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Bildbearbeitung mit Gimp, Teil 1

Buntes…

Wenden wir uns kurz der Farbauswahl zu. In der Toolbox sehen Sie unten links zwei Farbbereiche: Die Vorder- und die Hintergrundfarbe. Einer der beiden Bereiche wirkt "eingedrückt", das ist die sogenannte aktive Farbe, die an verschiedenen Stellen verändert werden kann. Klickt man auf die aktive Farbe, so erscheint ein umfangreicher Farbauswahldialog, den Sie in Abbildung 5 betrachten können. Mit den Karteireitern können Sie zwischen verschiedenen Dialogtypen umschalten. Mit etwas Hintergrundwissen (siehe auch Kasten "Farbmodelle") sollten Sie recht schnell mit dem ersten Dialog klarkommen.

Abbildung 5

Abbildung 5: einer der Farbauswahldialoge

Farbmodelle

Wenn ein Bild bunt werden soll, muss man sich notgedrungen etwas mit Farben beschäftigen. Für Gimp sind hier zwei Farbmodelle entscheidend: RGB und HSV. Ich gehe auch noch kurz auf ein drittes Farbmodell (CMYK) ein, das von Gimp leider noch nicht unterstützt wird, aber in der Praxis sehr wichtig ist.

Das RGB-Farbmodell verwenden Monitore, um Farben darzustellen. Physikalisch liegt hier ein additives Farbmodell zugrunde, das heißt, es werden zu schwarz (ein ausgeschalteter Monitor ist immer schwarz) Farben hinzuaddiert, bis maximal weiß entsteht. In Anlehnung an die Wahrnehmung im Auge werden hier die Farben Rot, Grün und Blau (RGB) verwendet. Das reicht, um einen Großteil der Farben darzustellen. Nachteil ist jedoch, dass nicht immer offensichtlich ist, wie stark man welche Farbkomponenten auswählen muss, um eine bestimmte Farbe zu erhalten.

Das HSV-Farbmodell geht einen anderen Weg, der es ermöglicht, leicht verschiedene Schattierungen und ähnliche Farbtöne zu erzeugen. Eine Farbe wird hier durch Angabe von Farbton (Hue), Sättigung (Saturation) und Farbwert (Value) festgelegt. Üblicherweise wird der Farbton über einen Farbkreis angegeben – diesen Kreis können Sie im äußeren Bereich des "Dreieck"-Farbdialogs sehen. Wenn Sie die Sättigung herunterregeln, wird die Farbe immer grauer, mit dem Farbwert können Sie die Farbe abdunkeln. Im "Dreieck"-Farbdialog können Sie die Beziehung zwischen den Farben erkennen: die Kante gegenüber der bunten Ecke hat die Sättigung 0, die Kante gegenüber der schwarzen Ecke hat den Farbwert 100% (Abb. 6).

Abbildung 6

Abbildung 6: Das HSV-Dreieck

Das CMYK-Farbmodell spielt im Druckbereich eine zentrale Rolle. Hier liegt physikalisch das subtraktive Farbmodell zugrunde, das heißt zum Beispiel, einem "weißen" Blatt Papier werden nach und nach Farben "abgezogen", bis man bei einem Schwarz angekommen ist, es ist sozusagen dem RGB-Farbmodell entgegengesetzt. Farben werden hier aus den Komponenten Cyan, Magenta und Gelb (Yellow) zusammengesetzt. Da das aber nur in der Theorie wunderbar funktioniert, wird in der Praxis noch Schwarz (Key) genutzt, um nicht nur ein schmutziges Braun als dunkelste Farbe zu erhalten.

Weder das RGB- noch das CMYK-Farbmodell reichen aus, um alle in der Natur vorkommenden Farben auf Papier oder Monitor wiederzugeben. Gerade im CMYK-Modell stößt man häufiger an Grenzen. Hier verwendet man dann sog. Schmuckfarben, um den darstellbaren Bereich noch auszuweiten. Aber das ist eine Wissenschaft für sich…

Ausgewählt

Ein Bereich, der besonders für die Nachbearbeitung von Fotos sehr wichtig ist: Auswahlen bzw. Selektionen. Hintergrund ist, dass man normalerweise nicht immer das ganze Bild mit einem Effekt überziehen oder farblich korrigieren möchte. Man muss den zu bearbeitenden Bereich irgendwie eingrenzen – je flexiblere Werkzeuge es gibt, desto besser.

Die grundlegenden Werkzeuge habe ich in Abbildung 7 rot hervorgehoben. Von links nach rechts: Das Rechtecks- und das Ellipsenauswahlwerkzeug, das Freihandlasso, der Zauberstab und die "intelligente" Schere. Weitere wichtige Werkzeuge findet man unter <Bild>/Auswahl/....

Abbildung 7

Abbildung 7: Die Auswahlwerkzeuge

Wählen Sie das Rechtecksauswahlwerkzeug und ziehen Sie mit der Maus ein Rechteck im Bildfenster auf. Eine gestrichelte Linie (die sogenannten marschierenden Ameisen) markiert nun den ausgewählten Bereich, den Sie mit der Maus hin- und herziehen können, indem Sie in den Bereich hineinklicken und dann die Maus bei gedrückter Maustaste bewegen. Durch einen Klick außerhalb können Sie den Bereich wieder mit dem Bild verankern. Wenn ein Bereich ausgewählt ist, können die Malwerkzeuge nur diesen Bereich verändern. Probieren Sie es aus: Wählen Sie einen Bereich aus und malen mit dem Pinselwerkzeug Striche quer über das Bild. Die Striche werden nur innerhalb des Bereichs sichtbar. Das Ellipsenwerkzeug arbeitet analog.

Falls Sie perfekte Kreise oder Rechtecke auswählen möchten, können Sie die [Umschalt]-Taste drücken, während Sie den Bereich aufziehen. Wichtig ist, dass Sie die Taste erst nach dem ersten Klicken mit der Maus drücken. Mit der [Strg]-Taste legen Sie fest, dass der erste Mausklick den Mittelpunkt der Ellipse/des Rechtecks festgelegt hat.

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