Aufnahme

Nach der Installation (vgl. "Installation und Bezugsquelle") starten Sie das Programm "MainConcept Capture". Sollte nach dem Start über ein Terminalfenster mittels macap eine Fehlermeldung erscheinen, so sollten Sie zunächst versuchen, das Programm erneut zu starten. Hilft auch dies nichts, booten Sie Ihr gesamtes Linux-System neu und überprüfen Sie, ob die Video for Linux-Treiber korrekt geladen wurden. Dies kann z. B. mit einem Fernsehprogramm, wie z. B. Kwintv geschehen.

Schalten Sie nach dem Starten das Programm über Settings/Language auf die deutsche Sprache um. Sofern Sie mehrere Fernsehkarten besitzen, wählen Sie unter Quelle die Karte aus, an die Sie Ihre Kamera angeschlossen haben.

Unter Einstellungen/Videoquelle legen Sie fest, von welchem Eingang an Ihrer Fernsehkarte die Videodaten aufgezeichnet werden sollen. Welcher hier der richtige ist, können Sie der Dokumentation Ihrer Karte entnehmen. Stellen Sie nun unter Einstellungen/Video-Format die Größe des Videos ein. Auf einer VideoCD finden Sie immer Videos in einer Auflösung von 352 mal 288 Pixeln. Zum Schluss wählen Sie noch ein Kompressionsverfahren über Einstellungen/Video-Kompression aus.

Um Ihr Video aufzuzeichnen, brauchen Sie nach dem Starten der Wiedergabe an Ihrer Kamera nur noch den Punkt Aufnahme/Video aufnehmen aus dem Menü aufzurufen.

Falls Ihre Karte unter Linux ihren Dienst komplett verweigert, weil z. B. Video for Linux oder das Aufnahmeprogramm Capture Ihre Fernseh- bzw. Videokarte nicht unterstützen, können Sie auch auf Windows ausweichen. Nehmen Sie dazu, wie in der Anleitung zu Ihrer Karte beschrieben, das entsprechende Video einfach unter diesem kommerziellen Betriebssystem auf. Achten Sie aber in einem solchen Fall vor dem Aufnahmebeginn darauf, dass Sie einen Codec verwenden, den MainActor kennt und auch verarbeiten kann. Am sichersten fahren Sie, wenn Sie auf eine Kompression gänzlich verzichten – leider kostet dieses Verfahren auch am meisten Speicherplatz.

Schnipp-Schnapp

Sie sollten nun zwei Videos vorliegen haben. Anstelle Ihrer eigenen Videos können Sie auch die beiden Beispielvideos von unserer Heft-CD aus dem Verzeichnis X verwenden. In unserem Fall ist dies die Vorderansicht und die Rückansicht des Pinguins. Diese beiden Filmschnippsel sollen nun zu einem großen "Kunstwerk" zusammengesetzt werden. Dazu starten Sie den sog. "Sequenzer", der sich hinter dem Programm namens maseq verbirgt.

Es sollten sich nun mehrere Fenster öffnen, wobei Sie zunächst im "Profil-Fenster" die Eckdaten Ihres Projektes festlegen müssen. Dies sind vorerst nur Rahmenwerte für den Bearbeitungsvorgang – das Ausgabeformat des fertigen Films kann hiervon komplett abweichen. Da wir einen MPEG-1 Film erstellen wollen, wählen Sie MPEG-I Video (PAL).

Nach einem Klicken auf OK sollten Sie nun, abgesehen vom Hauptfenster, vier weitere Fenster innerhalb des Arbeitsbereiches vorliegen haben. Das größte Fenster ist die Zeitleiste (engl. "Timeline"). Da sie für das Arrangieren der Filme benötigt wird, kann sie als einziges Fenster nicht ausgeblendet werden. Die anderen Fenster dienen als zusätzliche Hilfen und können über das Menü unter Anzeige ein- und ausgeschaltet werden. Im einzelnen handelt es sich dabei um den Vorschaumonitor, der Ihnen in vielen Situationen einen Vorgeschmack auf das fertige Video geben wird. Gesteuert wird diese Vorschau über den "Timeline-Spieler", dessen Bedienung analog zu einem Videorekorder erfolgt. Das letzte Fenster bildet der "Browser". Dies ist eine Art Album, mit dem Sie einen schnellen und komfortablen Zugriff auf die verfügbaren Effekte, Filter, Übergänge und sogar Ihre selbst aufgenommenen Filme haben.

Betrachten wir zunächst die Timeline. Sie besteht aus einer oberen und einer unteren Hälfte. Die Obere dient zum Arrangieren der Videos, die Untere zum Anordnen der Klänge. Diese Trennung zwischen Video- und Audiomaterial ermöglicht wesentlich komplexere Bearbeitungsmöglichkeiten. Jede Hälfte besteht aus mehreren Spuren, die selbst wiederum mehrere Videos aufnehmen können. Ganz am oberen Rand der Timeline finden Sie eine Zeitskala. Auf ihr können Sie ablesen, an welcher Stelle in Ihrem späteren Film eine Szene beginnt und wo Sie endet. Gleichzeitig ermöglicht sie das genaue Positionieren des Videomaterials und der zugehörigen Effekte.

Zunächst soll unser zuerst aufgenommener Film importiert werden. Dazu klicken Sie im Zeitleistenfenster mit der rechten Maustaste auf eine beliebige freie Stelle und wählen Multimedia einfügen. Alternativ können Sie auch auf das erste Symbol links auf der untersten Symbolleiste klicken. Wenn Sie den Weg über die rechte Maustaste gehen, sollten Sie darauf achten, dass sich der Mauszeiger nicht über der mit Fx markierten Spur befindet. In jedem Fall sollte sich nun ein Fenster öffnen, aus dem Sie das zuerst aufgezeichnete Video auswählen.

Nach dem Ladevorgang verändert sich der Mauszeiger. Wenn Sie ihn jetzt in der Zeitleiste über einen Punkt bewegen, an dem Sie den Film einfügen können, erscheint an der entsprechenden Stelle ein grauer Kasten. Dieser entspricht genau der Länge des gerade geöffneten Filmes. Fahren Sie mit dem Mauszeiger auf die erste, mit Va betitelte Spur, so dass der graue Kasten mit dem linken Fensterrand bündig abschließt. Sobald Sie die linke Maustaste drücken, wird der Film in der ersten Spur abgelegt. Starten Sie nun probehalber über den Timeline-Spieler die Wiedergabe. Beobachten Sie dabei das Vorschau- und das Timeline-Fenster. Im Letzteren wandert ein Strich über das Fenster hinweg. Diese Linie zeigt Ihnen immer genau die Position an, die gerade im Vorschaufenster wiedergegeben wird.

Importieren Sie nun den zweiten Film und fügen Sie ihn auf dieselbe Weise, direkt hinter unseren ersten Film ein, wobei Sie aber dieses Mal die Spur Vb als Ablage verwenden. Wenn Ihre Aufnahmen relativ kurz waren, werden Ihre beiden Filme auf der Zeitleiste ebenfalls relativ klein dargestellt.

Die Auflösung der Zeitleiste können Sie verändern, indem Sie aus der rechten Liste in der untersten Symbolleiste, eine entsprechende, andere Zeitauflösung wählen.

Tipps und Tricks 

Um schnell alle Filme auf einer Spur zu markieren (um z. B. allen gleichzeitig einen Effekt zuzuweisen), klicken Sie einfach auf die Beschriftung der entsprechenden Spur am linken Rand des Timeline-Fensters. Aus der nun erscheinenden Liste können Sie sich bequem die zu markierenden Videosaussuchen.

Unter MainActor ist es möglich, nur einen bestimmten Ausschnitt aus dem gesamten Projekt zu exportieren. Direkt unter den Ziffern der Zeitangaben im Timeline-Fenster befindet sich ein kleiner Spalt. Wenn Sie über diese Lücke mit dem Mauszeiger fahren, verändert sich Letzterer in einen Doppelpfeil. Zeigen diese Pfeile nach Links, genügt ein Klick mit der linken Maustaste um genau den Punkt festzulegen, bei dem der zu erzeugende Ausschnitt enden soll. Zeigen die Pfeile hingegen nach Rechts, können Sie auf dieselbe Weise den Startpunkt festlegen. Eine blaue Linie zeigt Ihnen anschließend an, welches Teilstück Ihres Projektes beim Aufrufen der Export-Funktion ausgegeben würde.

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