Die Sache mit FTP

Das File Transfer Protocol, kurz FTP, wird häufig zur Übertragung von Dateien zwischen zwei Rechnern verwendet. Um Dateien bei einem Server abzurufen, verwendet man einen sogenannten Client, ein Anwendungs-Programm, mit dem man nach Dateien suchen und sie anschließend herunter laden kann. Einen FTP-Server benötigt dabei nur die Gegenseite, die Daten bereitstellt. Der große Vorteil von FTP-Servern gegenüber anderen Lösungen ist, dass man anonymen Benutzern Zugang gewähren kann. Im Unterschied zu einem normalen, auf dem Server bekannten Benutzer können beim anonymen Zugriff nur die in einem speziellen Verzeichnis zur Verfügung gestellten Dateien abgerufen werden. In den letzten Monaten sind aber immer wieder Fehler in verschiedenen FTP-Daemons aufgedeckt worden, über die im Zweifelsfall Administrator-Rechte erlangt werden konnten. Deshalb empfehlen wir, wenn irgend möglich den FTP-Zugang durch Auskommentieren in der /etc/inetd.conf abzuschalten. Wenn reguläre Benutzer Dateien übertragen möchten, so können sie das mit dem Befehl scp tun, wie im Kasten "SSH & Co." beschrieben.

Geschwätziger Swat

Auch den letzten noch verbliebenen Kandidaten, das Konfigurations-Programm swat vom Samba-Projekt, sollten Sie deaktivieren. Zum einen erlaubt swat die Umkonfiguration von außen, wobei auch sensible Datenbereiche Ihrer Festplatte allgemein freigegeben werden könnten. Außerdem kann ein Angreifer durch Belauschen Ihrer Verbindung zum swat wichtige Informationen über Ihr System sammeln. Das größte Problem ist jedoch, dass Sie sich bei der Verwendung des Tools als root anmelden und Ihr Root-Passwort eingeben müssen – dieses wird dann völlig unverschlüsselt und eindeutig als Passwort gekennzeichnet übertragen. Man kann dies etwa damit vergleichen, als wenn Sie Ihren Haustürschlüssel mit Adressschild an einer U-Bahn-Station aufhängen, in der Hoffnung, es wird ihn keiner benutzen. Wenn Sie swat zur Konfiguration Ihres Samba-Systems dennoch benutzen wollen, sollten Sie wie weiter unten beschrieben zumindest zum Internet hin eine Firewall einrichten, damit swat von außen nicht mehr erreichbar ist.

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