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Überläufer

Psion und Palm mit Microsoft Outlook synchronisieren

01.02.2001

Ob es nun die Macht der Gewohnheit ist, die Sie zu Microsoft Outlook drängt, es ausgerechnet für Ihren PDA noch keine Linux-Werkzeuge gibt oder Ihnen die freien Terminplaner einfach nicht gefallen: Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Termine im Windows-Emulator zwischen PDA und Outlook abgleichen.

Die funktionierende Synchronisation zwischen PDA und Terminplaner auf dem heimischen Rechner ist eines der wichtigsten Dinge, die man als Anwender eines elektronischen Notizbuchs benötigt. Da sich bisher nur Palm-Geräte mit Linux-Terminplanern abgleichen lassen, schweift der Blick schnell hinüber zu den "verbotenen Früchten" der Windows-Welt. Doch halt, Sie brauchen deshalb den Pinguin nicht gleich über Bord zu werfen. Stellvertretend für andere Windows-Programme haben wir uns das weit verbreitete Outlook 2000 aus dem Paket Microsoft Office 2000 angesehen.

Bei den Windows-Emulatoren mussten wir uns leider auf die beiden kommerziellen Programme Win4Lin 2.0 und VMware 2.0.3 beschränken – Outlook ließ sich mit dem frei erhältlichen Wine nicht verwenden.

Win4Lin 2.0

Beginnen wir mit dem weniger bekannten und in Ausgabe 10/2000 getesteten Windows-Emulator Win4Lin. Es handelt sich um einen Zwitter, der ähnlich wie Wine einen Teil der Systemaufrufe von Windows durch Verwendung spezieller DLL-Dateien nach Linux übersetzt; auf der anderen Seite ist es aber schon fast ein virtueller Computer wie VMware, in dem ein komplettes Windows-System läuft. Wir verwendeten das verbesserte Win4Lin 2.0, das Sie unter http://www.netraverse.com/products/win4lin/downloads/eval/index.php bekommen können. Einen Evaluations-Schlüssel für 30 Tage Testbetrieb bekommen Sie nach Anmeldung – der entsprechende Link befindet sich auf der Download-Seite – innerhalb von Minuten per Mail zugeschickt. Die Test-Version hat bis auf ein Zeitlimit von 60 Minuten pro Sitzung keine Einschränkungen.

Die Installation von Win4Lin hat sich gegenüber unserem Artikel in Ausgabe 10/2000 des LinuxUser nicht wesentlich verändert: Nach der Installation als root müssen Sie als unprivilegierter Anwender zunächst die serielle Schnittstelle zuordnen lassen. Dazu rufen Sie winsetup auf und starten die Personal Win4Lin session configuration: win. Im neu erscheinenden Fenster mit der Beschriftung Personal Merge Session Configuration wählen Sie Devices und weisen wie in Abbildung 1 gezeigt COM 1 den Wert Serial attached COM 1 zu.

Abbildung 1: Das Freischalten der seriellen Schnittstelle wird bei Win4Lin über Personal Merge Session Configuration erledigt

Nach Speichern der Einstellung wenden Sie sich der Windows-Installation über Personal Windows Setup zu, nach Akzeptanz der Windows-Lizenzvereinbarungen und Eingabe des CD-Keys läuft der Rest vollautomatisch ab. Schließlich starten Sie den Windows-Emulator und richten noch Microsoft Outlook ein. Lassen Sie sich dabei nicht von auftretenden Fehlermeldungen bezüglich freiem Festplatten-Platz irritieren, Win4Lin meldet dies nicht korrekt an die Windows-Applikationen weiter.

Dienstprogramme installieren

Outlook selbst hat nicht die Möglichkeit, direkt mit PDAs zu kommunizieren. Sie benötigen dazu spezielle Erweiterungen, die die eigentliche Synchronisation ermöglichen und mit dem jeweiligen PDA mitgeliefert werden. Wir haben uns im Rahmen dieses Berichts die Geräte Psion Serie 5, Psion Serie 5mx-Pro, Psion Revo, Palm m100 und Palm Vx angesehen. Die entsprechende Synchronisations-Software wird bei allen Geräten auf CD mitgeliefert.

Die Installation der PDA-Software gestaltete sich problematisch. Der bei allen Windows-Programmen übliche Installshield bemängelt, dass auf unserer Festplatte nicht ausreichend Platz zu finden sei, und bricht setup.exe ab. Doch man kann den Installshield in den meisten Fällen überlisten – dazu kopieren Sie zunächst den gesamten CD-Inhalt unter Linux auf die Festplatte:

mkdir /tmp/cd-inhalt
 cp -a /cdrom/* /tmp/cd-inhalt
 chmod -R u+w /tmp/cd-inhalt

Das Beispiel geht davon aus, dass die CD unter /cdrom gemountet ist und der Inhalt nach /tmp/cd-inhalt kopiert werden soll. Bitte beachten Sie, dass auf der Festplatte, auf der sich /tmp befindet, auch ausreichend Platz sein muss. Der dritte Befehl sorgt dafür, dass die normalerweise schreibgeschützten Dateien jetzt verändert werden können.

In jedem Verzeichnis der CD, in dem es eine Datei setup.exe gibt, befindet sich die zugehörige setup.ini (Achtung, manchmal auch in Großbuchstaben oder Gemischtschreibweise). Dort ist unter anderem die Angabe über den vom Installationsprogramm benötigten minimalen Speicherplatz untergebracht. Sie brauchen nur den Wert hinter FreeDiskSpace zu löschen und Null einzutragen, um dem Installationsprogramm vorzugeben, es bräuchte keinen Platz für die Installation – leider funktioniert das nicht immer. Nach Anpassung aller setup.ini müssen Sie Win4Lin noch dieses "Laufwerk" mitteilen. Dazu rufen Sie wiederum winsetup und dort Personal Win4Lin session configuration: win. Im neu erscheinenden Fenster Personal Merge Session Configuration gehen Sie diesmal auf Drives & Filesystem und legen mit Add ein neues Laufwerk an. Abbildung 2 zeigt Ihnen die nötigen Einträge.

Abbildung 2: Mit diesen Einstellungen wird /tmp/cd-inhalt als Laufwerk D: angemeldet

Zurück unter Windows können Sie die Programme nun wie gewöhnlich installieren. Leider funktioniert dieser Trick mit FreeDiskSpace=0 nicht immer. Bleibt zu hoffen, dass Win4Lin in einem späteren Update dieses leidige Problem endlich löst.

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Infos zum Autor

Mirko Dölle

Redakteur für Linux bei c't, Heise Zeitschriften Verlag; ehemals Competence Center Hardware/Linux-Magazin, Linux New Media AG


Infos zur Publikation

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LinuxUser 06/2012

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