Mit <C>screen<C>, Charme und Melone

Sie können in Ihrem Home-Verzeichnis eine Datei .screenrc anlegen, in die Sie bestimmte Wünsche zum Programmverhalten eintragen. Tragen Sie zum Beispiel

startup_message off

ein, dann entfällt die Begrüßung beim Programmstart. Praktisch ist auch die Möglichkeit, sich eigene Kommandos zu definieren. Schreibt man in die .screenrc z. B.

bindkey ^f screen ssh marvin.cologne.de

(und nicht wie in der Man-Page beschrieben bind xy!), wird, wenn im screen-Fenster [Strg-f] gedrückt wird, automatisch ein neuer Screen mit einer ssh-Verbindung zum Rechner marvin.cologne.de aufgemacht. Auf diese Weise können Sie eine Menge nützlicher Aliase definieren. Möchten Sie als Standard-Puffer mehr als die 100 Zeilen haben, können Sie durch einen Eintrag

defscrollback 1000

eine eigene Puffer-Größe festlegen. Ein nettes Feature ist auch die sogenannte vbell_msg. Dazu muss als erstes definiert werden: vbell on, danach die gewünschte Meldung, die erscheinen soll, wenn ein Fenster einen "beep" ([Strg-g]) empfängt, z. B.

vbell_msg "Hallo! Hier piept's!"

Es gibt noch eine ganze Reihe von Tipps und Tricks zu diesem Thema in der sehr ausführlichen Man-Page. Es lohnt sich darüber hinaus, einen Blick in die Default-Konfigurationsdatei /etc/screenrc zu werfen. Wenn Sie noch mehr zum Thema lesen möchten, gibt es bei den meisten Distributionen ein sehr gut geschriebenes README und eine FAQ. Das Verzeichnis, in dem sich diese Dateien befinden, hängt von der Distribution ab. Für Red Hat ist es /usr/share/doc/screen-3.9.5/, für Debian /usr/doc/screen/ und für Mandrake /usr/doc/screen-3.9.5/.

(Tipp: Sie können diese Dateien, wenn sie die Endung .gz haben, also gzip-komprimiert sind, mit dem Programm zless lesen – dies ist z. B. bei Debian Linux der Fall.) Ansonsten gilt:

Send bugreports, fixes, enhancements, t-shirts, money, beer & pizza to screen@uni-erlangen.de

Glossar

Terminalemulation

Das Programm, das für die Bildschirmausgabe zuständig ist, tritt dem System gegenüber als ein Terminal auf. Die Linux-Konsole oder ein Xterm beispielsweise kennen bestimmte Steuersequenzen für Hervorhebung, Cursor-Positionierung etc. Teilweise sind diese echten Hardware-Terminals nachempfunden, z. B. denen vom Typ DEC vt100. Wenn die Umgebungsvariable TERM auf vt100 gesetzt ist, lässt sich das Programm so ansteuern wie ein vt100-Terminal.

Infos

[1] Die Homepage des GNU-Projektes screen ist http://www.gnu.org/software/screen/

[2] Eine schöne Sammlung von Informationen ist unter http://www.math.fu-berlin.de/~guckes/screen/ zu finden.

Der Autor

Heike Jurzik ist am Rechenzentrum der Universität Köln als Administratorin des lokalen News-Servers beschäftigt. Sie arbeitet seit 1996 auf Linux-Systemen. Und weil die Tastatur als Tasteninstrument ausreicht, spielt sie statt Klavier lieber Violine in einem Sinfonieorchester und liest bei Gelegenheit gern ein gutes Buch.

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