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KOffice - Workshop

Praktische Übungen mit K. im Büro

Tabtarab

In unserem Beispielbrief fehlt nun noch eine Tabelle. Zur Erstellung einer solchen rechteckigen Zellenansammlung bieten sich Ihnen unter Kword gleich zwei Möglichkeiten: entweder fügen Sie eine KSpread-Tabelle ein oder Sie greifen auf eine, wesentlich weniger leistungsfähige Tabelle aus Kword zurück. Bitte beachten Sie, dass eine Kword eigene Tabelle nur für Formatierungen ausgelegt ist - Berechnungen lassen sich in ihr nicht durchführen. Für unseren einfachen Beispielfall reicht jedoch diese einfache Tabelle aus Kword voll und ganz aus. Um sie zu erzeugen, klicken Sie in der Werkzeugleiste auf das Symbol "Tabelle erstellen" (viertes von unten). Mit dem Symbol darunter können Sie übrigens auf analogem Wege eine KSpread-Tabelle einfügen. Alternativ zur Symbolleiste finden Sie die entsprechenden Befehle im Hauptmenü unter "Werkzeuge" wieder.

In jedem Fall sollte sich nun ein Fenster öffnen, indem Sie die Größe der Tabelle für unser Beispiel auf drei Zeilen und drei Spalten begrenzen sollten. Nach dem Klick auf OK verwandelt sich der Mauszeiger in ein Fadenkreuz. Fahren Sie mit diesem Zeiger an die Position in Ihrem Dokument, an der die Tabelle eingefügt werden soll. Halten Sie nun die linke Maustaste gedrückt, ziehen Sie einen Rahmen auf und lassen Sie anschließend die Maustaste wieder los. Die Größe des Rahmens spielt in diesem Fall übrigens keine Rolle, da im vorherigen Fenster, in den beiden Listen am linken Fensterrand der Wert Automatisch bereits voreingestellt war. Sollte der eingefügten Tabelle Text im Wege sein, so wird dieser automatisch von Kword verschoben.

Abbildung 5: Der fertige Beispielbrief mit eingefügter Tabelle

Entspricht die Tabelle nicht Ihren gewünschten Vorstellungen, so können Sie sie über den Menüpunkt Tabelle/Tabelle löschen wieder entfernen. Unter diesem Menüpunkt finden Sie übrigens noch weitere Befehle, mit denen Sie schnell Zeilen oder Spalten einer existierenden Tabelle hinzufügen bzw. wieder daraus entfernen können.

Tragen Sie nun, ungefähr wie in Abb. 5 gezeigt, einige Fantasiewerte in die einzelnen Tabellenfelder ein. Sie gelangen zum nächsten Tabellenfeld, indem Sie es entweder mit der Maus anklicken oder die [Pfeil-unten]-Taste betätigen.

Um der ganzen Tabelle zum Abschluss noch einen interessanten "Anstrich" zu verpassen, können Sie die Funktionen aus der letzten, der am oberen Rand befindlichen Symbolleisten verwenden. Wichtig: wählen Sie zuerst eine Linienart in der großen Liste aus (Klick auf den langen Schalter, äußerst rechts) und weisen Sie erst danach den Strich über die vier linken, kleineren Schalter der aktuellen Zelle zu.

Damit soll schon der erste Abschnitt unseres fünfteiligen KOffice-Workshops enden. Von der Textverarbeitung wollen wir uns aber noch nicht ganz verabschieden: Beim nächsten Mal geht es um die etwas komplexeren Funktionen, wobei insbesondere der Umgang mit den Rahmen eine wesentliche Rolle spielen wird. Anhand eines Zeitungs-Beispiels wollen wir dann noch einmal auf Kword zurück kommen.

KOShell oder alles ist austauschbar

Die gegenseitige Integrierbarkeit der einzelnen KOffice-Module ist ein wesentliches Funktionsmerkmal des freien Office-Paketes. So ist es z. B. möglich, eine Tabelle aus KSpread direkt in ein Textdokument von Kword einzubauen. Je nachdem welches Element Sie in Ihrem Dokument gerade bearbeiten, wird eine, für die Bearbeitung zuständige Anwendung geladen und angezeigt. Das erklärte Ziel der Entwickler war es hierbei, den Benutzer gar nicht mehr merken zu lassen, in welcher Anwendung er eigentlich arbeitet.

Das beste Beispiel für diese Integrationsfähigkeit bietet der sogenannte KOffice Arbeitsplatz, den man häufig unter der Bezeichnung KOShell vorfindet. Diese Anwendung ist ebenfalls Teil des KOffice-Paketes und soll als eine Art Schaltzentrale bzw. Ausgangspunkt, ähnlich dem Desktop unter StarOffice dienen. Nach dem Start über das entsprechende Menü Büroprogramme der KDE2-Startleiste öffnet sich ein zunächst leeres Fenster, wobei auf der linken Seite eine Symbolleiste mit allen verfügbaren KOffice-Komponenten angezeigt wird. Sie können nun ein neues Dokument erstellen, indem Sie die dazugehörige Anwendung mit der Maus anklicken oder aus dem Menü Datei/Neu wählen. Analog können Sie über Datei/Öffnen ein beliebiges, bereits erstelltes Dokument öffnen. In beiden Fällen startet der Arbeitsplatz automatisch die dazu passende Anwendung und integriert diese in seine eigene Oberfläche. Ein Vorteil des Arbeitsplatzes ist es, dass die Symbolleiste am linken Rand weiterhin eingeblendet bleibt, sodass Sie in jeder Situation einen schnellen Zugriff auf die einzelnen Office-Komponenten haben.

Probleme und Zukunftsaussichten

Im Folgenden sollen kurz die Probleme aufgeführt werden, die uns auf unserem Testrechner bei der Arbeit mit Kword (Version pre-BETA 1 (KDE2.0)) unangenehm aufgefallen sind:

  • Kword stürzt während der Arbeit häufig unvermittelt ab, weshalb Sie Ihre Dokumente oft zwischenspeichern sollten
  • Die Hilfe zu Kword ist nur in Englisch verfasst und weist zudem noch viele Lücken auf
  • Darstellungsfehler können im Text auftauchen, sofern der rechte oder linke Rand der Seite nicht vollständig in das Fenster passen. Erhöhen Sie in diesem Fall die Auflösung bzw. vergrößern Sie das Fenster.
  • Mit den deutschen Spracheinstellungen funktionierte die Rechtschreibkorrektur (Extra/Rechtschreibung) noch nicht
  • Markiert man Textstellen mit der Maus, so kann diese Markierung grafisch fehlerhaft dargestellt werden.
  • Die Importfilter bieten nur einen rudimentären Import von Word97-Dokumenten
  • - Die Arbeit mit Grafiken kann sehr schnell Abstürze provozieren. Zudem kann es vorkommen, dass Grafikrahmen nach der Bearbeitung für immer verschwinden.
  • In den zukünftigen Versionen sollen alle Stabilitätsprobleme selbstverständlich noch behoben werden und einige weitere Features, gerade was den Bereich der Import-Filter anbelangt, hinzukommen. Um weitere Informationen über die Zukunft von Kword zu erhalten, sollten Sie einen Blick auf die KOffice-Homepage unter http://koffice.kde.org werfen.

Diese Tabulatoren stehen zur Verfügung 

Das Symbol, das ähnlich wie ein "L" aussieht, richtet nach dem Sprung an diese Textmarke den dort eingegebenen Text immer linksbündig aus, das gespiegelte "L" hingegen immer rechtsbündig. Das auf dem Kopf stehende "T" ist insbesondere für Zahlen nützlich, da sämtlicher Text an dieser Sprungmarke zentriert ausgerichtet wird. Ist dem "T" noch ein Punkt beigefügt, so wird der Dezimalpunkt der dort eingegebenen Zahl immer an diesem Tabulator ausgerichtet.

Infos

[1] KOffice-Homepage: http://koffice.kde.org 

[2] Homepage des KDE-Projektes: http://www.kde.org 

Der Autor

Tim Schürmann ist Student der Informatik an der Universität Dortmund und sein Lieblingszitat aus einem berühmten Buch lautet: "Rattatam, Rattatam braust der Zug durch die Nacht - und der Koch in der Küche übt immer noch das Reibekuchenumdrehen."

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Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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LinuxUser 06/2012

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