Mit den Diensten cron und at stehen auf jedem Linux-System minutengenaue Steuermechanismen zur Verfügung. So kann man sich morgens um sieben durch leise MP3-Musik aus dem Schlaf dudeln lassen (vorausgesetzt, der Lüfter im Rechner ist leise genug) oder die langwierige Berechnung einer Raytracing-Szene in die Nacht verlagern.
Wie man Cron nutzt, wurde ausführlich in "Diener auf die Minute" in Heft 12/2000, S. 80ff. beschrieben. Aber auch die Bedienung des at-Kommandos ist für Anfänger eher schwierig, weil bei der Datumsangabe ein bestimmtes Format eingehalten werden muss. Schön wäre hier ein grafisches Frontend – genau das stellt gatO von Antonio Luis Delgado Gonzalez dar.
Viertel vor …
Bevor Sie in den Genuss eines grafisch bedienbaren at kommen, müssen noch einige Voraussetzungen erfüllt sein. So benötigen Sie
- das GTK-Paket (libgtk o.ä.), dazu
- das GTK-Development-Paket (gtk-devel o.ä.) sowie
- autoconf und automake.
Nach dem Besuch der gatO-Homepage (http://www.arquired.es/users/aldelgado/proy/gato/default.htm) sind Sie um eine Datei (gato-0.6.6.tgz) reicher. Das Entpacken und Installieren des Programms funktioniert wie folgt:
tar xzf gato-0.6.6.tgz cd gato-0.6.6 su (root-Passwort eingeben) make cd .. rm -rf gato-0.6.6 exit
Zwölf!
Wenn alles geklappt hat, ist die ausführbare Datei gato jetzt im Verzeichnis /usr/local/bin zu finden. Da dieses üblicherweise in der PATH-Variablen enthalten ist, reicht es aus, gato & in einem xterm, K- oder GNOME-Terminal einzugeben, um das Programm zu starten. Das nun erscheinende Hauptfenster ist in Abbildung 1 dargestellt.
Es teilt sich in zwei wesentliche Bereiche auf. Die linke Hälfte zeigt die bereits in Auftrag gegebenen Aufgaben an, während rechts neue At-Jobs eingetragen werden. In Abbildung 1 befinden sich schon zwei Aufträge in der Warteschlange ("queue"), die am 8.2.2001 um 23:30 Uhr und am 9.2.2001 um 7:00 Uhr ausgeführt werden.



