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Gnomogram

News und Programme rund um GNOME

01.01.2001 GNOME und GTK als Programmbasis von GNOME haben in den letzten Jahren immer mehr Anhänger gefunden. Inzwischen gibt es Programme für fast jede Aufgabe und täglich kommen neue hinzu. In der Rubrik Gnomogram wollen wir jeden Monat die Perlen unter den GNOME-Tools vorstellen und über die neuesten Gerüchte und Informationen zu GNOME berichten.

GNOME-Foundation-Wahlen beendet

Anders als die US-Wahlen lief die Wahl der elf Direktoren des GNOME Foundation Board problemlos und ohne größere Überraschungen ab. Natürlich sind Miguel de Icaza und Federico Mena Quintero, die Begründer von GNOME, genauso Mitglieder des Boards wie Havoc Pennington und Owen Taylor, die an vielen Grundlagen wie Gconf bzw. GTK arbeiten. Außerdem wurden Bart Decrem, der maßgeblich an der Entstehung der GNOME Foundation mitgearbeitet hat, Maciej Stachowiak, ein wichtiger Nautilus-Hacker, Dan Mueth, Koordinator der GNOME-Dokumentation und John Heard, verantwortlich für die Zusammenarbeit zwischen Sun und GNOME, gewählt. Erfahrung mit Organisationen wie der GNOME Foundation steuern zusätzlich Jim Gettys und Daniel Veillard bei. Dem einzigen deutschen Kandidaten, Martin Baulig, fehlten leider wenige Stimmen, wodurch das Board etwas unterbestückt mit Europäern bleibt. Insgesamt sind aber sehr qualifizierte Direktoren gewählt worden, und es bleibt zu hoffen, dass alle Probleme, welche die Zukunft bringen mag, vom GNOME Foundation Board gemeistert werden können.

Kylix für GNOME

Laut [1] wird Borland die Quellen seiner Delphi- (und später C++-) Entwicklungsumgebung Kylix zumindest der GNOME Foundation offenlegen und Kylix um GNOME-Unterstützung erweitern. Außerdem wird Borland dem GNOME Advisory Board beitreten und an Bonobo mitarbeiten; auch Kylix soll langfristig Bonobo unterstützen. Ob Kylix Open Source oder Freie Software wird steht noch nicht fest - es ist aber zu erwarten, dass nicht die komplette Entwicklungsumgebung, sondern nur CLX (die Library, auf der mit Kylix entwickelte Programme basieren) frei lizensiert wird. Wann Borland aber tatsächlich etwas in dieser Richtung realisiert, bleibt abzuwarten; es gab dazu bis zum Redaktionsschluss keine offizielle Stellungnahme.

Mandrake tritt GNOME Advisory Board bei

Neben Borland wird auch MandrakeSoft dem GNOME Advisory Board beitreten und sich an der Entwicklung von GNOME Office beteiligen bzw. diese finanziell unterstützen, wie unter [2] bekanntgemacht wurde.

Helix Setup Tools

Mit den Helix Setup Tools [3] versucht sich jetzt auch Helix Code daran, die Konfiguration von Linux und anderen Unix-Varianten zu vereinfachen. Trotz der kleinen Versionsnummer sind die Tools schon sehr stabil. Dennoch ist noch eine gewisse Vorsicht angebracht, wenn man an den Systeminterna bastelt. Wie es bei Helix Code nicht anders zu erwareten ist, bestehen alle Tools aus einem einzigen, in Perl geschriebenen Backend und einem graphischen Frontend. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Backends bestehende Konfigurationen erkennen und nicht einfach überschreiben. Front- und Backend kommunizieren über XML, was es möglich macht, eine bestehende Konfiguration einfach in einer Datei abzuspeichern und bei Bedarf wieder zu laden. Obwohl dieses Feature noch nicht über ein graphisches Interface genutzt werden kann, ist es möglich, mit den Kommando

programmname-conf -g > now.xml

die aktuelle Konfiguration zu speichern bzw. mit

cat now.xml | programmname-conf -s

zu laden. Die jeweiligen Backends findet man in /usr/share/helix-setup-tools/scripts/, wenn man die Tools wie empfohlen mit den Optionen

./configure --prefix=/usr --sysconfdir=/etc

kompiliert hat. Alle Komponenten der Setup-Tools werden in die nächste Version des Kontrollzentrums mit einfließen, momentan muss man jedes Tool noch einzeln starten, wobei man natürlich root-Rechte braucht, um Änderungen durchzuführen.

Auch wenn man schon einiges mit den Tools konfigurieren kann, werden später noch Sound-, Drucker-, und Hardware-Konfiguration sowie andere Komponenten hinzukommen. Mit disks-admin hat man schon jetzt einen Überblick über alle Festplatten und Partitionen im System und kann Einstellungen wie Mountpoint und Dateisystem verändern. shares-admin konfiguriert alle Dateisysteme, die man via SMB oder NFS importiert hat oder selbst zu anderen Systemen exportiert. Auch den eingesetzten Swap-Speicher kann man mit memory-admin konfigurieren und mit networking-admin die grundlegenden Netzwerkeinstellungen vornehmen. Alles, was mit DNS, also Namensauflösung, zu tun hat, kann man im nameresolution-admin finden. Time-admin stellt nicht nur die Uhrzeit ein, sondern konfiguriert auch die zeitliche Synchronisierung mit anderen Servern via NTP; und dank users-admin muss man nicht mehr selbst an /etc/passwd bzw. /etc/group Hand anlegen, um Gruppen und Benutzer im System zu verwalten.

setuptools.png

disk-admin in Aktion

Gsmssend

Der SMS-Wahn macht nicht einmal vor GNOME halt - mit Gsmssend [4] kann man ganz ohne Handy SMSs versenden. Dazu greift Gsmssend auf smssend [4] zurück, das wiederum freie SMS-Angebote im Web nutzt. Smssend hat eine eigene Scriptsprache, die definiert, an welche Seiten die SMS gesendet wird, und dem Benutzer das Einloggen abnimmt. Auch wenn der Anbieter erwartet, dass man sich bestimmte Seiten ansieht, bevor man eine SMS sendet, kann Smssend eben das durch einen falschen Referer vorgaukeln. Für jedes Script hat Gsmssend eine Ansicht, in der man die benötigten Optionen und die eigentliche SMS eingeben kann, wobei immer angezeigt wird, wie viele Zeichen man noch zur Verfügung hat. Das kann von Anbieter zu Anbieter verschieden sein, da verschieden lange Werbebotschaften an den eigenen Text angehängt werden. Da sich die Seiten der Anbieter von Zeit zu Zeit ändern, hat man außerdem unter Einstellungen/Check for Updates die Möglichkeit zu überprüfen, ob neuere Versionen existieren. Leider gibt Gsmssend in der aktuellen Version die von smssend ausgegeben Informationen noch nicht an den Benutzer weiter, man muss es also in einem xterm starten um sicherzugehen, dass keine Fehler beim Senden aufgetreten sind.

gsmssend.png

SMS mal ohne Handy

Icons auf dem GNOME Desktop

Wer Icons auf seinem Desktop hat, kennt bestimmt das Problem, dass die vom GTK-Theme eingestellten Hintergrund- und Textfarben sich mit dem Hintergrund beißen. Die farbigen Kästen um die Icons bzw. den Text können aber zum Glück im Menü Desktop Properties/Desktop, welches sich durch einen Rechtsklick auf den Desktop öffnet, abschaltet werden. Trotzdem kann es sein, dass um einige Icons ein farbiger Rand angezeigt wird oder dass der Text auch ohne Kasten farblich nicht passt. Um die Farben zu ändern, muss die Datei ~/.gtk.mine editiert werden, die von ~/.gtkrc mit der Zeile

include "/home/user/.gtkrc.mine"

geladen wird. Wie man in Listing 1 sieht, werden jeweils die Farben des Vorder- und Hintergrunds im ausgewählten und im normalen Zustand gesetzt. Die drei Zahlenwerte entsprechen dem RGB-Wert der jeweiligen Farbe, wobei man Werte zwischen 0.0 und 1.0 angeben kann.

Listing 1

.gtkrc.mine

style "mein-desktop-icon" {
 fg[NORMAL] = { 0.8, 0.8, 0.8 }
 bg[NORMAL] = { 0.0, 0.7, 0.0 }
 fg[SELECTED] = { 0.0, 0.0, 0.8 }
 bg[SELECTED] = { 0.0, 0.8, 0.1 }
 }
 widget_class "*DesktopIcon*" style "mein-desktop-icon"

Der Autor

Björn Ganslandt ist Schüler und leidenschaftlicher Bandbreitenverschwender. Wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist neue Programme auszuprobieren liest er Bücher oder spielt Saxophon.

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