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Komfortabel in den IRCX-Chat

Dokumentation

Die mit den X-Chat-Sourcen mitgelieferte Dokumentation ist noch auf dem Stand von 1999 und identifiziert sich als zu X-Chat 1.2 gehörig. Die HTML-Dateien befinden sich nach dem Auspacken der Programm-Sourcen im Unterverzeichnis doc, bei Installation des RPM-Pakets in /usr/doc/xchat-1.6.2 und des Debian-Pakets in /usr/doc/xchat/html/.

Im folgenden Artikel geht es um IRC-Clients für die Kommandozeile, insbesondere BitchX, einen recht komfortablen Vertreter dieser Kategorie.

Kasten 2: Konfigurationsdateien

X-Chat legt die benutzerspezifischen Konfigurationsdateien im Unterverzeichnis .xchat/ Ihres Home-Verzeichnisses ab, Sie finden dort die folgenden Dateien:

  • buttons.conf enthält die Belegungen der Knöpfe, die im rechten Teil eines Channel-Fensters (unterhalb des Informationsbereichs) angezeigt werden.
  • commands.conf enthält benutzerdefinierte IRC-Befehle: zum Beispiel ist hier der Befehl /chat als Abkürzung für /dcc chat definiert.
  • ctcpreply.conf legt die Antworten fest, die X-Chat geben soll, wenn er von anderen IRC-Programmen ein CTCP-Signal erhält (CTCP = Client To Client Protocol).
  • ignore.conf enthält Ihre persönliche Ignore-Liste: Dies sind die Einträge für andere IRC-Nutzer, deren persönliche Nachrichten oder Postings im Channel Sie nicht mehr sehen wollen. Die Einträge werden mit /ignore maske angelegt.
  • keybindings.conf legt Tastenkombinationen fest; diese Einstellungen lassen sich am einfachsten in X-Chat selbst ändern.
  • notify.conf enthält alle Einträge von Nutzern, über deren Betreten oder Verlassen des IRC-Netzwerks Sie informiert werden wollen. Meldet sich ein hier eingetragener Nutzer im IRC an, erhalten Sie eine Meldung der Form Notify: Benutzer is online (Server). Neue Notify-Einträge werden über den Befehl /notify nick angelegt, können aber auf diese Weise nicht entfernt werden – zum Entfernen wählen Sie den Menüpunkt Fenster/Benachrichtigungs-Fenster, wählen dort den zu löschenden Eintrag aus und klicken auf Remove.
  • palette.conf speichert die Farbeinstellungen.
  • pevents.conf speichert die Formulierungen, mit denen X-Chat Sie über Ereignisse informiert. So könnten Sie etwa die englische Meldung Nickname has joined #channel durch das deutsche Nickname hat #channel betreten ersetzen.
  • In popup.conf legen Sie fest, welche Menüpunkte das Kontextmenü enthält, das Sie über einen rechten Mausklick auf einen Eintrag der Benutzerliste erhalten.
  • replace.conf enthält die automatischen Ersetzungen; vorkonfiguriert sind hier nur teh/the, r/are und u/you – diese sind speziell für die englische Sprache eingerichtet worden und würden im deutschsprachigen Raum sowieso eher stören…
  • serverlist.conf: In dieser Datei speichert X-Chat die Server-Definitionen – neben Server-Name und Port können der auf diesem Server zu verwendende Nickname, ein eventuelles Passwort, die zu setzenden Flags und alle Channels, die automatisch betreten werden sollen, gespeichert werden.
  • urlhandlers.conf: X-Chat erkennt Standard-URLs der Form http://www...., ftp://ftp.... oder name@rechner – hier lassen sich Programme konfigurieren, die beim Anklicken einer solchen URL gestartet werden sollen.
  • usermenu.conf definiert die Einträge des User Menu in der Menüleiste.
  • xchat.conf ist die Hauptkonfigurationsdatei – hier sind unter anderem Ihre Benutzerdaten (Realname, Standard-Nicknamen) gespeichert.

Glossar

Channel

Ein Channel im IRC ist ein Diskussionsforum, das Sie mit dem Befehl /join #channel betreten (engl.: to join) können. Alles, was Sie nach dem Betreten des Channels in die Eingabezeile schreiben, erscheint nicht nur bei Ihnen, sondern auch bei allen anderen Anwendern, die sich auf diesem Channel befinden. So ist ein Gespräch in einer großen Runde möglich.

Nickname

Ein Spitzname, der pro IRC-Server genau einmal vergeben wird. Beim Start von X-Chat bietet Ihnen das Programm Ihren Login-Namen Ihres eigenen Rechners an. Sollte der Name bereits von einem anderen User verwendet werden, wird als nächste Möglichkeit ein Unterstrich angehängt, usw. Natürlich können Sie die Einträge nach Ihren eigenen Wünschen modifizieren und anpassen. Meistens dürfen diese Spitznamen die Länge von neun Zeichen nicht überschreiten.

Hostmask

Die Hostmask dient zur Identifizierung eines IRC-Benutzers. Offensichtlich taugt der Nickname dazu recht wenig, da sich dieser mit einem einfachen /nick abcde… jederzeit in jeden gerade unbenutzten Nick ändern lässt. Daher wird zusätzlich die IP-Adresse (oder falls erkennbar der nicht-numerische Name) des Rechners und der dort verwendete Benutzername verwendet. Eine Hostmask setzt sieht wie eine erweiterte E-Mail-Adresse aus und hat den Aufbau

Auto-Rejoin

Viele IRC-Programme lassen sich so konfigurieren, dass man nach einem Kick sofort wieder auf den Channel zurückkehren kann. Das nennt sich Auto-Rejoin und wird bei X-Chat über den Menüpunkt Benutzermodi/Auto Rejoin bei Kick eingeschaltet. Auf manchen Channels finden sich Bots, die auf dieses Verhalten reagieren und jeden Auto-Rejoin mit einem Ban für mehrere Minuten "belohnen".

Bot

Ein Bot, kurz für Roboter, ist ein Programm, das sich wie ein normaler Anwender in den IRC einloggt, in der Regel auf einem Channel Op-Rechte erhält und dann über die Einhaltung bestimmter Regeln auf diesem Channel wacht (oder im einfachsten Fall nur seinem Besitzer Op-Status gibt, wenn dieser auf den Channel kommt). Sehr beliebt ist das Bot-Programm eggdrop. Vorsicht: Auf manchen Netzwerken ist der Einsatz von Bots nicht erlaubt. Daher sollten Sie vorher prüfen, ob Sie einen Bot verwenden dürfen, falls Sie mit diesem Gedanken spielen. Die Konfiguration eines Eggdrop setzt aber fortgeschrittene Kenntnisse voraus und ist im übrigen nur sinnvoll, wenn Sie über eine permanente Anbindung zum Internet (Standleitung; keine Flatrate, bei der regelmäßig die Verbindung unterbrochen wird) verfügen.

DCC

Bei dem Direct Client to Client handelt es sich um ein spezielles Protokoll, das für IRC-Clients entwickelt wurde. Einige "Beschränkungen", denen IRC unterliegt, können hiermit umgangen werden. DCC benutzt die TCP-Verbindung ("Transmission Control Protocol"), um Daten zwischen jeweils zwei Clients zu übertragen. "Datenpakete" können auf diese Weise mit der ganzen zur Verfügung stehenden Geschwindigkeit gesendet und empfangen werden. Es gibt zwei verschiedene Wege, DCC sinnvoll zum Einsatz zu bringen: /dcc chat nick und /dcc send nick datei. Eine der beiden teilnehmenden Seiten muss dazu ein "Angebot" unterbreiten, z. B. /dcc chat nick. Die Gegenseite erhält eine Meldung mit Informationen über den User, seine IP-Nummer und eine Port-Nummer und kann die Verbindung nun mit dem Kommando /dcc chat other_nick herstellen. Der Vorteil: Die Verbindung läuft nicht mehr über den IRC-Server, d.h. es kommt zu keinen serverbedingten Verzögerungen, und die Übertragung bleibt bestehen, wenn ein Server verlassen wird. Verlassen können Sie den DCC mit dem Aufruf /dcc close chat other_nick. Die Befehle zum Übertragen von Dateien sind ähnlich: /dcc send nick datei, Verbindungsaufbau mit /dcc get other_nick.

Flag

Spezielle Eigenschaften oder Attribute, die für einen Channel oder Nickname gesetzt werden können. Führt der Channel-Op den Befehl /mode #channel +i ("invite only") aus, können nur noch Benutzer auf den Channel kommen, die vom Op mit /invite nick dazu aufgefordert wurden. Dieses +i-Flag kann auch für den eigenen Nick gesetzt werden: /mode nick +i – in diesem Fall steht es für "invisible". Damit ist man nur noch "sichtbar" für Teilnehmer, die den Nickname genau kennen.

Infos

[1] X-Chat-Homepage: http://www.xchat.org

[2] Infos rund um IRC (inkl. FAQ): http://www.irchelp.org

[3] Deutsche Infos der FU Berlin: http://irc.fu-berlin.de

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


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