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01.01.2001

Volkers alternatives EditorialAdvent

Advent, Advent mein Windoof brennt!

Erst eins, dann zwei, dann NT 4,

Und Doctor Watson steht vor der Tür!

Es soll ja viele Leute geben, die gerade zu Weihnachten immer wieder den verschneiten Trugbildern der Werbung erlegen sind und sich von den bunten Farbprospekten der Werber in die Hart- und Weichwarenabteilungen der großen Wir-haben-alles-Kaufhäuser locken lassen. Das Trauerspiel, welches dabei ensteht, lässt sich immer wieder mit Begeisterung beim eigenen persönlichen Weihnachtsbummel durch die Stadt beobachten, wenn die Verkäufer den Dümmsten unter den dummen Computererstkäufern gnadenlos zu Windows raten. Bei der vereisten Jahreszeit bedeutet das glatt einen Kaltstart bei jedem neuen Programm. Mal ehrlich – sollten diese Zeiten nicht vorbei sein? Doch schauen wir mal tiefer in ein solche Szene hinein. Der Laden ist proppevoll, aus den örtlichen Beschallungsanlagen dudelt ein Glockenklangweihnachtsheuler, und irgendwo sagt ein Kind sein Gedicht auf:

Denkt euch, ich habe das Däumchen gesehen!

Es kam aus dem Coffeeshop, das Näschen voll Schnee!

Ach nein, das ist die Sportabteilung, wir wollten uns doch eigentlich die Computer ansehen… Da sind wir nun: Ein 70-jähriger Onkel sucht für seinen kleinen Enkel das passende Geschenk, und vielleicht darf's dann auch ein Computer sein. Doch guter Rat ist teuer; Onkel will gut beraten werden:

"Ist der denn auch so gut, wie der von Aldi?"

"Selbstverständlich – und noch viel besser."

"Kann der auch Tele Tubbi?"

"Dann müssen sie sich eine TV-Karte einbauen."

"Ist das schwer?" usw. …

Und nach einem Jahresvorat Beratung fragt unser Computer-Odysseus nach dem Preis – "AHHHH!" – und kauft am Ende den Pokemon-Organizer für unseren in Wirklichkeit schon 16-jährigen "Kleinen", der einfach 'ne neue Maus gebrauchen könnte, weil seine alte irgendwo zwischen den Chips bei seiner letzten Spieldauerorgie verloren gegangen ist, nebst einem neuen Prozessor, weil Windows nunmal richtig frisst. Derweil wattieren Die Westfälischen Nachtigallen über Lautsprecher die Luft:

Oh schöne, herrliche Linux-Zeit!

Du bringst statt Frust nur Fröhlichkeit!

Während der Windows-User in jedem Haus

Nach dem Crash macht seinen Rechner aus.

Und ist die Platte auch noch so klein,

so passt doch noch ein Linux hinein.

Aber kommen wir nun zur Bescherung. Also einmal kurz vor den Tannenbaum stellen und für die DigiCam lächeln und singen:

Oh Prozessbaum, Oh Prozessbaum!

Wo hängen Deine Blätter?

Du wächst nicht nur zur Linux-Zeit,

Sondern auch wenn's Windows knallt.

Oh Prozessbaum, Oh Prozessbaum!

Wo hängen Deine Blätter?

Jetzt tippt noch kurz ein:

pstree -Ghl

und schon habt Ihr Euren Weihnachtsbaum.

Zum Schluss noch einen Nikolaus

und fröhliche Weihnachten! (hge)

Der Befehl pstree: stellt den Prozessbaum dar, so dass man leicht sehen kann, welcher Prozess welchen Vaterprozess hat.

Das Kommando kennt einige Optionen. -G benutzt die schönere Darstellung mit Hilfe der VT100 Zeichen.

-h gibt den laufenden Prozess und seine Äste bis zur Wurzel fett aus.

-l gibt die vollen Äste aus, ohne sie abzuschneiden.

Außerdem gibt es noch:

-a zeigt auch die Argumente des Prozesses.

-c unterdrückt die Zusammenfassung identischer Subprozesse.

-p zeigt die ProzessID.

Der Autor

Volker Schmitt ist Mathematiker, Mathematiker und Mathematiker. Das dürfte aber schon aus dem Text deutlich werden… Neben seiner Arbeit bei einer Versicherung gibt er darum gerne gute Ratschläge, wie sich Probleme durch "Tensorieren" lösen lassen.

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