Für zwei ausgewählte Distributionen (SuSE 7.0 aufgrund der Verbreitung im deutschsprachigen Raum und Red Hat 7.0, da diese auf unserer aktuellen Heft-CD zu finden ist) werden wir detailliert beschreiben, wie Sie vorgehen müssen, um nun doch noch in den Genuss von KDE 2.0 zu kommen. Zunächst einige allgemeine Informationen zu den KDE-Paketen auf der letzten Heft-CD:
- Die KDE-Pakete wurden zwei Tage vor der CD-Pressung vom deutschen Mirror des offiziellen KDE-FTP-Servers ftp://ftp.de.kde.org gezogen; sie wurden also nicht von uns sondern von Team-Mitgliedern des KDE-Projektes erstellt. In der Kürze der Zeit war ein Test dieser Pakete nicht mehr möglich, so dass die bei vielen Lesern aufgetauchten Probleme bei uns nicht festgestellt werden konnten.
- Die Installationsanleitung im Heft berücksichtigt nicht, dass zusätzlich bei einigen Distributionen das Paket libmng installiert werden muss.
- Auf dem KDE-Server sind die Pakete für verschiedenen Distributionen inzwischen durch neue, verbesserte Versionen ausgetauscht worden. Für Red Hat Linux 7.0 finden Sie auf der aktuellen Heft-CD die entsprechend aktualisierten Pakete.
- Wer genug Zeit hat und den heimischen PC einige Stunden beschäftigen will, kann sich KDE 2.0 aus den Quelltexten, die sich auf der Heft-CD 12/2000 befinden, selbst übersetzen: Auf einem Dual-Pentium-III/500-System hat diese Aufgabe vier Stunden benötigt – dafür lässt sich so KDE 2 aber auf jeder beliebigen Linux-Distribution einsetzen.Für die Probleme, die einige Leserinnen und Leser mit den von uns zur Verfügung gestellten KDE-Paketen hatten, bitten wir um Nachsicht: Es ist schwer, über den Grat zwischen Aktualität und vollständiger Überprüfung aller Details zu gehen.
SuSE Linux 7.0
Die KDE-Pakete auf der Heft-CD 12/2000 sind voll funktionsfähig, die Installation gestaltet sich nur ein klein wenig umständlicher als in der letzten Ausgabe beschrieben. Die folgende Beschreibung gilt für eine Standard-SuSE-7.0-Installation, bei der auch KDE 1.x bereits auf der Festplatte ist. Ob zusätzlich GNOME vorhanden ist oder nicht, spielt keine Rolle. Um die Pakete zu installieren, gehen Sie wie folgt vor: Loggen Sie sich auf einer Textkonsole (über die Tastenkombination [Strg-Alt-F1] erreichbar) als Administrator root ein, und geben Sie dann (bei eingelegter Heft-CD) die folgenden Befehle ein:
mount /cdrom cd /cdrom/LinuxUser/kde2/SuSE/7.0-i386 rpm -Uvh libs/libmng.rpm libs/liblcms.rpm rpm -Uvh qt2/qtlib2.rpm cd kde2 rpm -Uvh klibs2.rpm rpm -Uvh ksupp2.rpm rpm -Uvh --nodeps kbase2.rpm rpm -Uvh kadmin2.rpm kgames2.rpm kgraph2.rpm kmulti2.rpm knet2.rpm kpim2.rpm ksdk2.rpm ktoys2.rpm kutils2.rpm koffice.rpm
Damit ist KDE 2.0 bereits installiert. Wenn Sie keinen grafischen Login (also ein Fenster für die Eingabe von Benutzername und Passwort) verwenden, können Sie KDE 2 nun von der Konsole mit dem Befehl
startx kde2
starten. KDE 1.x bleibt weiterhin über den Aufruf
startx kde
verfügbar. Soll hingegen der grafische Login-Manager kdm (von KDE 1.x) verwendet werden, ist noch ein wenig Handarbeit notwendig. Dazu sind (wiederum als Administrator root) die folgenden Änderungen an Ihren Konfigurationsdateien notwendig: Öffnen Sie in einem Editor die Datei /opt/kde/share/config/kdmrc und suchen Sie nach der Zeile
SessionTypes=kde;fvwm2;fvwm95;windowmaker;failsafe
(Die einzelnen Einträge können dabei unterschiedlich sein, je nachdem, welche Window Manager Sie installiert haben; so kann dort z. B. auch der twm aufgeführt sein, oder einer der genannten Window Manager fehlen; wichtig ist, dass es sich um die Zeile handelt, die mit "SessionTypes" beginnt.)
Ändern Sie diese Zeile nun so ab, dass unmittelbar nach dem Gleichheits-Zeichen "=" noch "kde2;" eingefügt wird – im Beispiel hat die Zeile dann die Form
SessionTypes=kde2;kde;fvwm2;fvwm95;windowmaker;failsafe
Speichern Sie die Datei, und verlassen Sie den Editor. Durch diese Änderung wird nun ein neuer Menüpunkt kde2 in das Window-Manager-Auswahlmenü des kdm aufgenommen, das alleine reicht aber noch nicht: Nach der Anmeldung wird die Skriptdatei /usr/X11R6/lib/X11/xdm/Xsession aufgerufen, die anhand der Umgebungsvariable $WINDOWMANAGER versucht, den gewünschten Window Manager (bzw. die Desktop-Umgebung) zu starten. Bei Auswahl von kde2 wird diese Variable entsprechend gesetzt. Nun müssen Sie dem Xsession-Skript noch sagen, was es tun soll, um KDE 2 zu starten. Öffnen Sie dazu die Datei im Editor und suchen Sie nach dem Abschnitt, der die beiden Zeilen
XSESSION_IS_UP=yes export XSESSION_IS_UP
enthält. Fügen Sie unmittelbar danach die folgenden Zeilen ein:
if test "$WINDOWMANAGER" = "kde2"; then exec /opt/kde2/bin/startkde exit 1 fi
Speichern Sie auch diese Datei ab. Damit ist der kdm erfolgreich für die Anmeldung unter KDE 2 konfiguriert: Schalten Sie mit der Tastenkombination [Alt-F7] auf den Anmeldebildschirm zurück und drücken Sie dort [Strg-Alt-Entf], um den Login-Manager neu zu starten – dadurch übernimmt er die neuen Einstellungen. Nun können Sie unter Sitzungsart die Optionen kde2 oder kde auswählen, um wahlweise mit KDE 2.0 oder KDE 1.x zu arbeiten.
Private KDE-Verzeichnisse
KDE 2.0 legt (bei SuSE Linux) in Ihrem Home-Verzeichnis ein Unterverzeichnis .kde2 an, das analog zum Verzeichnis .kde von KDE 1.x persönliche Konfigurationsdateien des KDE-Systems enthält. Durch diese Trennung sind Ihre Einstellungen unter den beiden KDE-Versionen völlig unabhängig voneinander; Sie können also keine Fehlkonfiguration des jeweils anderen Systems hervorrufen, wenn Sie im aktuell laufenden System Änderungen vornehmen.



