K-splitter

Melodisch

Wer sagt, dass Klatsch und Tratsch in einer Linux-Zeitschrift keinen Platz haben? K-splitter plaudert Monat für Monat aus dem KDE-Nähkästchen, posaunt Neuigkeiten aus der K-Welt aus und schaut hin und wieder neugierig hinter die Kulissen.

Play it again….

Neben vielen optischen Verschönerungen, zusätzlichen Konfigurationsmöglichkeiten und einer ganzen Reihe von Programmen wie beispielsweise Koffice ist die Multimedia-Architektur eine der wirklich fetten Neuerungen von KDE 2. Sie basiert auf aRts ("Analog Realtime Synthesizer"), einem analogen Echtzeit-Synthesizer. Der erlaubt es Ihnen, mehrere Audio- oder Video-Datenströme gleichzeitig abzuspielen, sowohl auf dem Desktop als auch über's Netzwerk.

Aber wo viel Licht, ist stets auch Schatten oder – im Falle von aRts – wohl eher Schweigen. Vielleicht hat es der Eine oder Andere von Ihnen schon gemerkt, als er einen seiner altbekannten Krachmacher unter KDE 2.0 in Betrieb nehmen wollte: Manche Non-aRts- (und damit alle nicht zur KDE-Familie gehörenden) Applikationen wollen mit diesem schicken neuen System partout nicht zusammen arbeiten.

Was nun? Warten. Und zwar genau 60 Sekunden. Denn das ist die Zeitspanne, nach der der KDE-Soundserver Ihr Sound-System oder anders ausgedrückt Ihre Soundkarte wieder frei gibt.

Sie haben so lange gewartet, aber das dämliche Programm will danach immer noch nicht? Pech gehabt. Leider gibt es derzeit außer der Brute-Force-Methode noch keine elegante Möglichkeit, den Server artsd temporär auszuhebeln. Ihnen bleibt vor diesem Hintergrund nichts anderes übrig, als artsd mit einem konsequenten

killall artsd ; killall artswrapper

loszuwerden und arts nach dem Aufruf des betreffenden Sorgenkindes mit einem

kcminit arts

neu zu starten.

Danach wundern Sie sich bitte nicht über instabile Applikationen. Dummerweise haben manche aRts-Programme derzeit noch die Neigung zu crashen, sobald der Server auf diese Art und Weise gekillt und wieder gestartet wurde.

Problem erkannt, Problem gebannt? Leider noch nicht ganz. Aber keine Angst, Hilfe ist zumindest teilweise unterwegs, denn für xmms, eine der beliebtesten Applikationen, gibt es schon eine feinere Lösung. Wollen Sie weder auf Ihren gewohnten MP3-Player noch auf aRts verzichten, begeben Sie sich doch einfach mal auf die Seite http://home.earthlink.net/~bheath/xmms-arts/ und laden sich dort das Paket xmmsarts-0.4.tar.gz herunter (oder siehe Heft-CD).

Dieser clevere kleine aRts-Output-Driver sorgt dafür, dass xmms und aRts sich künftig nicht mehr in die Quere kommen, sondern statt dessen friedlich zusammen leben. Einmal installiert, wählen Sie unter Options/Preferences/Audio I/O Plugins den frisch dazu gekommenen Punkt aRts Driver 0.4 [libartsout.so] an (Abbildung 1), und schon ist die Zeit der Stille vorbei.

Abbildung 1: Kleiner Treiber, große Wirkung

Lehrreich

Wer von Neuigkeiten über KDE 2.0 einfach nicht genug bekommen kann oder den lieben Bekannten, Freunden und Verwandten auch gerne mal online vorführen möchte, was der neue Desktop alles so kann – kein Problem. Auf http://www.linux-mandrake.com/en/demos/Tutorial/KDE2desktop/ liegt die Antwort bereit. Hier präsentieren die Macher der Mandrake-Distribution in einem ausführlich bebilderten Online-Tutorial, was unser aller Lieblingsdesktop so alles kann (Abbildung 2).

Abbildung 2: Ein Strauß bunter Bilder

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