Die Umkleidekabinen

Jeder User kann sich seine eigene X-Session-Startdatei basteln. Diese heißt entweder ~/.xsession (wird meist verwendet, wenn der User sich grafisch - z. B. über xdm - einloggt), oder ~./xinitrc (Start von X über das Kommando startx). Beide Dateien sind identisch aufgebaut, weshalb es möglich ist, mittels eines Symlinks zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Diese Dateien werden zeilenweise abgearbeitet, und ist der letzte Befehl darin beendet, so wird auch die X-Session beendet. Also startet man hierin zuerst Tools wie unser xosview, setzt bei Bedarf ein Hintergrundbild, und erst anschließend wird ein Window-Manager aufgerufen. Wenn dieser beendet wird, beendet sich X. Unsere ~/.xinitrc könnte also Folgendes beinhalten:

xosview &
 sapphire

Das "&" nach xosview ist nötig, denn ohne dieses würde der Window-Manager (hier sapphire) erst starten, nachdem unser Systemmonitor seinen Dienst quittiert hat - nun aber wird der Prozess xosview in den Hintergrund geschickt, und die nächste Zeile kommt an die Reihe.

Und so bietet sich hier auch eine ideale Gelegenheit, unser xosview vor dem Start des Fensterherrschers unsichtbar zu machen. Hierfür gibt es das unbekannte Programm xnodecor, das im Internet lediglich noch unter ftp://ftp.42.org/pub/wmx/contrib/xnodecor.c zu finden ist - die dort genannte Webseite des Autors ist nicht mehr verfügbar.

Maßanzug

Damit aber nicht genug - denn dort liegt nicht mehr als nackter Programmcode, mit dem wohl nur die Wenigsten etwas anfangen können. Und wer sich hier doch zu helfen weiß, wird feststellen, dass dieser zwar unter dem verwandten Betriebssystem FreeBSD funktionieren mag, nicht aber unter Linux. Daher habe ich es - mit den notwendigen Ergänzungen versehen - als Rundum-Sorglos-Paket mit auf die beiliegende CD gepackt. Entpackt und installiert wird dieses wie auch bei anderen tar.gz-Quelltext-Archiven üblich:

tar xvzf xnodecor.tar.gz
 cd xnodecor
 su -    (Passwort…)
 make
 make install
 exit

Sollten wider Erwarten Probleme auftreten, so liegt dem Paket auch ein fertig kompiliertes Binary bei, das ein "User" root einfach nach /usr/local/bin kopieren kann.

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