K-tools
K-tools stellt Monat für Monat Tools vor, die sich bei der Arbeit unter KDE als besonders nützlich erweisen, eine Aufgabe erfüllen, die sonst geflissentlich unbeachtet bleibt, oder einfach nur zu den netten Dingen im Leben gehören, die man – einmal entdeckt – nicht mehr missen möchte.
Vielleicht hat der Eine oder Andere von Ihnen schon mit dem Vorgänger karchiveur gearbeitet. Dennoch sollten Sie ein Update erwägen, denn karchiver hat in der neuen Version lediglich das u im Namen verloren und ansonsten nur gewonnen.
karchiver 2.0.3 arbeitet reibungslos mit KDE 2.0 zusammen. Überdies sind mit diversen sogenannten Wizards einige kleine Helferlein dazu gekommen, die Ihnen das Leben noch einfacher machen.
Manches ist auch gleich geblieben: karchiver macht das Arbeiten mit komprimierten Daten – seien es nun tar-, gz-, bz2- oder zip-Dateien – immer noch zu einem Kinderspiel. Auch in der neuen Version können Sie mit diesem Tool all diese Dateien anschauen, entpacken und wieder verpacken.
Downloaden lässt sich der aktuelle Karchiver unter http://perso.wanadoo.fr/coquelle/karchiveur_en.shtml; Sie finden das Programm aber auch wie üblich auf der Heft-CD. Außerdem sollten sich die Pakete/Programme gzip, bzip2, unzip, zip, lha, rar und/oder arj auf Ihrem Rechner befinden. Das dürfte allerdings kein Problem sein, da herkömmliche Linux-Distributionen diese stets mit an Bord haben. Nur installiert müssen sie sein…
Packend
Starten Sie Ihren grafischen Archivar einfach mit einem karchiver & in einer Terminal-Emulation, und es kann losgehen. karchiver liefert zunächst in einem separaten Fenster mehr oder weniger hilfreiche Tipps. Sollten Sie diese stören, können Sie ihm das aber schnell austreiben, indem Sie das Feld Tipp des Tages beim nächsten Start anzeigen deaktivieren.
Zugegeben, sehr spektakulär sieht das Begrüßungsfenster (Abbildung 1) nicht aus. Doch der erste Eindruck täuscht. In der neuen Version öffnet sich zudem automatisch der sogenannte Archiv-Browser, der Ihnen eine schnelle Anwahl der auf Ihrer Festplatte vorhandenen tgz-, zip- u. ä. Dateien verschafft (Abbildung 2).
Möchten Sie das Innenleben einer komprimierten Datei näher erkunden, reicht es, diese im Archiv-Browser anzuklicken. Alternativ wählt man in der Menüleiste Datei/Öffnen an und hangelt sich in der altbekannten KDE-Auswahlbox bis zur betreffenden Datei vor. Je nach Größe des Archivs präsentiert Ihnen karchiver früher oder eben etwas später den Inhalt der Datei, inklusive nützlichen Informationen wie Größe, Datum und Berechtigungen der einzelnen Dateien (Abbildung 3).
Einmal in den karchiver eingeladen, bleibt es ganz Ihrer Laune überlassen, was Sie mit dem Archiv machen wollen. Die verschiedenen Möglichkeiten finden Sie dabei fein säuberlich aufgelistet unter dem Menüpunkt Archiv.
Nehmen wir an, die Datei soll entpackt werden. Wählen Sie einfach Archiv/Auspacken nach, und schon können Sie in einem Fenster wie in Abbildung 4 festlegen, wohin alle oder nur die von Ihnen ausgesuchten Dateien entpackt werden sollen. Sobald Sie sich entschieden haben, klicken Sie auf den fetten Auspacken-Button, und es geht los.
karchiver wäre kein echtes KDE-Programm, wenn es nicht noch einfachere Wege bieten würde. Wie so oft werden diese von der Drag & Drop-Fähigkeit der KDE-Applikationen aufgezeigt.
Um ein neues Archiv zu erstellen, wählen Sie Datei/Neu oder klicken auf das Blatt-Icon in der Menüleiste. Dann ziehen Sie die Dateien oder Verzeichnisse Ihrer Wahl einfach aus einem Konqueror-Fenster in dieses "leere" Archiv. Wollen Sie Daten zu einem bestehenden Archiv hinzufügen, ziehen Sie sie genauso in das geöffnete Archiv.
Optionen
Auch in Bezug auf Kompressionsstufen zeigt sich der karchiver flexibel und lässt Sie mit Hilfe des Menüpunkts Konfiguration/Einstellungen selbst festlegen, wie gründlich die eingesetzten Progamme gzip und bzip2 jeweils sein sollen (Abbildung 5).
Unter dem Punkt Tar spezifizieren Sie das Verhalten des gleichnamigen Programms näher (ob beispielsweise Unterverzeichnisse erstellt werden sollen oder lieber doch nicht), unter Icons lässt sich die Icon-Größe einstellen, und Packer beantwortet die Gretchenfrage: "Habe ich wirklich alle Packprogramme installiert?" In Verzeichnisse legen Sie fest, in welches Verzeichnis ($HOME, das letzte Verzeichnis etc.) karchiver die Archive standardmäßig entpacken soll.



