Das Programm von Javier Campos Morales versorgt configure-müde User mit allem, was nötig ist, um im gewohnten KDE-Look & Feel Applikationen aus dem Source-Code zu kompilieren und zu installieren. Die neueste Version der Kompilierhilfe finden Sie auf der Homepage des Autors unter http://kconfigure.sourceforge.net/ oder auf der Heft-CD.
Die Funktionsweise von kconfigure ist simpel: Öffnen Sie das Programm mit einem kconfigure in einer Terminal-Emulation Ihrer Wahl, und freuen Sie sich über ein Fenster wie in Abbildung 1.
Danach haben Sie die Wahl, ob Sie Ihren grafischen Kompilierhelfer über die Buttons oder die Menüleiste bedienen wollen. Zuerst aber müssen Sie sich mit einem Klick auf das Ordner-Icon ins entpackte Quellverzeichnis des zu installierenden Programmes durchhangeln und dort die Datei configure auswählen. Das Auspacken der Quellen wird Ihnen von kconfigure leider noch nicht abgenommen; hier hilft z. B. das K-tool karchiver weiter.
Möchten Sie dem configure-Aufruf ein Argument wie beispielsweise --with qtdir=/pfad/zum/qt-verzeichnis mitgeben, empfiehlt es sich, den Weg über die Menüleiste zu nehmen. Wählen Sie dazu den Punkt Build/Configure with arguments.... In dem daraufhin aufploppenden Dialog-Fenster (Abbildung 2) können Sie die gewünschten Optionen eintragen. Wer sich über die einzelnen Optionen nicht wirklich sicher ist, bekommt selbige übrigens jederzeit durch einen Klick auf Build/Configure help in der oberen Fensterhälfte von kconfigure ausgegeben.
Haben Sie den Konfigurationprozess über die Menüleiste oder über einen Klick auf den Button Configure gestartet, macht sich das Programm ohne weitere Nachfragen sofort fleißig an die Arbeit. Die Fortschritte sehen Sie in der oberen Fensterhälfte, Fehlermeldungen oder Warnungen erscheinen in der unteren Hälfte (Abbildungen 3 und 4).
Die Kommandos make und make install behandelt kconfigure genau wie den configure-Aufruf. Mit einem kleinen, aber feinen Unterschied: Vor der eigentlichen Installation vergewissert sich die Applikation, als welcher User Sie eingeloggt sind. Sind Sie als normaler Benutzer unterwegs, konfrontiert Sie kconfigure erst noch mit einer Dialogbox wie in Abbildung 5, in die Sie das root-Passwort eintragen müssen, bevor es weitergeht.
Möchten Sie eines der von Ihnen in Auftrag gegebenen Kommandos abbrechen, reicht jeweils ein Klick auf den Button Kill Process.
Wer sich durch die einfache Handhabung von kconfigure gar zu sehr hat hinreißen lassen, dem mag nun ein Blick auf die Platzverhältnisse seiner Festplatte Schweißperlen auf die Stirn treiben. Plagt Sie das schlechte Gewissen, sollten Sie einen Blick auf Kleandisk wagen. Zu finden ist die neueste Version des komfortablen Plattenputzers unter http://www.casema.net/~buursink/kleandisk/.
Entgegen der üblichen Praxis sollten Sie hier jedoch nicht die neueste Version Kleandisk-2.0beta1, sondern den Vorgänger Kleandisk-1.2beta2 herunterladen. Hintergrund: Die neue Version gibt erstmals Unterstützung zum Entfernen ungenutzter rpm-Pakete. Leider führt das jedoch zu Problemen mit manchen rpm-Versionen, so dass sich das Programm auf diversen Rechnern – beispielsweise auf meiner Red Hat 7.0 – nicht kompilieren lässt.
Rufen Sie kleandisk entweder über den K-Button/Anwendungen/Kleandisk oder durch die Eingabe eines kleandisk & in einer Terminal-Emulation auf. Sie sehen danach erst einmal ein Fenster wie in Abbildung 6.
Klicken Sie dort auf den Button UDG Viewer im "Clean Up"-Tab. (Die ominöse Abkürzung steht für "User Defined Group" – "benutzerdefinierte Gruppe".) Im nächsten Fenster können Sie das Verzeichnis bestimmen, in dem kleandisk für Sie aufräumen soll, und auch die Dateitypen, die das Programm am Schlawittchen packen soll. kleandisk macht sich dann auf die Suche nach den weniger sinnvollen Dateien auf Ihrem System und präsentiert Ihnen früher oder später seine Bestandsaufnahme in der unteren Fensterhälfte wie in Abbildung 7.
Dort habe ich beschlossen, dass ich das unten angezeigte core-File nun wirklich nicht brauche, und dem Plattenputzer diese Entscheidung durch ein Anklicken des grünen Kästchens neben der Core-Datei auch kundgetan. Danach reicht es, auf den Button Cleanup zu klicken. kleandisk fängt dann an, munter mit Ihnen zu kommunizieren, und fragt Sie brav Fenster um Fenster (wie beispielsweise in Abbildung 8), ob Sie die ausgewählten Dateien verschieben, löschen oder archivieren wollen, ob Ihnen vielleicht wohler dabei ist, Backups der zu löschenden Dateien zu erstellen, und wenn ja, wohin damit?
Im letzten Schritt erfahren Sie noch, wieviel Platz Sie durch die getroffenen Entscheidungen alles in allem einsparen. Um die Datei nun wirklich loszuwerden, klicken Sie auf den Button Finish, was kleandisk nun endgültig von der Leine lässt…
Recht oder besser gesagt Rechte haben zu wollen und Recht(e) zu bekommen, sind unter Linux als waschechtem Multi-User-System zwei verschiedene Paar Schuhe. Wie Sie vielleicht schon gemerkt haben, unterscheidet Ihr System sehr genau, wer überhaupt die diversen Dateien und Programme auf Ihrem Rechner lesen, beschreiben oder ausführen darf.
Damit auch ja nichts durcheinander gerät, wird mit jeder Datei gespeichert, ob der Besitzer, die Gruppenmitglieder oder andere Benutzer die jeweilige Datei lesen, schreiben oder ausführen dürfen. Mit dem Kommando chmod können Sie diese Zugriffsrechte selbstverständlich jederzeit ändern.
Für diesen Befehl gibt es unter http://www.leeta.net/kchmod/ ein grafisches Frontend im KDE-Look namens kchmod, mit dem das Setzen der Zugriffsrechte gleich nochmal so viel Spaß macht (Abbildung 9).
Einfach via File/Open die Datei, die Sie bearbeiten wollen, anwählen und zwischen den angebotenen Möglichkeiten entscheiden. Soll die Datei writ(e)able ("schreibbar"), read(able) ("lesbar") oder executable ("ausführbar") werden? Sie haben die Wahl. Danach noch schnell die Änderung mit File/Save speichern und aus die Maus – wäre es doch immer so einfach, für Recht(e) zu sorgen…
Glossar
Tar-Ball
Das Programm tar ist ein unter Unix übliches Archivierungstool. Eine damit zu einem File zusammengepackte Dateisammlung wird gerne Tar-Ball genannt und hat die Dateiendung .tar.gz oder .tgz, wenn sie erst mit tar zusammengefasst und dann mit dem Programm gzip komprimiert wurde.
core-File
Der letzte Speicherabzug eines abgestürzten Programms bleibt in Dateien mit dem schönen Namen core der Nachwelt erhalten. Erfahrene Programmierer können daraus mit Hilfe eines Debuggers die Absturzursache herausfinden, für alle anderen sind diese Dateien schlicht Platzverschwendung.