Komfortabel in den IRCX-Chat
Es gibt viele Gründe, sich in ein Chat-Forum (in IRC-Sprache: auf einen Channel) zu verirren, denn IRC bietet zu allen denkbaren Themen einen solchen "Gesprächskanal". Haben Sie eine Frage zur Linux-Kernel-Kompilation oder möchten Sie über das letzte Konzert Ihrer Lieblingsgruppe sprechen? Suchen Sie einfach nach dem passenden IRC-Channel, und Sie werden dort andere mit gleichen Interessen treffen.
Da beim Chatten nur Text zwischen den Teilnehmern übertragen wird, benötigt man prinzipiell kein grafisches Programm für diese Aufgabe; so zeigt die Zu-Befehl-Rubrik dieser Ausgabe eine Reihe von IRC-Programmen, die im Textmodus (also auf der Konsole oder in einem Terminal-Fenster) arbeiten. Mit X-Chat wird das Chatten allerdings deutlich komfortabler – die Maus hilft.
Installation
Sollte X-Chat noch nicht installiert sein, gibt es wie üblich zwei Wege, das Programm auf Ihren Rechner zu bringen:
- Als RPM- oder Debian-Paket wird es mit den üblichen Befehlen (rpm -i xchat-1.6.2-1.i586.rpm bzw. dpkg -i xchat_1.4.3-0.1.deb ) vom Systemadministrator root eingespielt.
- Wenn es als Source-Paket vorliegt, findet der übliche Installations-Dreischritt ./configure; make; make install statt (siehe Kasten Installation aus Quellen).
Kasten 1: Installation aus Quellen
Um X-Chat selbst aus den Quelltexten zu übersetzen und zu installieren, gehen Sie wie folgt vor: Wechseln Sie in das Verzeichnis /usr/local/src/, werden Sie dort (mit dem Befehl su zum Systemadministrator root und entpacken Sie das Quelltext-Archiv (z. B. von der Heft-CD) mit dem Befehl
tar xIf /cdrom/LinuxUser/xchat/xchat-1.6.2.tar.bz2
Wechseln Sie dann in das neue Unterverzeichnis xchat-1.6.2 und führen Sie dort den Befehl
./configure
aus. configure ist ein Skript, das Ihr System nach vorhandenen Compilern, Bibliotheken und weiteren Dingen durchsucht, die für die Erstellung des ausführbaren X-Chat-Programmes notwendig sind. Am Ende der Skript-Ausführung erscheint eine Zusammenfassung der Form
xchat 1.6.2 Building interfaces: GTK+ TEXT gnome-libs ………. : yes 1.2.0 gnome panel ……… : no zvt shell tab ……. : yes gdk-pixbuf……….. : yes perl ……………. : yes python ………….. : yes 1.5 plugin interface …. : yes link with socks5 …. : no link with openssl … : no nls/gettext ……… : yes translation tables… : yes glib replace …….. : no hebrew support …… : no The binary will be installed in /usr/bin configure complete, now type 'make' and pray.
Wie Sie der letzten Zeile bereits entnehmen können, ist der nächste Schritt die Eingabe von
make
Dieser Schritt wird etwas länger dauern: Die Programm-Quelltexte werden nun übersetzt. Ist auch dieses ohne Fehlermeldungen gut verlaufen, geben Sie schließlich noch
make install
ein, um alle Programmdateien in die richtigen Verzeichnisse zu kopieren. Damit ist die Installation abgeschlossen, und Sie können das Verzeichnis xchat-1.6.2 verlassen und löschen:
cd .. ; rm -rf xchat-1.6.2
Sprich meine Sprache!
X-Chat verwendet die Gtk-Bibliothek und lässt sich (wie alle GNOME-Programme) durch Setzen der Umgebungsvariable $LANG zur Verwendung verschiedener Sprachen in Menüs und Dialogen bringen. Falls $LANG nicht oder nicht richtig gesetzt ist (und X-Chat sich in Englisch präsentiert), fügen Sie den Befehl
export LANG=de_DE
in eine der Shell-Startdateien ein; ein guter Platz dafür ist ~/.bashrc. Sie können den Befehl aber auch vor den X-Chat-Aufruf stellen, um die Variable nur für dieses Programm für einen einzelnen Aufruf zu ändern:
env LANG=de_DE xchat
Beachten Sie, dass das Setzen der Variable über die Startdatei erst wirksam wird, wenn Sie die Shell (bzw. das Terminal-Programm) neu gestartet haben, z. B. mit . .bashrc oder xterm &.



