Bedenkliches linuxconf

Auch das bei Red Hat und Mandrake anzutreffende linuxconf ist sicherheitstechnisch bedenklich. Wie bei swat wird das Passwort bei linuxconf unverschlüsselt übertragen, was einem Angreifer natürlich Tür und Tor öffnet. Da linuxconf zudem fast das gesamte System verwaltet, braucht ein Angreifer nur dieses eine Tool, um auf dem Rechner viel Schaden anrichten zu können. Wenn Sie linuxconf benötigen, sollten Sie es zumindest per Firewall schützen, ansonsten ebenfalls durch eine Raute am Anfang der Zeile in der /etc/inetd.conf abschalten.

In Abbildung 3 sehen Sie die Früchte unserer Arbeit am Beispiel der /etc/inetd.conf unseres SuSE-Systems mit aktiviertem http-rman und swat (stellvertretend für linuxconf).

Abbildung 3: Fast alle Dienste waren überflüssig: http-rman benötigen wir für das SuSE-Hilfe-System, swat steht stellvertretend für das System-Verwaltungsprogramm linuxconf anderer Distributionen

Dienste abschalten

Damit wäre die /etc/inetd.conf im Idealfall leer, und wir könnten selbst den inetd abschalten. Je nach verwendeter Distribution gibt es dazu unterschiedliche Konfigurations-Tools. Bei SuSE Linux setzen Sie im grafischen YaST 2 Netzwerk/Dienste / inetd ein-/ausschalten auf Aus, inetd nicht starten. Bei Mandrake tun Sie dies über das Tool DrakConf, dort unter Startup-Dienste (Abbildung 4).

Per Kommandozeile geht es einfacher: Unter /etc/rc.d sind im Unterverzeichnis init.d bei (fast) allen Distributionen die Start-Skripte der einzelnen Dienste sowie in den Unterverzeichnisen rc0.d bis rc5.d Verweise auf die jeweiligen Start-Skripte gespeichert. Über diese Verweise wird letzendlich der Dienst beim Hochlaufen aufgerufen. Der Dienst läuft aktuell, weshalb er zunächst ordnungsgemäß angehalten werden sollte. Dazu rufen Sie das Skript von Hand auf, hier am Beispiel des inetd:

/etc/rc.d/init.d/inetd stop

Möchten Sie nun einen Dienst dauerhaft abschalten, brauchen Sie nur den Namen des jeweiligen Start-Scripts in /etc/rc.d/init.d umzubenennen:

mv /etc/rc.d/init.d/inetd /etc/rc.d/init.d/inetd.nein

Die Endung ".nein" haben wir willkürlich gewählt. Damit laufen die Verweise aus den anderen Unterverzeichnissen ins Leere, und der Dienst wird nicht mehr gestartet. Zum Reaktivieren benennen Sie das Start-Skript einfach wieder mit dem ursprünglichen Namen. Bleibt nur noch anzumerken, dass Sie für all diese Aktionen Root-Rechte benötigen.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Unnötige Systemdienste abschalten
    Der Feind lauert überall: Nicht nur das Einrichten einer Firewall oder der Einsatz eines Viren-Scanners, sondern auch das Abschalten von Diensten trägt dazu bei, den eigenen Rechner zu schützen. Wir zeigen, wie Sie Ihren Linux-PC ein bisschen besser abschotten.
  • Arbeiten mit dem Samba Web Administration Tool
    Das Samba-Paket erlaubt eine gewaltige Anzahl von Einstellungen und Optionen. Mit dem Frontend SWAT schlagen Sie eine Bresche in das Dickicht der Konfiguration und sorgen für eine bequeme Verwaltung des Servers.
  • Red Hat Linux updaten: Von 6.1 auf 7.0
    "Never change a running system." Das ist die Standard-Warnung des konservativen und Update-geschädigten Systemadministrators, der zu häufig erleben musste, wie nach einem Update nichts mehr wie vorher war… In Teil 2 unserer Mini-Serie werfen wir einen Blick auf den Update-Mechanismus von Red Hat Linux; wir testen das Update von Version 6.1 auf 7.0.
  • Samba
    Niemand trennt sich gern von Gewohnheiten, und so tut oft außer dem neuen Linuxrechner auch noch der eine oder andere Windowsrechner als Arbeitstier seinen Dienst. Im Zeitalter der Computernetze spricht viel dafür, Linux- und Windowsrechner den Drucker und die MP3-Sammlung gemeinsam nutzen – und Samba tanzen zu lassen.
  • NTP und andere Zeit-Server
    Eine korrekt gestellte Systemuhr ist nicht nur praktisch, sie hilft auch bei der Suche nach Konfigurations- und Netzwerksfehlern oder bei der Analyse von Angriffen. Aber woher bekommt man die richtige Zeit? Über's Internet.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 10/2016: Kryptographie

Digitale Ausgabe: Preis € 0,00
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Soundkarte wird erkannt, aber kein Ton
H A, 25.09.2016 01:37, 2 Antworten
Hallo, Ich weiß, dass es zu diesem Thema sehr oft Fragen gestellt wurden. Aber da ich ein Linu...
Scannen nur schwarz-weiß möglich
Werner Hahn, 20.09.2016 13:21, 2 Antworten
Canon Pixma MG5450S, Dell Latitude E6510, Betriebssyteme Ubuntu 16.04 und Windows 7. Der Canon-D...
Meteorit NB-7 startet nicht
Thomas Helbig, 13.09.2016 02:03, 3 Antworten
Verehrte Community Ich habe vor Kurzem einen Netbook-Oldie geschenkt bekommen. Beim Start ersch...
windows bootloader bei instalation gelöscht
markus Schneider, 12.09.2016 23:03, 1 Antworten
Hallo alle zusammen, ich habe neben meinem Windows 10 ein SL 7.2 Linux installiert und musste...
Ubuntu 16 LTE installiert, neustart friert ein
Matthias Nagel, 10.09.2016 01:16, 3 Antworten
hallo und guten Abend, hab mich heute mal darangewagt, Ubuntu 16 LTE parallel zu installieren....