Praxis

Beim Programmstart initialisiert das Starter-Skript zuerst das Wine-Environment von Corel, bevor eine EXE(!)-Datei gestartet wird. Bei dem eingesetzten Wine (wine-graphics9) handelt es sich um eine von Corel speziell an das Grafikprogramm angepasste Variante des freien Windows-Emulators. Die im Anschluss daran gestartete Programmdatei scheint dagegen der Windows-Version von CorelDRAW 9 weitgehend zu entsprechen. Speziell für Anfänger hat Corel dem Programm ein "Tutorial" im HTML-Format beigelegt. Dieses wird standardmäßig in einem Netscape-Fenster angezeigt. Der Einsatz eines alternativen Browsers ist zwar prinzipiell möglich, aber nicht vorgesehen. In diesem Tutorial wird Schritt für Schritt eine recht komplexe Grafik erstellt, die viele grundsätzliche Funktionen von CorelDRAW verwendet. Leider beschreibt das Tutorial nur die notwendigen Schritte, Hintergrundinformationen (warum jetzt dieser Schritt erfolgt und warum nicht jener) erhält der Anwender gar nicht. Trotzdem, das Tutorial sollten Neulinge unbedingt durcharbeiten.

Abbildung 2:

CorelDRAW verfügt über eine riesige Anzahl von Features und Effekten. So werden u. a. auch mehrere Farbmodelle unterstützt, unverzichtbar für professionelles Arbeiten. Besonderes Augenmerk haben die Entwickler außerdem auf die Möglichkeiten zum Einbinden von externen Grafiken - insbesondere in den diversen Bitmap-Formaten - gelegt. CorelDRAW kann mit nahezu allen verbreiteten Dateitypen (auch solche, die sonst nur unter Windows eingesetzt werden) umgehen und sie gegebenenfalls konvertieren. Das genuine Einsatzgebiet von CorelDRAW ist aber natürlich die Erstellung und Bearbeitung skalierbarer Bilder. Diese sogenannten Vektorgrafiken werden nicht wie Bitmap-Bilder gezeichnet, sondern aus Objekten "konstruiert". Ein solches Vorgehen bietet mehrere Vorteile: Neben der erwähnten Skalierbarkeit können z. B. einzelne Objekte später wieder entfernt, ausgetauscht oder neue hinzugefügt werden. Die zahlreichen "Writing Tools" lassen sich aufgrund der fehlenden Sprachanpassung allerdings leider nur eingeschränkt nutzen.

PDF

Eine Besonderheit von CorelDRAW liegt in der Möglichkeit, prinzipiell auch PDF-Dateien bearbeiten zu können. Vergleichbares bietet bisher nur teure kommerzielle Software (in eingeschränkter Form auch neuere GhostScript-Versionen), so dass dieses Feature damit schon für sich alleine genommen ein schwerwiegendes Argument für den Kauf dieser Grafik-Suite wäre. Leider zeigen sich beim Laden diverser PDF-Dokumente, die sich in aktuellen Linux-Distributionen befinden, immer wieder Fehler bzw. es treten ärgerliche Probleme auf. So ist es z. B. oft nicht möglich, mehr als eine Seite aus einem Dokument zu importieren. Derartige Probleme treten zum einen bei den mittels pdfTeX direkt erzeugten Dokumenten auf, zum anderen lassen sich aber auch die auf "klassische" Weise durch Konvertierung von PostScript-Dateien erzeugten Ausgaben nicht immer korrekt einlesen.

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