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Durchleuchtet

Parallelport-Scanner unter Linux

01.12.2000 Eine der ersten Fragen von Linux-Einsteigern ist, ob auch der Parallelport-Scanner weiterbenutzt werden kann. Stellt die Anbindung eines SCSI-Scanners durch die bekannte SANE-Schnittstelle keine größeren Probleme dar, so ist die Installation eines Parallelport-Scanners aufgrund fehlender Treiber und Geräte-Inkompatibilitäten weitaus schwieriger.

Schuld an dieser Misere ist die Tatsache, dass kaum ein Hardware-Hersteller einen Linux-Treiber für sein Gerät ausliefert. Vor allem Käufer eines kostengünstigen Scanners werden auf Probleme bei der Beschaffung eines Treibers stoßen. In diesem Artikel wollen wir Ihnen die Installation eines Scanners unter Linux erklären und Sie auf die Problematik beim Einsatz aufmerksam machen. Die Voraussetzung, um den Scanner überhaupt in Betrieb nehmen können ist natürlich die Verfügbarkeit eines Treibers unter Linux für Ihr Gerät. Mit der Verbreitung des Systems steigt ebenfalls die Anzahl der unter Linux verwendbaren Scanner. Eine ständig aktualisiere Liste der unterstützen Geräte finden Sie auf den Seiten des Pro-Linux-Projektes unter http://www.pro-linux.de/t_hardware/tabelle.html.

Scanner Access Now Easy

Wie schon im Vorfeld erwähnt, ist die Verfügbarkeit eines Treibers für Ihr Gerät zwingend notwendig. Im Moment werden fast 40 verschiedene Modelle unterstützt. Mit viel Glück und notfalls kleinen Modifikationen wird es Ihnen sogar gelingen, die nicht in dieser Liste stehenden Scanner in Betrieb zu nehmen. Sollten Sie sich erst mit der Anschaffung eines neuen Scanners befassen, so sollten Sie nach wie vor ein SCSI-Gerät bevorzugen. Die Vorteile gegenüber einem Parallelport-Scanner wiegen den höheren Anschaffungspreis in jedem Fall auf – erfahrungsgemäß ist der Anschluss eines Scanners mit SCSI-Schnittstelle weitaus weniger Problematisch und er erlaubt eine höhere Datenübertragungsrate als die Parallelport-Pendants. Die Unterstützung aller Scanner, unabhängig von ihrem Anschluss, beruht auf der SANE-Bibliothek (Scanner Access Now Easy), so dass sich die Ansteuerung seitens der Anwendungsprogramme nicht unterscheidet. SANE kann mit der unter Windows verwendeten TWAIN-Schnittstelle verglichen werden.

Allgemein zu SANE

SANE stellt ein einfaches und vor allem komfortables Interface zwischen Scanner und Anwendungen, die diese Schnittstelle benutzen, dar. Dabei beschränkt sich dieses Interface nicht nur auf Scanner, sondern erlaubt auch, Videokameras und Webcams anzuschließen. Viele Distributionen liefern SANE fertig kompiliert auf ihren Datenträgern mit, so dass eine Neukompilierung nicht unbedingt erforderlich ist. Sie sollten aber beachten, dass der Einsatz eines Parallelport-Scanners unter Umständen tiefe Einschnitte in den SANE-Quellcode erfordert, was natürlich nur vor der Kompilierung möglich ist. Aus diesem Grund werde ich hier auch die Kompilierung von SANE erklären. Wie es sich für ein fortschrittliches Programm unter Linux gehört, wurde SANE mit einer grafischen Oberfläche ausgestattet. Dazu sollte die Gimp-Bibliothek GTK installiert sein. Ist das nicht der Fall, kann SANE nur von der Kommandozeile aufgerufen werden. configure – ein Script, das vor der Kompilierung des Programmes aufgerufen wird – erkennt das Vorhandensein von GTK und erstellt dementsprechend ein Programm namens xscanimage, welches grafisch bedient werden kann. Sollten Sie keinen Wert auf eine grafische Benutzung von SANE legen, dann ist es Ihnen immer noch möglich, SANE durch den Aufruf von scanimage aus der Kommandozeile zu starten. Um den richtigen Scanner unter Linux einbinden zu können, brauchen Sie in der Regel die beim Treiber-Paket mitgelieferte Konfigurationsdatei auszuwählen. Bei Parallelport-Scannern muss diese Datei in der Regel so geändert werden, dass unser modifizierter Treiber nicht nur erkannt, sondern auch eingebunden wird. Keine Sorge – diese Änderungen werden aber bereits durch das Treiber-Paket, die Sie für Ihr Gerät heruntergeladen haben, erledigt. An dieser Stelle müssen Sie in der Regel nur selten Hand anlegen. Einer der Vorteile von SANE ist ein gemeinsamer Zugriff auf den Scanner über das Netz. Sie müssen dazu lediglich den SANE-Server starten. Dies geschieht durch den Aufruf des Dämonen saned. Entsprechende Konfigurationsparameter finden Sie unter /usr/local/etc/sane.d/saned.conf. Haben Sie einen Scanner unter Linux erfolgreich eingebunden, so können Sie mit Hilfe des Befehls scanimage -L oder find-scanner eine Liste der erkannten Geräte anzeigen lassen. Erscheinen als Ausgabe keine Geräte, so wurde kein Scanner erkannt und Sie sollten Ihre Konfiguration noch einmal prüfen. Wurde ein Scanner gefunden, so können Sie Ihren ersten Scan durchführen. Dazu können Sie das grafische Front-End xscanimage verwenden, welches zu SANE mitgeliefert wird.

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LinuxUser 03/2012

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