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Das diplomatische Zweitsystem

Lanthan Linux im Test

01.04.2001

Lanthan Linux basiert auf einer älteren Version von Red Hat. Es benötigt ca. 500--800 MB Festplattenplatz.In vielen PC-Systemen gibt es aber nur eine Festplatte, in der eine große Windows-Partition den gesamten Plattenplatz belegt. Hier will Lanthan Linux eine schnelle Installation erlauben.

Installation

Abbildung 1: Mit etwas Glück sorgt der Lanthanizer auf Anhieb für Platz.

Die Installation von Lanthan Linux erfolgt in zwei Schritten. Zunächst startet man von Windows aus auf der Installations-CD das Programm Lanthanizer, welches die vorhandene(n) Festplatte(n) nach genügend freiem Speicherplatz durchsucht und ggf. eine Konfigurationsdatei erstellt. Im zweiten Schritt startet man dann das eigentliche Installationsprogramm – so viel zur Theorie…. In der Praxis mussten wir feststellen, dass der Lanthanizer gelegentlich Schwierigkeiten hatte, für ausreichenden Plattenplatz zu sorgen. Keine Probleme gab es, wenn ausreichend unpartitionierter Speicherplatz auf der Festplatte vorhanden war. Lag jedoch nur eine große Windows-Partition vor, so gelang es dem Lanthanizer meist nur mit einiger manueller Nachhilfe, für den Plattenplatz zu sorgen. Im Grunde genommen stellt er damit aber nur ein leicht verbessertes Windows-Frontend zum bekannten DOS-Soft-Repartitionierungs-Tool fips dar, das in der Regel auch jeder anderen Distribution beiliegt. Der Installer von Lanthan macht sich nach wenigen Eingaben vollautomatisch an die Partitionierung (anhand der unter Windows erstellten Konfigurationsdatei) und spielt das Grundsystem auf. Wer es gewohnt ist, einen ausreichenden Einfluss auf systemverändernde Aktivitäten zu haben, wird sich hier etwas übergangen fühlen. Nach dem Reboot erscheint aber erwartungsgemäß der angepasste Boot-Manager lilo mit den Einträgen Windows, Lanthan Linux und einem Notfallmodus. Hinter dem letztgenannten Boot-Eintrag steht ein speziell für außergewöhnliche Fälle definierter Runlevel 4, in dem ein menübasiertes Konfigurations-Tool für evtl. Veränderungen an der Standardkonfiguration des X-Servers aufgerufen wird. Dies ist auch wichtig, denn Lanthan startet von Anfang an den KDE-Login, ohne dass der Benutzer zuvor Angaben zur korrekten X11-Konfiguration machen könnte. Lanthan lässt sich übrigens unter Windows 95/98 sympathischerweise direkt über ein Icon auf der Windows-Oberfläche starten. Insgesamt lässt sich sagen, dass Windows-Anwender, die zum ersten Mal Kontakt mit der Welt der Pinguine aufnehmen wollen, mit Lanthan verhältnismäßig einfach eine Grundinstallation bewältigen können, vorausgesetzt der Lanthanizer kommt auf Anhieb mit den Rahmenbedingungen auf der Festplatte klar.

Erstkonfiguration

Abbildung 2: Der Lanthan-Desktop (KDE 1.2) mit Administrations-Tools

Für die grundlegende Systemadministration bietet Lanthan den Hardware-Administrator an. Dahinter verbirgt sich letztlich eine passable Zusammenstellung meist älterer Konfigurations-Tools von Red Hat. Da Lanthan anfangs nur ein Basissystem einspielt, steht vor der Konfiguration der wesentlichsten Hardware-Komponenten meist noch die Einspielung weiterer vordefinierter Software-Pakete (Software-Administrator). Wenn man mit den inzwischen etwas veralteten Tools zurechtkommt, dann gelingt es tatsächlich recht rasch, die allerwichtigsten Hardware-Komponenten (ISDN, Modem, Sound) in Betrieb zu nehmen. Peripheriegeräte neueren Datums (v. a. USB-Geräte) werden jedoch noch wenig unterstützt.

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