USB-Scanner und -Drucker im Test

Seriendruck-Scanner

Dank Kernel 2.4 sollten Probleme mit USB-Geräten eigentlich der Vergangenheit angehören. Bei Druckern stimmt diese Aussage auch weitgehend, bei USB-Scannern darf man jedoch nicht einfach wahllos zugreifen, wie unser kombinierter Test zeigt.

Endlich ist es soweit: 2.4.0 ist da! Das berücksichtigen natürlich auch wir in unserem Test: Alle Geräte wurden sowohl mit der 2.2er, als auch mit der 2.4er Serie getestet. Soviel darf schon vorweggenommen werden: Betrachtet man nur USB allein, dann war der Druckertest hundertprozentig erfolgreich. Jeder Drucker wurde sofort erkannt, und es ließen sich Daten an jeden Drucker versenden. Leider war das Erzeugen dieser Daten nicht immer einfach, und die nötigen Filter lieferten nicht immer ein optimales Druckbild (lediglich der Optra M410 bedurfte keiner speziellen Filter). Bei Farbausdrücken muss man stets mit verschiedenen Filtern und Einstellungen experimentieren, wobei die Qualitätsunterschiede der Resultate enorm sein können. Bei Schwarz/Weiß war das Druckbild jedoch bei allen getesteten Modellen auf Anhieb zufriedenstellend. Die Tintenstrahldrucker haben allesamt zwei Patronen: eine Schwarz/Weiss und eine 3-Farben, welche bei einigen Geräten noch gegen eine Fotopatrone (6 Farben) ausgetauscht werden kann.

Canon BJC-2100

Canon bjc-2100: Nicht perfekt, aber mit Linux hinreichend gut nutzbar

Der BJC-2100 ist das preisgünstigste Modell aus dem Hause Canon. Er verfügt, genauso wie der Epson, nicht über einen Ein-/Ausschalter, aber zumindest über einen Knopf zum Auswerfen des Papiers (mit anschließendem Zurücksetzen des Druckers). Auch ein Sensor, der das Öffnen der Klappe zum Druckwerk anzeigt, ist vorhanden. So wird das Einsetzen der Patrone problemlos möglich. Der erste Probedruck mit ghostscript klappte auf Anhieb: zunächst wurden knapp eine halbe Minute die Patronen gereinigt. Danach schaffte der Drucker 2 Seiten pro Minute. Folgedruckaufträge starteten auch ohne den Reinigungsvorgang sofort nach Beginn des Transfers. Dokumente in Farbe wurden ansehnlich gedruckt, allerdings zeigten sich bei den Farbübergängen deutliche Schwächen: Unübersehbar ist der Kontrast beim Wechsel von der Farb- auf die Schwarz/Weiß-Patrone. Als Druckertreiber empfiehlt sich bjc-2000 von Gimp-Print, welcher aber nur bei der Papiereinstellung "Glossy Photo Paper" hinreichend gute Resultate erzeugt.

Epson Stylus Color 580

Das Plastikgehäuse des Epson Stylus Color 580 besitzt keinen einzigen Schalter oder Knopf und erst gar keine Statusanzeigen wie LC-Displays oder LEDs. Zudem war das Einsetzen der Tintenpatronen ein abenteuerliches Unterfangen: Für Windows gibt es vermutlich ein passendes Software-Werkzeug, aber mit Linux bleibt nur die Möglichkeit, den Netzsstecker während der Initalisierung zu ziehen, um den wild gewordenen Druckkopf in einer passenden Stellung zu erwischen bei der sich die Tintenbehälter installieren lassen. Danach begibt man sich auf die Suche nach Treibern, und wird auf der Homepage von Epson fündig: Hier wird auf xw_tools [1] verwiesen - ein kommerzielles Produkt, für welches extra gelöhnt werden muss. Kein schöner Zug von Epson, denn bei einem Drucker für um die 200 DM sind 15 Euro relativ viel. Es gibt jedoch leider keine Alternative: es ist eben ein GDI-Drucker, mit dem man nicht einmal gewöhnlichen ASCII-Text ausdrucken kann. Mit xw_tools ist der normale Dokumentendruck ganz passabel. Allerdings dauert ein Farbausdruck mit einer Auflösung von 720 DPI etwa 18 Minuten. Jeder andere Drucker im Test war hier deutlich schneller. Bilder benötigten sogar noch etwas länger. Der Drucker schiebt das Papier immer in der selben Geschwindigkeit durch den Drucker. Die Option -compress beschleunigt zwar den Druckvorgang etwas, aber mit 15 Minuten möchte sich immer noch kein rekordverdächtiger Wert einstellen.

Größtes Problem ist hierbei der Hauptspeicherverbrauch von xw_print, dem eigentlichen Filter. So braucht dieses Programm für eine Seite in 720 DPI ganze 204 MB Hauptspeicher, da die komplette Seite zunächst im Speicher aufgebaut und erst danach zum Drucker geschickt wird. Mit zu geringem Speicher und einer großen Swap-Partition wird der Ausdruck eines zehnseitigen Dokuments zu einer abendfüllenden Beschäftigung. Deshalb ist der Epson Stylus Color 580 für den Normalanwender eher weniger empfehlenswert.

Filter für Epson Stylus Color 580

#!/bin/bash
 TMPFILE=`mktemp /tmp/epson.XXXXXX`
 cat > $TMPFILE
 gs -sDEVICE=ppmraw -q -dNOPAUSE -dBATCH -r720 -sOutputFile=- $TMPFILE | /usr/local/bin/xw_print -usbEps -dev epsC580 -density 720 -compress

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