Heimkino selbstgemacht
Workshop MainActor 3.5 – Eine Einführung
Hier spielt die Musik
Nun fehlt uns für unseren fertigen Film nur noch eine Hintergrundmusik. Dazu können Sie entweder eine selbst entworfene Musik, oder die beiliegende Demo-Melodie verwenden. Klicken Sie auf den Audiospuren mit der rechten Maustaste und wählen Sie Multimedia einfügen. Wechseln Sie in das Unterverzeichnis library/audio des MainActor-Verzeichnisses und wählen Sie die im MP3-Format vorliegende Datei smallstp.mp3. Fügen Sie sie anschließend in die erste Audiospur Aa äußerst links ein. Sollte die Musik zu lang sein, so lässt auch sie sich auf die gleiche Weise wie die Videofilme verkürzen.
Für die Audiospuren gelten übrigens andere Regeln, als bei den Videospuren. Hier werden immer alle Spuren miteinander vermischt bzw. überlagert. Beachten Sie aber: Falls Sie ein Video einfügen, in dem schon Ton enthalten ist, wird dieser immer in die Audiospur eingefügt, die die analoge Bezeichnung wie die zugehörige Videospur trägt. Der Ton des Videofilms in Spur Va würde also in die Spur Aa gelegt.
Die letzten Meter
Nun ist unser Beispielfilm fast fertig. Bevor Sie den fertigen Film berechnen lassen, sollten Sie das Projekt über Datei/Speichern als abspeichern. Dabei werden nur die Anordnungen der einzelnen Objekte auf den Spuren, sowie alle anderen zum Projekt gehörenden Einstellungen abgespeichert. Die einzelnen Video- und Audiodateien, die sich in Ihrem Projekt befinden, müssen somit an den entsprechenden Positionen auf Ihrer Festplatte verbleiben.
Installation und Bezugsquelle
Im Gegensatz zum Konkurrenten Broadcast 2000 ist MainActor nicht gratis erhältlich. Sie können aber eine kostenlose Demoversion von der Homepage des Herstellers MainConcept [1] herunter laden. Diese Demoversion ist voll funktionsfähig und unterliegt nur der Limitierung, dass im fertigen Film ständig der Schriftzug "MainActor" eingeblendet wird. Die Vollversion kann übrigens unter derselben Internetadresse für 150DM käuflich erworben werden.
Die Demoversion liegt im RPM-Format vor und kann mit einem entsprechenden Paketmanager, wie z. B. Kpackage oder dem Installationsprogramm Ihrer Distribution installiert werden. Sollte in Ihrer Distribution keine grafische Installation dieses Paketformates möglich sein, so öffnen Sie ein Terminal-Fenster, wechseln in das Verzeichnis, in dem die herunter geladene Datei liegt und geben dann rpm -i Paketname ein, wobei Paketname für den Dateinamen des Archives steht.
Erzeugen Sie jetzt den fertigen Film über Datei/Export. Damit erstellen Sie nun den kompletten Film. Im angezeigten Fenster wählen Sie Export/Modul konfigurieren und dort unter Modules den Wert MPEG-I/IICodecs wählen Sie Millions of Colors: MPEG-I (PAL) aus. Klicken Sie auf Accept und anschließend auf Speichern.
Mit diesen Einstellungen erzeugen Sie einen Film im MPEG-1 Format und den PAL-Werten. Die Berechnung des fertigen Films kann, je nach der Leistungsfähigkeit Ihres Systems, einige Zeit in Anspruch nehmen. Betrachten können Sie den fertigen Film dann mit einem entsprechenden Abspielprogramm, wie z. B. aKtion.
Sie haben in diesem Workshop gesehen, wie man mit der Videoschnittsoftware MainActor 3.5 schnell einen kleinen Film schneiden und betiteln kann. Dabei konnten nur einige der umfangreichen Funktionen angesprochen werden. Falls Sie schon den Artikel über Videoschnitt im Linux-Magazin 06/2000 verfolgt haben, wird Ihnen sicherlich aufgefallen sein, dass unter MainActor einiges erheblich einfacher geht, als unter Broadcast 2000. Dafür ist MainActor leider nicht kostenlos erhältlich. Wie Sie aber deutlich erkennen, kommt der Videoschnitt unter Linux in Fahrt. Es gibt Hoffnung, dass in diesem Gebiet auf den Linux-Filmer einiges zukommen wird.
Glossar
Capture
Zu deutsch "einfangen". Bei einem Capture-Programm handelt es sich um ein Aufzeichnungsprogramm für Videofilme. Diese werden über die eingebaute Fernsehkarte digitalisiert und auf der Festplatte in einer Datei abgelegt.
Codecs
Abkürzung für Codierung/Dekodierung. Beschreibt im wesentlichen ein Treiberprogramm, das für die Kompression von Video- und/oder Audiodaten zuständig ist. Möchte man ein Video abspielen, muss der Codec installiert sein, in dem das Video aufgezeichnet wurde.
Video for Linux
Hierbei handelt es sich um ein Paket von Treibern, die es Linux-Programmen ermöglichen sollen, Fernsehkarten einfacher anzusprechen. Die noch in der Entwicklung befindliche Nachfolgeversion wird als Video for Linux2 bezeichnet.
Infos
[1] MainActor Homepage: http://www.mainconcept.de
[2] Homepage des Video4Linux-Projektes: http://roadrunner.swansea.uk.linux.org/v4l.shtml
[3] Hollywood in Heimarbeit – Linux-Magazin 06/2000



