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Tar-Trek

01.03.2001 Der virtuelle Raum; unendliche Seiten. Auf der Suche nach immer weiteren Zivilisationen fliegt das Raumschiff Fensterprise seit Jahren durch die Tiefen des virtuellen Nichts, um immer wieder unschuldige Völker und Opfer aufzusuchen, damit sie den Segen der Föderation zu kaufen bekommen können. Dabei erlebt die Besatzung der Fensterprise immer neue Abenteuer und sieht Dinge, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Logbucheintrag der Fensterprise: "Bootzeit: 256 kB, auf unserer Fahrt in die neutrale Zone sind wir in bisher unerforschtes Gebiet eingedrungen. Dabei haben wir einen Klasse-L-Planeten entdeckt, dessen Bewohner uns mit aller Freundlichkeit empfangen haben. Mit Millionen Tonnen Gastgeschenken sind unsere Laderäume inzwischen derart überfüllt, dass wir sogar schon auf der Brücke die uns zugekommenen Spirituosen-Präsente aufbewahren müssen – hicks!"

Stimme aus dem Transporterraum: "Hallo Captain"

"Was gibt's, Schrotti?"

"Wir haben einen neuen Beam-Auftrag von der Planetenoberfläche erhalten. Da hat sich eine freie Vereinigung von Programmieren zusammengefunden, die wollen uns einen Haufen CD-ROMs und ihren Hausmüll schenken."

"Igitt! Aber unsere oberste Direktive verbietet, dass wir unsere Speicher nicht mit jeder Menge Mist zukloppen. Das ist zwar reine Verschwendung, aber vielleicht können wir etwas mit den CDs anfangen. Wo haben wir denn noch Platz? Ist auf Ihrer Krankenstation noch Platz, Dr. McScheu?"

"Tut mir leid, James, aber die neue Version von Nuts & Bolts sorgt dafür, dass wir bis oben voll sind. Lass uns doch das ganze Zeug in die Kompatibilitäts-Antikompatibilitäts-Antriebskammern jagen."

"Gute Idee, Pelle. Also Schrotti, saug den Kram hoch!"

Alarm, Alarm, Sirenengeheul.

Körk: "Was ist passiert?"

Schrotti meldet sich aus dem Maschinendeck: "Captain, der Mist in den Antriebskammern dehnt sich aus, jedenfalls der nicht kompatible Teil."

"Faszinierend!"

"Was denn, Spuck?"

"Unter den CD-ROMs waren boot-fähige. Ein kleines eigenständiges System hat sich in unserem Antrieb installiert, das sich selbst Linux nennt."

"Ist es gefährlich?"

"Mit einer 99,9-prozentigen Wahrscheinlichkeit nicht. Mehr noch, Captain: Es beinhaltet die Lösung für unser Problem. Es bietet auf seiner Schnittstelle einen einfachen Befehl zum Zusammenstampfen des Mülls an. Er heißt compress."

"Lizenzgebühren?"

"Keine"

"Gut. Schrotti, benutzen sie Linux um den fremden Müll zusammenzustauchen. Wie lange brauchen Sie dafür?"

"Drei Stunden."

"Sie kriegen zwei."

Nach einer Stunde und

compress ms

schwebt die Fensterprise wieder ruhig und sanft im Orbit des Klasse L-Planeten.

compress (komprimieren)

compress -cdfrv <\<>datei>

komprimiert Dateien mit Hilfe des LZW-Algorithmus. Dabei prüft compress, ob sich die Datei wirklich verkleinert, wenn sie durch den Algorithmus bearbeitet wird. Wird sie kleiner, wird die Datei von compress durch eine gleichnamige mit der zusätzlichen Endung .Z ersetzt. Würde die Datei nicht kleiner, bleibt sie unverändert.

  • Die Option -d steht für dekomprimieren. Dafür kann aber auch das Kommando uncompress benutzt werden.
  • Die Option -f forciert das Verkleinern, selbst wenn die Datei dadurch in Wirklichkeit größer wird.
  • Die Option -v gibt die Kompressionsrate aus. Sehr interessant. Textdateien sind meistens besser zu komprimieren als etwa Programmdateien.
  • Die Option -c leitet die Ausgabe auf die Standardausgabe um, statt die ursprüngliche Datei zu ersetzen. So bleibt diese Datei erhalten. Das ist z. B. ganz praktisch in Verbindung mit dem Umlenken der Ausgabe:
compress -c datei > komprimierte_datei
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LinuxUser 05/2014

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