, in den jeweils nachfolgenden Rahmen fortgesetzt

Abbildung 9: Nachdem die Rahmen wie im Artikel erwähnt verknüpft wurden, wird der Text, wie hier durch die roten Pfeile angedeutet, in den jeweils nachfolgenden Rahmen fortgesetzt

Gliederung

Der Inhalt unserer Zeitschrift soll im bereits von KWord vorgegebenen linken oberen Kasten in Form einer kleinen Gliederung erscheinen. Dazu wählen Sie aus dem Menü Format/Absatz und auf dem Registerblatt Nummerierung den Punkt Arabische Zahlen.

Abbildung 10: Erstellen einer Gliederung

Abbildung 10: Erstellen einer Gliederung

Im unteren Teil geben Sie unter Start bei (1,2,…) die Zahl “1” ein, wodurch der erste Gliederungspunkt mit der Zahl “1” anstelle der “0” beginnt. Klicken Sie auf OK und geben Sie in den Textkasten ein paar fiktive Inhaltspunkte ein, die im “Frankental Echo” auftauchen sollen. Immer wenn Sie dabei die Eingabetaste betätigen, erzeugt KWord automatisch einen neuen Gliederungspunkt. Haben Sie alle Punkte eingegeben, rufen Sie erneut Format/Absatz auf und wählen auf dem Register Nummerierung den Punkt Keine Nummerierung. Wesentlich schneller, dafür aber mit weniger Einstellungsmöglichkeiten, können Sie eine Liste über das entsprechende Symbol aus der Symbolleiste erzeugen. Klicken Sie dieses einmal an, wird automatisch eine Liste erzeugt. Den so aktivierten Gliederungsmodus können Sie auf ebenso schnellem Weg wieder verlassen, indem Sie einfach das Symbol erneut anklicken.

Eye catcher

Zum Schluss fehlt als Blickfang nur noch eine kleine Grafik, die – genau in der Mitte der Seite plaziert – den Gesamteindruck unserer Zeitschrift abrunden soll. Widerstehen Sie dabei nicht der Versuchung und fügen im Texteingabe-Modus eine Grafik über den Menüpunkt Einfügen/Bild in Ihren Text ein. Eine einmal auf diese Weise eingefügte Grafik wird ähnlich wie ein normales Zeichen im Text behandelt. Das bedeutet vor allem, dass Sie die Position und die Größe dieser Grafik nur erschwert, bzw. gar nicht mehr ändern können. Erstellen Sie stattdessen einen Grafikrahmen über die Werkzeugleiste (viertes Symbol von oben). Alternativ führt auch der Menübefehl Werkzeuge/Bildrahmen erstellen zum entsprechenden Dialogfenster. Nach der Wahl der zu importierenden Bilddatei verwandelt sich der Mauszeiger, wie schon beim Erstellen des Textrahmens, in ein Fadenkreuz. Klicken Sie nun die Stelle in Ihrem Dokument an, an der die Grafik eingefügt werden soll. Sobald KWord das Bild auf der Seite plaziert hat, werden Sie feststellen, dass sich das Objekt weder in seiner Größe noch in seiner Lage verändern lässt. KWord scheint diese Grafik “festzuhalten”. Dieses Verhalten ist auf den noch aktivierten Textbearbeitungs-Modus zurückzuführen. Um wieder in den Rahmenbearbeitungs-Modus zurück zu gelangen, klicken Sie in der Werkzeugleiste das zweite Symbol von oben an oder wählen aus dem Menü den Punkt Werkzeuge/Rahmen bearbeiten. Nun können Sie den soeben erstellten Grafikrahmen anklicken und anschließend seine Größe und Lage modifizieren.

Um das markierte Objekt in seiner Größe zu verändern, positionieren Sie den Mauszeiger, genau wie bei den Textrahmen, auf einem der kleinen Kästchen, bis er zu einem Pfeil mit zwei Spitzen wird. Halten Sie die linke Maustaste gedrückt und ziehen Sie anschließend das Objekt in die gewünschte Größe. Das Verschieben der Grafik an eine andere Position erfolgt auf eine ähnliche Weise: Plazieren Sie den Mauszeiger auf dem Objekt, bis er sich in einen Doppelpfeil verwandelt. Nun können Sie bei gedrückter linker Maustaste das Bild an seine neue Position bringen.

Sollte die Grafik andere Textrahmen überlappen, so kann KWord den darin enthaltenen Text um das Grafikobjekt herumfließen lassen. Dieses Verhalten können Sie aktivieren, indem Sie über dem Textrahmen, auf dem sich das betreffende Objekt befindet, die rechte Maustaste betätigen. In dem nun erscheinenden Kontextmenü wählen Sie Eigenschaften und dann das Register Textumfluss. Hier können Sie einstellen, auf welche Weise der Text um das Objekt herum fließen soll.

Abbildung 11: Die fertige erste Seite des Frankentalechos, wobei der Text die Grafik umfließt

Abbildung 11: Die fertige erste Seite des Frankentalechos, wobei der Text die Grafik umfließt

Mit diesem Zeitungsbeispiel soll auch die Vorstellung der Textverarbeitung KWord enden. Wie Sie sehen konnten, bietet der zunächst sicherlich etwas gewöhnungsbedürftige rahmenorientierte Ansatz einen guten Ausgangspunkt, um recht komplexe Dokumente auf relativ einfachem Wege zu erstellen.

Beim nächsten Mal wollen wir einen Blick auf die nicht minder interessante Tabellenkalkulation KSpread werfen, deren Funktionsumfang sich bereits jetzt mit so manchem Profi-Programm messen kann.

Der Rest vom Schützenfest

Über die im Artikel genannten Funktionen hinaus bietet KWord noch einige weitere Gestaltungsmöglichkeiten. Stellvertretend sollen im Folgenden kurz die Erzeugung von Kopf- und Fußzeilen und der Einsatz von Styles vorgestellt werden.

Um eine Kopf- bzw. Fußzeile zu erzeugen, wählen Sie den Menüpunkt Ansicht/Kopfzeile bzw. Ansicht/Fußzeile. KWord erstellt dann am oberen bzw. unteren Seitenrand jeweils einen zusätzlichen Textrahmen, in den Sie Ihren Kopf- bzw. Fußzeilentext eingeben können.

Bei den sog. “Styles” handelt es sich um Formatvorlagen, die in ähnlicher Form auch in anderen Textverarbeitungen vorhanden sind. Falls Ihr Dokument wiederkehrende, aufwendige Formatierungen enthält, können Sie diese in einem Style speichern. Um Ihrem später eingegebenen Text das gewünschte Layout zu verpassen, genügt dann die Aktivierung des entsprechenden Styles. KWord bringt bereits von Haus aus einige Styles für die unterschiedlichsten Zwecke mit. Sie können einen Style aktivieren, indem Sie die gewünschte Vorlage aus der Liste, die sich in der zugehörigen Symbolleiste äußerst links befindet, auswählen. Um selbst eine neue Stilvorlage anzulegen, müssen Sie den Menüpunkt Extra/Vorlage aus Dokument erstellen… aufrufen und anschließend im neu geöffneten Fenster auf Hinzufügen klicken. Stellen Sie dort über die entsprechenden Schaltflächen alle Textattribute ein, die in Ihrer Stilvorlage enthalten sein sollen und klicken Sie anschließend auf OK. Ab sofort sollte sie in der bereits erwähnten Liste in der Symbolleiste zur Auswahl stehen.

Ansichtssache

Jede Anwendung aus KOffice ist in der Lage, verschiedene Ansichten eines Dokumentes gleichzeitig einzublenden. Dazu muss die entsprechende Anwendung ohne den KOffice-Arbeitsplatz laufen. Sollte letzteres bei Ihnen der Fall sein, wählen Sie aus dem Menü Ansicht/Neue Ansicht. Hierdurch wird ein neues Anwendungsfenster mit gleichem Inhalt geöffnet. Über Ansicht/Ansicht teilen können Sie dieses Fenster nun in zwei weitere Fenster unterteilen. Auf diese Weise wird es möglich, zwei verschiedene Stellen des Dokumentes gleichzeitig zu betrachten – das umständliche Scrollen kann somit entfallen. Im Menü Ansicht befinden sich übrigens noch einige weitere Unterpunkte, mit denen Sie diese Ansichten steuern können.

Vorlagen in KWord selbst erstellen 

Das Erstellen einer eigenen Vorlage ist in KWord durch den entsprechenden Assistenten fast ein Kinderspiel. Legen Sie zunächst auf dem bekannten Weg ein KWord-Dokument an, das genau den Inhalt besitzt, mit dem später die Vorlage erzeugt werden soll. Sie können dazu alle Werkzeuge und Funktionen verwenden, die KWord bereithält. Wählen Sie dann aus dem Menü den Punkt Extra/Vorlage aus Dokument erstellen. Geben Sie in dem nun angezeigten Fenster Ihrer Vorlage im entsprechenden Feld einen Namen. In der Liste darunter finden Sie alle Gruppen wieder, in die Sie Ihre Vorlage einordnen können. Bei der Auswahl der Vorlagen entspricht die übergeordnete Gruppe genau einem Registerblatt, auf dem später die einzelnen, untergeordneten Vorlagen zur Auswahl angeboten werden. Über Gruppe hinzufügen können Sie ein neues Registerblatt erzeugen. Haben Sie sich für eine Gruppe entschieden, klicken Sie einfach auf OK. Ab sofort werden Sie bei der Erstellung eines neuen Dokumentes auch Ihre eigene Vorlage auswählen können.

Infos

[1] KDE-Homepage: http://www.kde.org/

[2] KOffice-Homepage: http://www.koffice.org/

[2] Workshop-Teil 1 in LinuxUser 03/2001

Der Autor

Tim Schürmann ist Student der Informatik an der Universität Dortmund und fragt sich, wieso der Linux-Pinguin kein Federkleid, sondern ein auf Hochglanz poliertes Äußeres hat.

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