Jetzt aber…

KDE 2.0 auf der letzten Heft-CD

01.01.2001
Da wir viele Anfragen zur Installation der KDE-2-Pakete auf der Heft-CD des letzten LinuxUser (12/2000) erhalten haben, möchten wir noch einmal ausführlich auf die Installation von KDE 2.0 eingehen.
Heft-CD LinuxUser 12/2000 – Gut gemeint aber nicht gut gemacht?

Für zwei ausgewählte Distributionen (SuSE 7.0 aufgrund der Verbreitung im deutschsprachigen Raum und Red Hat 7.0, da diese auf unserer aktuellen Heft-CD zu finden ist) werden wir detailliert beschreiben, wie Sie vorgehen müssen, um nun doch noch in den Genuss von KDE 2.0 zu kommen. Zunächst einige allgemeine Informationen zu den KDE-Paketen auf der letzten Heft-CD:

  • Die KDE-Pakete wurden zwei Tage vor der CD-Pressung vom deutschen Mirror des offiziellen KDE-FTP-Servers ftp://ftp.de.kde.org gezogen; sie wurden also nicht von uns sondern von Team-Mitgliedern des KDE-Projektes erstellt. In der Kürze der Zeit war ein Test dieser Pakete nicht mehr möglich, so dass die bei vielen Lesern aufgetauchten Probleme bei uns nicht festgestellt werden konnten.
  • Die Installationsanleitung im Heft berücksichtigt nicht, dass zusätzlich bei einigen Distributionen das Paket libmng installiert werden muss.
  • Auf dem KDE-Server sind die Pakete für verschiedenen Distributionen inzwischen durch neue, verbesserte Versionen ausgetauscht worden. Für Red Hat Linux 7.0 finden Sie auf der aktuellen Heft-CD die entsprechend aktualisierten Pakete.
  • Wer genug Zeit hat und den heimischen PC einige Stunden beschäftigen will, kann sich KDE 2.0 aus den Quelltexten, die sich auf der Heft-CD 12/2000 befinden, selbst übersetzen: Auf einem Dual-Pentium-III/500-System hat diese Aufgabe vier Stunden benötigt – dafür lässt sich so KDE 2 aber auf jeder beliebigen Linux-Distribution einsetzen.Für die Probleme, die einige Leserinnen und Leser mit den von uns zur Verfügung gestellten KDE-Paketen hatten, bitten wir um Nachsicht: Es ist schwer, über den Grat zwischen Aktualität und vollständiger Überprüfung aller Details zu gehen.

SuSE Linux 7.0

Die KDE-Pakete auf der Heft-CD 12/2000 sind voll funktionsfähig, die Installation gestaltet sich nur ein klein wenig umständlicher als in der letzten Ausgabe beschrieben. Die folgende Beschreibung gilt für eine Standard-SuSE-7.0-Installation, bei der auch KDE 1.x bereits auf der Festplatte ist. Ob zusätzlich GNOME vorhanden ist oder nicht, spielt keine Rolle. Um die Pakete zu installieren, gehen Sie wie folgt vor: Loggen Sie sich auf einer Textkonsole (über die Tastenkombination [Strg-Alt-F1] erreichbar) als Administrator root ein, und geben Sie dann (bei eingelegter Heft-CD) die folgenden Befehle ein:

mount /cdrom
 cd /cdrom/LinuxUser/kde2/SuSE/7.0-i386
 rpm -Uvh libs/libmng.rpm libs/liblcms.rpm
 rpm -Uvh qt2/qtlib2.rpm
 cd kde2
 rpm -Uvh klibs2.rpm
 rpm -Uvh ksupp2.rpm
 rpm -Uvh --nodeps kbase2.rpm
 rpm -Uvh kadmin2.rpm kgames2.rpm kgraph2.rpm kmulti2.rpm knet2.rpm kpim2.rpm ksdk2.rpm ktoys2.rpm kutils2.rpm koffice.rpm

Damit ist KDE 2.0 bereits installiert. Wenn Sie keinen grafischen Login (also ein Fenster für die Eingabe von Benutzername und Passwort) verwenden, können Sie KDE 2 nun von der Konsole mit dem Befehl

startx kde2

starten. KDE 1.x bleibt weiterhin über den Aufruf

startx kde

verfügbar. Soll hingegen der grafische Login-Manager kdm (von KDE 1.x) verwendet werden, ist noch ein wenig Handarbeit notwendig. Dazu sind (wiederum als Administrator root) die folgenden Änderungen an Ihren Konfigurationsdateien notwendig: Öffnen Sie in einem Editor die Datei /opt/kde/share/config/kdmrc und suchen Sie nach der Zeile

SessionTypes=kde;fvwm2;fvwm95;windowmaker;failsafe

(Die einzelnen Einträge können dabei unterschiedlich sein, je nachdem, welche Window Manager Sie installiert haben; so kann dort z. B. auch der twm aufgeführt sein, oder einer der genannten Window Manager fehlen; wichtig ist, dass es sich um die Zeile handelt, die mit "SessionTypes" beginnt.)

Ändern Sie diese Zeile nun so ab, dass unmittelbar nach dem Gleichheits-Zeichen "=" noch "kde2;" eingefügt wird – im Beispiel hat die Zeile dann die Form

SessionTypes=kde2;kde;fvwm2;fvwm95;windowmaker;failsafe

Speichern Sie die Datei, und verlassen Sie den Editor. Durch diese Änderung wird nun ein neuer Menüpunkt kde2 in das Window-Manager-Auswahlmenü des kdm aufgenommen, das alleine reicht aber noch nicht: Nach der Anmeldung wird die Skriptdatei /usr/X11R6/lib/X11/xdm/Xsession aufgerufen, die anhand der Umgebungsvariable $WINDOWMANAGER versucht, den gewünschten Window Manager (bzw. die Desktop-Umgebung) zu starten. Bei Auswahl von kde2 wird diese Variable entsprechend gesetzt. Nun müssen Sie dem Xsession-Skript noch sagen, was es tun soll, um KDE 2 zu starten. Öffnen Sie dazu die Datei im Editor und suchen Sie nach dem Abschnitt, der die beiden Zeilen

XSESSION_IS_UP=yes
 export XSESSION_IS_UP

enthält. Fügen Sie unmittelbar danach die folgenden Zeilen ein:

if test "$WINDOWMANAGER" = "kde2"; then
   exec /opt/kde2/bin/startkde
   exit 1
 fi

Speichern Sie auch diese Datei ab. Damit ist der kdm erfolgreich für die Anmeldung unter KDE 2 konfiguriert: Schalten Sie mit der Tastenkombination [Alt-F7] auf den Anmeldebildschirm zurück und drücken Sie dort [Strg-Alt-Entf], um den Login-Manager neu zu starten – dadurch übernimmt er die neuen Einstellungen. Nun können Sie unter Sitzungsart die Optionen kde2 oder kde auswählen, um wahlweise mit KDE 2.0 oder KDE 1.x zu arbeiten.

Private KDE-Verzeichnisse

KDE 2.0 legt (bei SuSE Linux) in Ihrem Home-Verzeichnis ein Unterverzeichnis .kde2 an, das analog zum Verzeichnis .kde von KDE 1.x persönliche Konfigurationsdateien des KDE-Systems enthält. Durch diese Trennung sind Ihre Einstellungen unter den beiden KDE-Versionen völlig unabhängig voneinander; Sie können also keine Fehlkonfiguration des jeweils anderen Systems hervorrufen, wenn Sie im aktuell laufenden System Änderungen vornehmen.

Red Hat 7.0 (Heft-CD)

Im folgenden beschreiben wir, wie Sie nach der Installation der Red-Hat-Distribution auf der Heft-CD auch die KDE-2.0-Pakete installieren; wir gehen dabei von einer "Workstation"-Installation (mit Auswahl aller Paketgruppen KDE, GNOME und Spiele) der Heft-CD, inklusive KDE 1.x aus – für einen ordentlichen Betrieb von KDE 2.0 müssen zunächst die alten Pakete deinstalliert werden.

Die folgenden Schritte müssen als Systemadminstrator root durchgeführt werden (um nach einem Login als "normaler" Anwender zu root zu werden, geben Sie den Befehl su und dann das Root-Passwort ein).

rpm -e kdenetwork switchdesk-kde kpppload kdeutils
 rpm -e autorun kdemultimedia kdegraphics
 rpm -e kdevelop kdetoys kdegames
 rpm -e kdebase
 rpm -e kdelibs
 rpm -e kdesuppor
 rpm -e kdelibs-devel kdesupport-devel
 rpm -e kde

Beim Ausführen der Befehle erhalten Sie einige Warnungen über Verzeichnisse oder Dateien, die nicht entfernt werden konnten; diese können Sie ignorieren. Nun mounten Sie die Heft-CD 01/2001 (mit Red Hat Linux 7.0) mit dem Befehl

mount /mnt/cdrom

und wechseln in das KDE-Verzeichnis:

cd /mnt/cdrom/LinuxUser/kde2/

(Hinweis: Verwenden Sie nicht die KDE-2.0-Pakete der älteren Heft-CD 12/2000 – die Red-Hat-Pakete der alten CD waren fehlerhaft und wurden vom KDE-Projekt durch neue ersetzt.) Es folgt die Installation der KDE-Pakete mit den Befehlen

rpm -Uvh libmng-0.9.2-1.i386.rpm
 rpm -Uvh qt-2.2.2-2.i386.rpm
 rpm -Uvh kdesupport-2.0-5.i386.rpm
 rpm -Uvh kdelibs-2.0-7.i386.rpm
 rpm -Uvh kdelibs-sound-2.0-7.i386.rpm
 rpm -Uvh kdebase-2.0-3.i386.rpm

Auch hier können Warnungen ignoriert werden. Die restlichen KDE-Pakete können Sie analog installieren; der Befehl ist immer in der Form rpm -Uvh paket.rpm, oder gleich alle zusammen mit dem Befehl

rpm -Uvh kdeadmin* kdegames* kdegraph* kdemult* kdenet* kdepim* kdetoys* kdeutils* koffice*

Wechseln Sie nun mit "init 3" in den Textmodus-Runlevel 3 und nach dem Arbeiten mit "init 5" wieder zurück. Es erscheint dann wieder der grafische Login-Manager, und nach Auswahl von KDE (unter Sitzung) und dem Eingeben von Name und Passwort erscheint der KDE-2-Desktop.

Nur englisch?

Die meisten derzeit erhältlichen KDE-2-Pakete enthalten keine deutschsprachigen Anpassungen: So erscheint auch im Kontrollzentrum bei der Sprachauswahl nur die US-amerikanische Flagge; die Lokalisierungs-Informationen sind in den Basispaketen schlicht nicht enthalten.

Für Red Hat Linux 7.0 finden Sie ein deutschsprachiges Lokalisierungs-Paket unter ftp://ftp.de.kde.org/stable/2.0/distribution/rpm/RedHat/rh7.0/noarch/kde-i18n-German-2.0-1.noarch.rpm (3,3 MB); installieren Sie es nach dem Download mit

rpm -Uvh kde-i18n-German-2.0-1.noarch.rpm

Für SuSE Linux 7.0 liegt das entsprechende Paket unter ftp://ftp.de.kde.org/stable/2.0/distribution/rpm/SuSE/localized/kde2de.rpm (4,5 MB). Die Installationsanweisung ist bis auf den anderen Dateinamen die gleiche:

rpm -Uvh kde2de.rpm

Nach Installation des Deutsch-Paketes muss nun noch im Kontrollzentrum die neue Sprache aktiviert werden: Starten Sie dazu unter Ihrem normalen Benutzer-Account (nicht als root, sonst ändern Sie die Einstellungen für den Administrator) kcontrol – wahlweise durch Eingabe dieses Programmnamens in einem Terminal-Fenster oder über den Menüpunkt Control Center des K-Menüs.

Wählen Sie im Kontrollzentrum Personalization/Country & Language, und dann unter Language: Other/German(de) (Abb. 1).

Abbildung 1: Auswahl der deutschen Sprache im Kontrollzentrum

Zur Belohnung erscheinen nach dem Neustart von KDE 2 alle Applikationen (einschließlich Konqueror und KOffice) in deutscher Sprache (Abb. 2). Die Sprachwahl im Kontrollzentrum ist übrigens eine benutzerabhängige Einstellung, muss also von jedem Anwender einmalig durchgeführt werden.

Abbildung 2: Eingedeutscht. Natürlich finden sich auf dem FTP-Server neben den angegebenen RPM-Paketen auch welche für eine Reihe weiterer Sprachen

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