Sodipodi

Mit Hilfe von Sodipodi [8] lassen sich Vektorgrafiken im SVG-Format (Scalable Vector Graphics) erstellen. In Vektorgrafiken werden nicht einzelne Pixel und deren Farbinformationen, sondern Formen selbst gespeichert, was den Vorteil hat, dass man Bilder ohne Qualitätsverluste beliebig vergrößern kann. Natürlich ist dieses Verfahren nicht für alle Bildtypen geignet, aber Grafiken mit klaren Formen und einfachen Farbverläufen lassen sich so sehr gut komprimieren.

SVG ist XML-basiert, was keine große Überraschung ist, da das Format vom W3C entwickelt wurde. Da SVG-Dateien letztendlich nichts anderes als Textdateien sind, lassen sie sich auf einfache Weise dynamisch erstellen, und es ist möglich, sie über Javascript interaktiv zu verändern. Leider ist der Standard noch recht jung und wird von den meisten Browsern nicht unterstützt.

Neben Rechtecken, Ellipsen und freien Formen unterstützt Sodipodi auch eingebettete Grafiken, die nicht in einem Vektorformat vorliegen. Alle Objekte lassen sich beliebig skalieren und drehen, was importierte Grafiken aber schnell pixelig wirken lässt. Freie Formen kann man an sogenannten Knotenpunkten verändern, bzw. die durch die Knotenpunkte begrenzte Linie automatisch begradigen, abrunden oder anders bearbeiten. Um die Arbeit mit großen Dokumenten zu vereinfachen, kann Sodipodi mehrere Objekte zu einer Gruppe zusammenfassen, die dann als ein Objekt bearbeitet werden kann. Neben den normalen Farbinformationen kann man beim Füllstil auch die Transparenz eines Objektes verändern und im selben Dialog das Objekt mit einem Rand versehen. Mit Hilfe von Gnome-print können die entstanden Grafiken sehr bequem gedruckt werden, und dank Bonobo ist es möglich, das Ganze auch aus anderen Programmen heraus zu betrachten.

Abbildung 1: Tux – In Vektoren zerlegt

Red Carpet

Nach langer Wartezeit und vielen verheißungsvollen Screenshots hat Ximian endlich eine Beta des neuen Paket-Management-Tools Red Carpet [9] veröffentlicht. Die Versionsnummer 0.9 ist an sich ungewöhnlich für die erste Version, aber da ein fehlerhaftes Paket-Management zu schweren Schäden führen kann, wurde Red Carpet im voraus sehr eingehend getestet und hoffentlich von allen schwerwiegenden Fehler bereinigt.

Software wird in Red Carpet zu sogenannten Channels zusammengefasst, die vom Benutzer abonniert werden können und ähnlich wie ein Eintrag in Debians sources.list funktionieren. So bietet Red Carpet zum Beispiel einen Channel für die installierte Distribution, wobei es unwichtig ist, ob das System auf RPM oder dpkg basiert. Natürlich kann man aus Red Carpet heraus auch neue Pakete installieren bzw. entfernen. Im Gegensatz zum alten Ximian Updater ist Red Carpet aber in der Lage, dabei auftretende Konflikte zu lösen oder mit der Hilfe von GnuPG [10] Paketsinaturen zu überprüfen. Wie Evolution auch, kann Red Carpet aktuelle Neuigkeiten aus dem Netz laden, was wahrscheinlich der Auftakt zu Ximians zukünftiger Geldquelle, den Services, ist. Es bleibt zu hoffen, dass es dadurch nicht zum Konflikt mit Eazel kommen wird, da diese über Nautilus ebenfalls Services anbieten bzw. Software updaten. Da Red Carpet mit Hilfe von GtkHTML viel HTML einsetzt, hätte es auf jeden Fall das Zeug, zu einer Art Internet-Portal zu werden. Ob das Sinn ergibt, ist eine andere Frage.

Abbildung 2: Red Carpet im Ximian Channel

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