Alternatives Postfach
Es muss nicht immer Netscape sein
Es gibt viel zu konfigurieren – packen Sie's an
Konfiguriert wird dieser Mail-Client über die Datei /etc/muttrc, deren globale Einstellungen durch Ihre persönlichen Wünsche in der ~/.muttrc überschrieben werden. Die Datei ist eine einfache Textdatei, in der Variablen vier verschiedene Typen von Werten zugewiesen werden: Boolean (true/false), Zahlen, Zeichenketten oder Quadoption (yes/no). Mit diesen Werkzeugen können Sie nun dem Mail-Client alle Ihre Wünsche mitteilen: sein Aussehen, sein Verhalten beim Sortieren von E-Mails (Abspeichern in separaten Foldern), Verwendung von Farben, wie der Index und die einzelnen Nachrichten aussehen sollen und vieles mehr. Alle Tipps, die hier im Text genannt werden, können Sie also direkt in Ihre ~/.muttrc eintragen.
Alle neuen Mails landen bei mutt automatisch in der Inbox. Dort bleiben sie, bis sie von Ihnen in die entsprechenden Folder, wie z. B. mbox, verschoben oder gelöscht werden. Im Folder mbox landen die gelesenen Nachrichten, vor dem Verschieben fragt mutt allerdings nach.
Erste Schritte
Wollen Sie eine E-Mail lesen, drücken Sie einfach die [Return]-Taste, wenn sich die Markierung über der Nachricht befindet. Sie sehen die Mail jetzt im Vollbildmodus, d. h. das ganze Konsolen-Fenster ist damit ausgefüllt. Schreiben Sie die Anweisung set pager_index_lines=10 in Ihre ~/.muttrc, so werden die obersten zehn Zeilen weiterhin für den Index reserviert, während darunter der Nachrichten-Text zu sehen ist. Evtl. ist bereits eine solche Zeile vorhanden, dann brauchen Sie nur den dort gesetzten Wert verändern.
Header und die Mail selbst erscheinen grundsätzlich in einem Fenster, lassen sich aber zu besseren Unterscheidung einfärben (siehe Abbildung 5). Außerdem können Sie gezielt Informationen aus dem Header aus- und wieder einblenden. Dauerhaft machen Sie diese Einstellung über einen Eintrag wie ignore Delivered-To, bei dem fortan die Zeile mit dem Empfänger ausgeschaltet wird.
Verschiedene Farben zaubern Sie mit dem folgenden Schema auf den Schirm:
color hdrdefault cyan black
färbt den gesamten Header-Hintergrund schwarz mit cyan-farbener Schrift,
color header green black ^From:
färbt die Schrift der Zeile, die mit From: beginnt, grün.
Ein Adressbuch kennt mutt nur im übertragenen Sinne: Für vielbenutzte Namen werden Aliase eingerichtet. Diese folgen dem Schema:
alias kurzname user@host (Vorname Nachname)
oder
alias kurzname "Vorname Nachname" <user@host>
Für den ersten Beispieleintrag gilt: Die Namen in der Klammer sind optional. Sind sie vorhanden, verwendet sie mutt in der Anzeige. Die " " im zweiten Beispiel sind erforderlich, wenn der Name Sonderzeichen, wie z. B. Umlaute, enthält. Die Aliase werden einfach in die ~/.muttrc hineingeschrieben oder in eine andere Datei, die mit der Zeile
source dateiname
in der ~/.muttrc initialisiert wird.



