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Flexibler Eroberer

Universal-Dateimanager Konqueror

01.12.2000 In der Geschichte der Menschheit wird Neuland immer auf die gleiche Art und Weise erschlossen: Nachdem es von dem Navigator entdeckt wurde, wird es vom Explorer erkundet, um dann anschließend durch den Konqueror erobert zu werden. Nur zwingend logisch ist daher die Namensgebung für das Programm, welches den KFM ("K FileManager") aus KDE 1.x ersetzt: es ist der Konqueror.

Der Konqueror selbst ist im Grunde ein recht kleines und schlankes Programm, das je nach Bedarf weitere Unterprogramme ("Komponenten") nachlädt, um eine erweiterte Funktionalität zu bieten. So wird zum Beispiel zum Anzeigen einer Webseite die KHTML-Komponente geladen oder zur Darstellung von Bildern die kview-Komponente.

Ja, wo is´ er denn?

Abbildung 1: Konqueror nach dem ersten Start

Wenn man KDE 2 das erste Mal startet, dann präsentiert sich der Konqueror als Dateimanager und zeigt das Homeverzeichnis an. Ist das nicht der Fall, dann kann man den Konqueror über das Panel am unteren Bildschirmrand aufrufen: ein Klick auf das Haus-Icon genügt und man bekommt einen schnellen Überblick über die eigenen Dateien. Handelt es sich um sehr viele Dateien, so wird Ihnen sofort auffallen, dass Konqueror gegenüber dem KFM sehr viel schneller geworden ist. Wer sich einmal mit dem alten KFM in das Verzeichnis /dev verirrt hat, der weiß, dass es mitunter mehr als eine halbe Minute gedauert hat, bis das komplette Verzeichnis mit seinen bis zu 2000 Dateien aufgebaut war – beim Konqueror hingegen vergeht dabei nur ein Augenblick.

Auf die Ansicht kommt es an

Abbildung 2: Praktisch beim Umgang mit Dateien: die Baum-Ansicht des Konquerors:

Doch auch das Erscheinungsbild kann man sich jetzt genau an die eigenen Vorstellungen und Wünsche anpassen: Rechts auf der Symbolleiste kann man zwischen Symbol-Ansicht, Mehrspaltige Ansicht, Baum-Ansicht, Detaillierte Verzeichnis-Ansicht und Text-Ansicht hin und herschalten. Die Baum-Ansicht (Abb. 2) ist ein absoluter Geheimtip, wenn man beim Verschieben von Dateien an unterschiedlichen Stellen im Dateisystem den Überblick wahren möchte. Er zeigt für alle geöffneten Ordner gleichzeitig die Verzeichnisstruktur und die genauen Eigenschaften an. Über Ansicht/Details anzeigen lässt sich einstellen, welche Eigenschaften dargestellt werden sollen und deren Reihenfolge lässt sich via Drag-and-Drop der Spaltenüberschriften festlegen. Da der Verzeichnisbaum ganz links bei der Treeview-Darstellung überflüssig ist, lässt er sich über den Menüeintrag Fenster/Verzeichnisbaum anzeigen abstellen. Aber auch an die Leute, die die ganz normale Symbol-Ansicht bevorzugen, wurde gedacht: Wenn Sie häufig mit Bildern arbeiten, werden Sie sicherlich gerne die Bildvorschau einschalten, bei der eine verkleinerte Version der Bilder als Icon verwendet wird (Ansicht/Bildvorschau). Die Größe dieser Thumbnails kann zusammen mit der Icongröße über Ansicht/Symbolmodus verändert werden.

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LinuxUser 03/2012

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